Fit und zufrieden: Die Menschen in Bayern sind gesünder als der Bundesdurchschnitt. Das ist einen Freudensprung wert.

Was die Statistik verrät

So gesund ist Bayern

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Bundesweit sind die Bayern am seltensten krank. Und: Sie leben länger als der Durchschnittsdeutsche. Das verrät ein Blick in die Statistik.

Riesen sind die Bayern wahrlich nicht. Ein g’standenes Mannsbild misst im Schnitt 1,78 Meter, ein Madl nur 1,65 Meter. Aber dafür sind sie pumperlg’sund. Der Krankenstand ist im Freistaat niedriger als überall sonst in Deutschland: Er liegt bei 4,5 Prozent, das zeigt der aktuelle Fehlzeiten-Report der Krankenkasse AOK. Dieser Durchschnittswert gibt an, wie viele von 100 Versicherten pro Tag im Jahr 2014 krank geschrieben wurden; der Bundesschnitt fällt mit 5,2 Prozent deutlich höher aus.

Doch was genau hält die Bayern so gesund?

Eine eindeutige Antwort gibt es darauf freilich nicht – aber Statistiken liefern so manchen Hinweis. Zum Beispiel diesen: Die Bayern rauchen viel seltener als die Menschen in anderen Bundesländern (Bayern: 22,1 Prozent Raucher; Bundesdurchschnitt: 24,5 Prozent). Und: Sie sind auch vergleichsweise seltener übergewichtig (Bayern: 50,8 Prozent zu beleibt; Bundesdurchschnitt: 52 Prozent).

Wer mehr auf seine Gesundheit achtet, der wird offensichtlich belohnt: nämlich mit einem längeren Leben. Die Sterblichkeit im Freistaat ist niedriger als bundesweit. In Zahlen ausgedrückt heißt das: Pro 100.000 Einwohner sterben in Bayern 459 Frauen und 704 Männer; im Bundesvergleich liegen diese Werte höher, nämlich bei 470 und 732. Das dokumentieren die Daten vom Statistischen Bundesamt.

Wird heute ein Bub im Freistaat geboren, liegt seine durchschnittliche Lebenserwartung bei 78,3 Jahren (Bundesdurchschnitt: 77,7), ein Madl darf sogar damit rechnen, 83,1 Jahre alt zu werden (Bundesdurchschnitt: 82,8). Doch warum diese große Altersdifferenz zwischen den Geschlechtern? Die Gene allein sind es jedenfalls nicht. Und: Selbst wenn Männer im Arbeitsleben meist größeren Risiken ausgesetzt sind als Frauen, so spielt es sicherlich auch eine Rolle, dass sie häufiger ungesünder leben. Und dadurch offenbar kürzer.

Doch auch die Bayern werden mal krank. So wurde im Jahr 2010 bei mehr als 67.000 Menschen eine Krebserkrankung diagnostiziert; Männer traf es dabei häufiger (35.255 Fälle) als Frauen (31.872 Fälle). Statistiker haben aus diesen Daten die Rate der Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner errechnet: Sie liegt für Männer bei rund 421 und für Frauen bei knapp 332 – und damit etwas niedriger als im Bundesdurchschnitt (Männer: 459; Frauen: 351). Krebsarten, die als typische Folge des Rauchens gelten, sind dabei im Freistaat seltener, schwarzer Hautkrebs wird dagegen häufiger festgestellt.

Krank zu sein gilt als größtes Glückshemmnis. Die Bayern sind im Bundesvergleich aber ziemlich gesund – und deshalb auch recht zufrieden: Bundesweit rangieren sie auf Platz 8, das belegt der „Deutsche Post Glücksatlas 2014“. Ordentliches Mittelfeld also.

von Andrea Eppner

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