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Pharmaindustrie zahlt Geld an Ärzte

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Rund 71.000 Ärzte haben 2015 Geld von der Pharmaindustrie erhalten, wie Spiegel Online und das Recherchebüro „Correctiv“ berichtet. Erstmals wurde eine Datenbank mit Namen der Ärzte veröffentlicht.

Mehr als 20.000 Ärzte, die im vergangenen Jahr Geld für Fortbildungen, Vortragshonorare und Reisespesen von der Pharmaindustrie bekamen, sind ab sofort in einer Datenbank im Internet zu finden. Sie wird unter dem Titel „Euros für Ärzte“ von dem Portal "Spiegel Online" und dem Journalistenbüro " Correctiv " angeboten, wie beide am Donnerstag mitteilten.

Jeder Internetnutzer kann in dieser Datenbank Ärzte nach Namen, Ort und Postleitzahl suchen. Die Zugriffe auf die Webseite sind zur Zeit (Stand: 14:24 Uhr) sehr hoch und legen die Abfrage lahm. Die Verantwortlichen von Correctiv bitten um Entschuldigung und um etwas Geduld.

Es handelt sich demnach um jene Mediziner, die einer Veröffentlichung ihrer Namen gegenüber dem Verein Freiwillige Selbstkontrolle Arzneimittelindustrie zustimmten. Insgesamt gaben Pharmafirmen einem von dem Verein bereits vor einiger Zeit vorlegten Bericht 2015 rund 119 Millionen Euro an etwa 71.000 Ärzte. Zwei Drittel stimmten demnach der Offenlegung ihrer Namen in dem Zusammenhang aber nicht zu.

Gegenüber "Spiegel Online" und "Correctiv" kritisierte der Arzt und Psychotherapeut Klaus Lieb die Quote als zu niedrig. "Transparenz sieht anders aus", erklärte das Mitglied der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ). Das Gremium berät die Bundesärztekammer wissenschaftlich in Fragen rund um das Arzneimittelwesen.

AFP

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