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Gesundheit:

Wann sich der Besuch beim Urologen lohnt

Viele Männer im gehobenen Alter haben in ihrem Leben noch nie die Dienste eines Urologen in Anspruch genommen. Selbst bei einer akuten Symptomatik ist ihr innerer Widerstand groß, sich der Diagnose und Behandlung zu stellen.

Einige Erkrankungen erfordern jedoch aufgrund ihrer Symptomatik nicht nur eine Suche bei Dr. Google. Wir werfen einen Blick auf zwei bedeutende Erkrankungen, die besonders häufig verwechselt werden.

Benigne Prostatahyperplasie

Als gutartige Prostatavergrößerung könnte die benigne Prostatahyperplasie beschrieben werden. Vor allem Männer im gehobenen Alter sind davon betroffen und haben mit den unangenehmen Symptomen zu kämpfen. Eine frühzeitige Erkennung ist besonders deshalb wichtig, weil dann eine medikamentöse Behandlung ausreichend sein kann, um die Beschwerden zu lindern.

Die medizinische Diagnose

Am Anfang der Untersuchung beim Urologen steht die erste Anamnese, die die Krankengeschichte des Patienten unter die Lupe nimmt. Die wichtigste körperliche Untersuchung bleibt die digital-rektale Untersuchung. Dabei ertastet der Arzt mit einem Finger die Prostata, die sich direkt vor dem Mastdarm befindet. Eine Vergrößerung lässt sich auf diese Weise gut erkennen. Alternativ kann der Urologe eine Ultraschalluntersuchung vornehmen, um relevante Fragen zu klären und das Ausmaß der Vergrößerung zu beurteilen.

Unter welchen Symptomen leiden die Männer?

Die Symptome, unter denen Männer bei einer gutartigen Vergrößerung der Prostata leiden, sind vielfältig. Meist werden Betroffene auf einen unterbrochenen Harnstrahl oder ein Restharngefühl aufmerksam. Auch häufiges Wasserlassen in kleinen Mengen ist ein Indiz dafür, dass eine Vergrößerung der Prostata vorliegt. Das Wasserlassen kann ebenfalls von Schmerzen begleitet sein.

Eine Behandlung ist nicht immer notwendig

Im Zweifel entscheidet der Arzt darüber, ob die Erkrankung therapiebedürftig ist. Sofern keine großen Beschwerden auftreten, genügt häufig die regelmäßige Kontrolle durch den Arzt. Wächst der Leidensdruck der Patienten, so ist es zunächst mithilfe von Medikamenten möglich, der Entwicklung entgegenzuwirken. Dafür werden α-Blocker oder 5-α-Reduktasehemmer eingesetzt. Genügt die Medikation in den späteren Stadien der Erkrankung nicht mehr, so kann über operative Wege der Behandlung entschieden werden.

Die Prostatitis

Der Besuch beim Urologen bietet die Möglichkeit, die Vergrößerung der Prostata von der Prostatitis abzugrenzen. Hierbei handelt es sich um eine häufig vorkommende Entzündung der Prostata, welche mit Schmerzen bei der Entleerung der Blase und bei der Ejakulation verbunden ist. Auch hier verhindert eine frühzeitige Diagnose weitere Risiken und mögliche Folgeerkrankungen.

Die Diagnose der Prostatitis

Für die Erfassung der Krankengeschichte stellt der behandelnde Arzt zunächst wichtige Fragen zur Erkrankung. Treten etwa Schmerzen beim Wasserlassen auf oder spürt der Patient Rückenschmerzen? Erhärtet sich der Verdacht auf eine vorliegende Prostatitis, so wird der Arzt eine digital-rektale Untersuchung durchführen. Diese erfolgt ambulant und bleibt in der Regel schmerzlos. Mit einem Finger prüft der Arzt vor allem die Schmerzempfindlichkeit der Prostata, die bei einer Entzündung deutlich erhöht ist.

Sind Bakterien für die Entzündung verantwortlich, lassen sich die Erreger im Urin des Patienten finden. Mithilfe der Viergläserprobe wird untersucht, ob die Keime nachgewiesen werden können. Dafür ist auch das Sekret der Prostata oder das Ejakulat geeignet.

Inzwischen wurde auch die PSA-Messung nutzbar gemacht, um eine genaue Diagnose zu stellen. Eine Prostatitis ist ein möglicher Grund, weshalb das Prostata-spezifische Antigen in einer besonders hohen Konzentration im Blut zu finden ist.

Diese Arten der Prostatitis können vorliegen

Eine grundlegende Unterscheidung hinsichtlich der Art der Prostatitis ist für die Diagnose von entscheidender Bedeutung. Wie sich bereits an der Bezeichnung erkennen lässt, wird eine bakterielle Prostatitis durch Bakterien verursacht, die über das Blut zur Prostata gelangen konnten oder sich in der Harnröhre festsetzten. Es handelt sich um eine Allgemeinerkrankung, die auch mit weiteren Symptomen wie Fieber oder Schüttelfrost einhergehen kann, welche die Patienten selbst zunächst nicht zuordnen können. Aus dieser akuten Form der Entzündung, auf die etwa zehn Prozent der Fälle von Prostatitis zurückzuführen sind, entwickelt sich mitunter ein chronisches Problem.

Die abakterielle Prostatitis (auch chronisches Beckenschmerzsyndrom genannt) hat keine solche Diagnostik zu bieten. Die Untersuchungen im Labor fördern keine Bakterien zutage, wodurch der exakte Auslöser der abakteriellen Prostatitis zumeist unklar bleibt. Möglich ist, dass zum Beispiel Stress als Ursache infrage kommt. Unter dem Strich ist diese abakterielle Form der Erkrankung die häufigste Form der Prostatitis.

Symptome

Besonders bei einem bakteriellen Auslöser begleiten Fieber oder Schüttelfrost die Entzündung der Prostata. Zudem treten die typischen Beschwerden beim Wasserlassen auf, während der Harnstrahl deutlich abgeschwächt ist und nur kleine Mengen Urin ausgeschieden werden können. Dadurch sind die Patienten gezwungen, besonders häufig zur Toilette zu gehen.

Die chronische Form der Erkrankung zeichnet sich durch zumeist weniger ausgeprägte Beschwerden aus. So vernehmen die Männer ein vages Druckgefühl im Dammbereich oder Unterbauch oder werden auf Blut im Sperma oder Urin aufmerksam. Libido- und Potenzstörungen bleiben bei der chronischen Form der Erkrankung nicht aus.

Möglichkeiten der Behandlung

Sobald Männer auf diese Symptome aufmerksam werden, sollten sie sich mit einem Urologen in Verbindung setzen. Gerade die sehr häufig auftretende abakterielle Prostatitis bietet heute eine Vielzahl von Behandlungsmöglichkeiten. Gehen Sie deshalb auf den Arzt Ihres Vertrauens zu und sprechen Sie ihn auf mögliche Behandlungsmethoden an. Dazu zählt auch Prosturol®, das unter anderem Hyaluronsäure enthält. Die Zäpfchen tragen zu einer raschen Linderung der Beschwerden bei. In den Hyaluron-Zäpfchen gegen Prostatitis kommen zusätzlich Kürbiskernölextrakt, indischer Wassernabel und Weihrauch zum Einsatz.

Bei der bakteriellen Prostatitis ist es wiederum ein Antibiotikum, welches innerhalb von rund zehn Tagen zur Besserung führen kann. Entwickelte sich aus der bakteriellen Ursache bereits eine chronische Erkrankung, so muss die Gabe der Medikamente womöglich auf einen längeren Zeitraum erweitert werden. Zudem setzt der Arzt zumeist auf eine symptomatische Therapie, um akute Beschwerden der Patienten zu lindern.

Zeit für mehr Aufmerksamkeit

Es ist vor allem die Tabuisierung des Problems, die ihren Teil dazu beiträgt, dass das gesundheitliche Problem größere Kreise um sich zieht. Noch immer fehlt es vielen Männern an den entscheidenden Impulsen, um sich der Behandlung beim Arzt zu stellen. Dabei trägt besonders die frühzeitige Diagnose dazu bei, dass typische Erkrankungen der Prostata zu keinem dauerhaften Problem werden. Stattdessen lassen sich die Symptome zeitnah überwinden, um letztlich nicht auf dieses so wichtige Stück Lebensqualität verzichten zu müssen. In und um München stehen zahlreiche Urologen bereit, um diese Risiken langfristig abzubauen.

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