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Eine Frau lässt sich von einem Arzt durchchecken.

Lange Zeit vernachlässigt

Experten-Interview: Darum ist "Gendermedizin" so wichtig

München - Es gibt viele Gemeinsamkeiten, aber auch zahlreiche Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Damit beschäftigt sich die Gendermedizin, die immer mehr in den Fokus rückt.

Auch medizinisch sollten Männer und Frauen individuell betrachtet werden - dazu forscht und lehrt Uni.-Prof. Dr. med. Alexandra Kautzky-Willer als erste Professorin für Gendermedizin an der MedUni Wien. Umgesetzt werden ihre Erkenntnisse im la pura women's health resort im Kamptal bei Wien, der Gesundheits- und Wohlfühloase nur für die Frau.

Frau Prof. Kautzky-Willer - Gendermedizin: Was ist das überhaupt?

Kautzky-Willer: Kurz gesagt beschäftigt sich Gendermedizin mit Unterschieden und Gemeinsamkeiten in Gesundheitsfragen bei Männern wie Frauen. Mit dem Ziel, die Gesundheit beider zu verbessern.

Der Fokus liegt aber mehr auf der spezifischen Frauengesundheit?

Kautzky-Willer: Ja, weil es hier Aufholbedarf gibt. Studien wurden bislang meist nur mit Männern gemacht, etwa bei Medikamenten.

Warum ist es heute so wichtig, Frauen medizinisch anders zu betrachten?

Kautzky-Willer: Frauen sind zwar oft körperbewusster als Männer, wissen aber häufig nicht um ihre persönlichen Risikofaktoren. Dafür bleibt der Hausfrau, Mutter und Ehefrau, die nebenbei noch arbeitet, keine Zeit. Es ist kaum bekannt, dass 50 Prozent der Frauen heute an Herz-Kreislaufproblemen sterben. Hier sollten Risikofaktoren früher erkannt werden - frauenspezifisch.

Wie sieht es mit der Umsetzung in die Praxis aus?

Kautzky-Willer: Besonders schön können wir die Erkenntnisse der Gendermedizin im la pura, dem women's health resort nur für die Frau umsetzen, in dem es vor allem um Prävention geht. Im ausführlichen Gespräch geht es um die jeweilige Biografie, Risikoscores und bestimmte Biomarker werden betrachtet, Frauen-spezifische "Problemwerte" wie Eisen und Vitamin D bestimmt. Oft geht es bei Frauen auch um Hormonveränderungen, etwa in den Wechseljahren oder rund um die Schwangerschaft, aber auch um Schilddrüsenprobleme. Insgesamt handeln wir immer individuell im Hinblick auf spezielle Bedürfnisse, Risikomarker, Alter und Lebensstil.

Und wie lässt sich gerade der beeinflussen? Das hat ja viel mit Bewusstsein zu tun?

Kautzky-Willer: Was im la pura hervorragend eingeübt werden kann, ist gesunde Ernährung und Spaß am Sportangebot, das Anregungen für mehr Bewegung und aktive Entspannung gibt. Zur Gewichtsreduktion und Darmgesundheit hilft unter anderem die frauenspezifische F.X.Mayr-Kur. Wir unterstützen aber auch bei der Raucher-Entwöhnung. Denn Frauen tragen da noch mehr Schaden davon, weil ihre Atmungsorgane empfindlicher sind.

Ein Tipp für alle Frauen zum Thema Anti Aging?

Kautzky-Willer: Nicht rauchen, kaum Alkohol, gesunde Ernährung, viel Bewegung, Genussfähigkeit und Stress reduzieren …

tz

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