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Lachtrainerin Caroline Schubert (oben m.) zeigt den Kursteilnehmern, wie man ausgiebig lacht. Foto: Bodo Marks

Gemeinsam lacht es sich besser: Lachtraining in der Gruppe

Menschen kichern und prusten gemeinsam, ohne einen Grund dafür zu haben. Die sogenannte Lachmeditation soll gesund für den Körper sein - das sehen auch Mediziner so. Einige sind aber auch dabei, weil es einfach nur Spaß macht.

München (dpa) - "Jetzt lacht mal wie ein Pferd!", ruft Caroline Schubert mit breitem Grinsen in den engen Raum. Sogleich wiehern und kichern fünf Menschen gemeinsam mit ihr los und schütteln sich vor Lachen auf dem Boden. Aus den Tiefen des Körpers wird gegluckst und gejohlt.

Dann bricht ab und zu wieder völlige Stille ein. Die Luft ist stickig, die Stimmung heiter. Die schlanke 35-Jährige gibt in Hamburg Kurse im freien und grundlosen Lachen. Was von außen komisch aussehen mag, soll positiv auf Geist und Körper wirken.

Jeder Teilnehmer soll sich bei der sogenannten Lachmeditation seinem Lachen hingeben können. "Wenn du lachst, bekommst du Zugang zu deiner Kraft und deiner Lebendigkeit", sagt Schubert. Dies stärke etwa auch das Selbstbewusstsein. Bei den Übungen, die etwa eine Stunde dauern, gehe es aber nicht nur darum, laut und ekstatisch zu lachen. "Es fängt mit einer inneren Haltung mir selbst gegenüber an, die ganz still ist", sagt die Trainerin, die mit ihrem neunjährigen Sohn im Hamburger Stadtteil St. Pauli lebt.

Teilnehmerin Vanida meint, dass sich die Lachübungen wie ein Dialog unter der Gruppe anfühlen. "Es ist auch schön, sich vom Lachen anderer anstecken zu lassen", sagt die 38-Jährige im Kursraum im Stadtteil Sternschanze. Die Übungen machen den Kopf frei, sagt Teilnehmer Marcelo zufrieden. "Ich bekomme dadurch immer wieder neue Ideen für meine Bilder", sagt der 39 Jahre alte Maler. "Wenn ich lache, wird für kurze Zeit das Denken ausgehebelt", sagt Schubert. Das sei unglaublich erholsam.

Die Trainerin entdeckte die Form der Meditation vor vier Jahren in einem Yogakurs für sich. Damals steckte sie in einer tiefen Depression: "Dir geht es so dreckig und doch kannst du so lachen - das war ein wahnsinniges Aha-Erlebnis", erzählt die gelernte Schauspielerin. Von den Inhalten ihres Schauspielstudiums profitieren auch Ihre Kunden. "Die eigene Körperwahrnehmung steht im Mittelpunkt", sagt sie.

Schuberts Kursangebot besitzt Parallelen zum sogenannten Lachyoga. Das Konzept geht zurück auf Madan Kataria. Der Inder rief das Lachyoga im Jahr 1995 in Mumbai ins Leben. Kataria erfand ebenfalls den Weltlachtag, der immer auf den ersten Sonntag im Mai fällt. Mittlerweile gibt es in mehr als 100 Ländern sogenannte Lachclubs - in Deutschland mehr als 140 Stück, in Hamburg fünf. In den Clubs treffen sich Menschen im Wochenrhythmus, oft auch im Freien, um gemeinsam zu lachen.

"Lachen wirkt sich positiv auf das Immunsystem aus", sagt Hans Ulrich Schmidt, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. "Eine halbe Stunde am Tag ist durchaus gesund", empfiehlt der Mediziner. Humor stelle generell einen wichtigen Bestandteil für den Verlauf einer Therapie dar. Gezielt werde das Lachen als Behandlungsform im Klinikumfeld heutzutage aber nicht eingesetzt, sagt Schmidt.

Auch in Planegg bei München finden bei Cornelia Leisch regelmäßig Treffen statt. Die Lachtrainerin ist Vorsitzende des Europäischen Berufsverbandes für Lachyoga und Humortraining. Die Organisation zählt etwa 80 Mitglieder aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien. Leisch arbeitet etwa auch mit Senioren. "Gerade ältere Menschen leben oft zurückgezogener und sind von Krankheit und Sorgen umgeben", sagt die Bayerin. Die Übungen sollen Depressionen lindern und die eigene Wertschätzung steigern. "Sie bekommen wieder neuen Lebensmut", so Leisch.

Lachtrainerin Caroline Schubert

Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

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