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Unkrautvernichtungsmittel mit dem Wirkstoff Glyphosat sind seit vielen Jahren umstritten.

Ist es giftig oder nicht?

Glyphosat: So gefährlich ist das Pflanzengift 

Seit 2002 ist Glyphosat in Pflanzenschutzmitteln erlaubt. Der Wirkstoff ist umstritten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Glyphosat als "wahrscheinlich krebserregend" eingestuft. 

Die Verbraucherschutzminister wollen nun Pflanzenschutzmitteln mit dem möglicherweise gesundheitsgefährdenden Wirkstoff Glyphosat verbieten. Zumindest fordern die Minister vorläufig den Einsatz von Glyphosat in Gärten, Parks und auf Kinderspielplätzen zu verbieten. Noch fehlt allerdings eine Rechtsgrundlage für ein Verbot.

Rückstände des umstrittenen Pflanzengifts Glyphosat sind bei einem Test im Auftrag der Grünen in Muttermilch nachgewiesen worden. In einer stichprobenartigen Untersuchung von 16 Muttermilch-Proben fanden sich in allen Rückstände des Pflanzengifts.

Was ist Glyphosat?

Glyphosat ist weltweit einer der am meisten eingesetzten Wirkstoffe in Unkrautvernichtungsmitteln und das am weitesten verbreitete Pflanzengift. Es blockiert ein Enzym, das für die Proteinsynthese in Pflanzen zuständig ist.

Es tötet jede Pflanze, die nicht gentechnisch so verändert wurde, dass sie den Einsatz des Herbizids überlebt.

Woher kommt der Wirkstoff Glyphosat?

Der US-Konzern Monsanto hat das Mittel in den 70er Jahren entwickelt und vertreibt es unter dem Namen Roundup. Seit 1974 wird der Wirkstoff Glyphosat in Unkrautbekämpfungsmitteln eingesetzt.

Warum wird jetzt über Glyphosat in Deutschland diskutiert?

In der EU ist das Herbizid seit 2002 zugelassen. Die aktuelle Genehmigung für den Wirkstoff endet im Dezember 2015. Eine turnusmäßige Neuzulassung ist derzeit im Gange. Im EU-weiten Zulassungsprozess für Glyphosat ist Deutschland als Berichterstatter für die Koordination zuständig.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hatte 2014 dazu die Gesundheits- und Umweltrisiken von Glyphosat erneut überprüft. Es sieht nach eigenen Angaben "keine Hinweise auf krebserzeugende, reproduktionsschädigende oder fruchtschädigende Wirkung durch Glyphosat". Das Infoblatt des BfR können Sie hier downloaden.

WHO: Glyphosat "wahrscheinlich krebserregend"

Die Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Glyphosat mit zwei weiteren Unkrautvernichtungsmitteln im März 2015 jedoch als "wahrscheinlich" krebserregend eingestuft.

Die Experten verwiesen auf Studien an Farmarbeitern aus den USA, Schweden und Kanada seit 2001, die auf ein erhöhtes Risiko für sogenannte Non-Hodgkin-Lymphome hinwiesen.

Das BfR erklärte daraufhin, diese Einstufung sei schwer nachvollziehbar und offenbar nur mit wenigen Studien belegt. Glyphosat werde oft noch Beistoffe beigemischt. Diese Stoffe sind nach Einschätzung des Bundesinstituts für Risikoforschung zum Teil giftiger als das Glyphosat selbst.

Wo wird Glyphosat eingesetzt?

Vor allem in der Landwirtschaft, aber auch zur Unkrautvernichtung in Parkanlagen, auf Bahngleisen und in Gärten. In der Landwirtschaft wird Glyphosat vor der Aussaat eingesetzt, um Unkraut den Garaus zu machen. Weit verbreitet auch ist die sogenannte Behandlung von Getreide vor der Ernte. Dadurch soll der Reifeprozess des Getreides beschleunigt werden, es soll gleichmäßiger reifen und früher geerntet werden können.

In Deutschland wird Glyphosat nach Angaben des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) auf rund 39 Prozent aller Ackerflächen gespritzt. Es ist auch im Weinbau und Obstplantagen zugelassen.

Erste Baumärkte stoppen Verkauf vom Pflanzengift Glyphosat

Die Toom-Baumärkte verzichten auf das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat. Bis spätestens Ende September werde es in den 350 Filialen der Rewe-Tochter kein Glyphosat mehr geben; seit Montag können sie das Mittel nicht nachbestellen, teilte Rewe in Köln mit. Den Kunden werde Toom alternative, umweltverträglichere Produkte anbieten.

dpa/AFP/ml

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