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Mit seinem solchen Messgerät lässt sich der Blutzuckerwert bestimmen.

Warnzeichen bleiben oftmals aus

Experte erklärt: So tückisch ist Diabetes

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München - Diabetes kann einem das Leben zur Hölle machen. Der stille Killer kommt nicht immer mit den bekannten Warnzeichen daher. Ein Experte erklärt, wie Sie sich schützen können.

Diabetes treibt schon von Haus aus das Risiko für Schlaganfall oder Herzinfarkt nach oben. Für die rund sieben Millionen Betroffenen in Deutschland gilt es als - je nach wissenschaftlicher Studie - zwei- bis vierfach erhöht. Denn ihre Gefäße können durch dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte schweren Schaden nehmen. Was diesen sogenannten stillen Killer aber besonders tückisch macht: Er greift auch das periphere Nervensystem an und unterdrückt die Schmerzempfindlichkeit. Die Betroffenen spüren wichtige Alarmsignale nicht - selbst wenn diese Vorboten eines schweren Herzinfarkts sind.

So bleiben bei Diabetikern häufig die klassischen starken Brustschmerzen aus. „Oft ist Atemnot das einzige Symptom, und manchmal können die Patientin sogar gar keine Warnzeichen erkennen“, erklärt Professor Dr. Steffen Massberg, Chefkardiologe des Uniklinikums Großhadern und Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung. „Deshalb enden Herzinfarkte bei Diabetikern leider in  vergleichsweise vielen Fällen tödlich.“ Insgesamt erleiden in Deutschland jährlich etwa 300.000 Menschen einen Herzinfarkt, über 50.000, also etwa jeder Sechste stirbt daran.

Erste Anzeichen sind starker Durst und Müdigkeit

Professor Dr. Steffen Massberg.

Obwohl Diabetes so dramatische Folgen haben kann, wird die Volkskrankheit häufig erst spät erkannt. Und zwar deshalb, weil die erhöhten Blutzuckerwerte in der Regel zunächst kaum Beschwerden verursachen. Den meisten Betroffenen fällt anfangs allenfalls starker Durst auf, eventuell etwas ungewohnte Müdigkeit. Erst bei entgleisten Werten können sich Symptome wie Heißhunger, Schwitzen, Verwirrtheit und Bewusstlosigkeit einstellen.

In über 90 Prozent der Fälle handelt es sich um Diabetes mellitus, Typ-2, so der medizinische Fachbegriff für die Stoffwechselkrankheit. Dabei schwächt sich die Wirkung des Hormons Insulin auf die Körperzellen ab. Der Zucker wird nicht mehr in ausreichendem Maße vom Blut ins Gewebe abgegeben, das führt zu einer Erhöhung der Zuckerkonzentration im Blut. Der Volksmund spricht von „Alterszucker“.

„Besonders gefährlich in Kombination mit anderen stillen Killern“

Diabetes lässt sich von Lebensstilfaktoren beeinflussen. Dazu gehören Übergewicht, Bewegungsmangel und unausgewogene Ernährung. „Besonders gefährlich kann Diabetes werden, wenn er in Kombination mit anderen stillen Killern wie Bluthochdruck und erhöhten Cholesterinwerten auftritt“, erläutert Prof. Massberg. Diesen Patienten rät er zu besonders engmaschigen Vorsorgeuntersuchungen. „Bei Diabetikern reicht in der Regel ein normales Belastungs-EKG nicht aus“, weiß der Herz-Spezialist. „Bei diesen Patienten wird in der Regel eine Herzultraschalluntersuchung unter Belastung gemacht, ein sogenanntes Stress-Echo. Damit lässt sich feststellen, wie gut die Pumpfunktion des Herzens unter Belastung funktioniert.“

Doch auch (scheinbar) gesunden Menschen rät Massberg zu Kontrolluntersuchungen. „Ab 35 kann man im Rahmen der Gesundheitsvorsorgeuntersuchungen regelmäßig seinen Blutzuckerspiegel bestimmen lassen.“

Tipp: gesünder ernähren und mehr bewegen

Im Falle von leicht erhöhten Werten lasse sich durch eine Änderung des Lebenswandels (Abnehmen, gesündere Ernährung, mehr Bewegung) viel erreichen, so der Kardiologe. Erst am Ende der Behandlungskette stehen Medikamente und unter Umständen das Spritzen von Insulin. Wenn man Diabetes allerdings nicht behandelt, drohen neben Herzinfarkt und Schlaganfall weitere Folgen.

Besonders gefürchtet sind Schädigungen der Augen. „Sie können bis zum Erblinden führen“, weiß Massberg. Auch Durchblutungsstörungen der Beine und der Füße kommen oft vor - manchmal müssen sie sogar amputiert werden. „Umso wichtiger ist es, Diabetes rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln. Als erster Schritt reicht schon ein einfacher Test beim Hausarzt.“

Andreas Beez

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