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Gesund Leben

Die größten Ernährungsmythen

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Ohne Zweifel gilt: Wer ausgewogen isst, der lebt auch gesünder. Nur: Was bedeutet das genau? Wir haben die größten Mythen aufgelistet – damit es besser klappt mit dem Speiseplan.

Kochen zerstört Nährstoffe im Gemüse

Vitamin C und Folsäure sind wasserlöslich. Werden Lebensmittel, die reich an diesen Vitaminen sind – etwa grünes Gemüse –, gekocht und schüttet man das Wasser dann weg, gehen in der Tat viele Vitamine verloren. Dieser Verlust lässt sich aber minimieren: einfach das Gemüse unzerkleinert in das kochende Wasser geben und danach umgehend servieren. Noch besser ist es, das Gemüse zu dämpfen oder mit sehr wenig Wasser im Mikrowellenherd zu garen. Andere wichtige Inhaltsstoffe, etwa Ballaststoffe, bleiben jedoch beim Kochen erhalten. Zudem erhöht richtiges Kochen nicht nur die Sicherheit von Lebensmitteln, sondern auch deren Geschmack und die Bekömmlichkeit.

Honig ist gesünder als Zucker

Honig ist zwar ein Naturprodukt und nicht chemisch bearbeitet, er fördert jedoch genauso Karies wie Zucker. Auch die Mengen von Vitaminen, Proteinen und Mineralstoffen, die im Honig enthalten sind, kann man vernachlässigen – wird Honig über 40 Grad erhitzt, verschwinden sogar Enzyme und Vitamine. Deshalb bleibt die Wahl zwischen Honig und Zucker nicht mehr als eine reine Geschmacksfrage.

Pro Tag soll man drei Liter trinken

Wer sich das vornimmt, hält unterwegs immer Ausschau nach einer Toilette – 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit pro Tag sind ausreichend. Staatliche Gesundheitsbehörden empfehlen Erwachsenen eine Wasseraufnahme durch Getränke von mindestens 1,2 Litern (etwa 4 bis 6 Gläser) pro Tag. Dazu kommt noch die Flüssigkeit, die in der Nahrung enthalten ist – und die von unserem Körper durch den Stoffwechsel erzeugt wird, um Verluste über Harn und Stuhl sowie über die Atmung auszugleichen. Gesunde Menschen können einfach auf ihr Durstgefühl hören. Nur bei Kindern und älteren Menschen sollte man darauf achten, dass sie genug trinken.

Cola zerstört die Magenschleimhaut

Unsere Expertin: Catherine Alberti-Huber ist Dipl. Ökotrophologin an der Schön Klinik Starnberger See, Fachklinik für Kardiologie und Innere Medizin.

Plakative Versuche haben gezeigt, dass ein in Cola eingelegtes Stückchen Fleisch 24 Stunden später erheblich zersetzt ist. Schuld daran seien Säuren, die dieses Mode-Getränk enthält. Man sollte jedoch beachten, dass Flüssigkeiten im Magen oft innerhalb von Minuten weiter zum Dünndarm transportiert werden – und sich dort rasch auf einer Fläche einer mittelgroßen 4-Zimmer-Wohnung verteilen. Zudem hat die Magensäure selbst einen pH-Wert, der dem von Salzsäure entspricht. Die Magenwand ist also geschützt gegen Säure. Insofern ist der Genuss von säurehaltigen Limonaden – abgesehen von der dadurch erhöhten Kalorienzufuhr – in Maßen kein Problem für das Verdauungssystem.

Margarine ist besser fürs Herz als Butter

Auch pflanzliche Öle und Fette – aus denen Margarinen bestehen – enthalten Cholesterin. Außerdem entstehen bei der Herstellung sogenannte veränderte Fettsäuren. Diese können sogar schädlicher sein als das Cholesterin in Schmalz oder Butter. Da sich die Cholesterinwerte, insbesondere das für die Blutgefäße „böse“ LDL-Cholesterin, kaum durch die Umstellung der Nahrungsgewohnheiten beeinflussen lässt, kommen Patienten mit Gefäßerkrankungen meist nicht um eine medikamentöse Senkung des LDL-Cholesterins, etwa durch Statine.

Dunkles Brot ist empfehlenswerter als helles

Kommt drauf an. Eine dunkle Brotfarbe ist nicht unbedingt ein Hinweis auf Vollkorn. Oft werden gezuckerte Weizenbrote einfach dunkel eingefärbt, zum Beispiel mit Malz. Also: Nicht alles, was nach Vollkorn aussieht, ist auch welches.

Schokolade macht glücklich

Die vermeintliche Weisheit, dass Süßigkeiten happy machen, ist widerlegt. Man kann gar nicht so viel Schokolade essen, dass sie einen glücklich macht – viel zu gering ist der Effekt auf die körpereigene Ausschüttung des dafür verantwortlichen Glückshormons „Serotonin“. Der Glücks-Effekt beruht eher darauf, dass der Mensch Schokolade als eine Art Belohnung empfindet. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von „Konditionierung“: Der Glückskick durch Schokoladeessen entsteht also nur im Gehirn – und nicht allen deshalb, weil „Serotonin“ in der Schokolade steckt oder im Übermaß ausgeschüttet wird.

Spinat enthält viel Eisen

Stimmt nicht! Ein wissenschaftlicher Irrtum aus dem 19. Jahrhundert, der sich bis heute hartnäckig hält. In 100 Gramm Spinat sind vier Milligramm Eisen enthalten. Weniger als in Zartbitter-Schokolade! Ursprünglich fand die Messung des Eisengehaltes des Spinats in der sogenannten Trockenmasse statt. Da Spinat aber viel Wasser enthält, ist der Gehalt niedriger.

Spinat und Pilze sollten man nie aufwärmen

Na ja. Stehen Pilze und Spinat lange Zeit im Warmen, können sich giftige Stoffe bilden. Bewahrt man sie vor dem Aufwärmen aber im Kühlschrank, ist ein zügiges Aufwärmen unbedenklich.

Wer nie „Fast Food“ isst, lebt gesünder

Das kann man so nicht sagen: Auch in Käse, hausgemachten Bratkartoffeln oder Omis Schokoladentorte sind viel Fett und Kalorien versteckt. Daher kommt es auch hier auf die Menge an. Ab und zu mal ein Hamburger schadet dem Körper nicht übermäßig – man sollte es nur nicht übertreiben.

Hauptsache „fettfrei“, dann ist alles gut

Unser Experte: Dr. med. Jochen M. Dresel ist Leitender Arzt der Klinik für Gastroenterologie & Allgemeine Innere Medizin der Schön Klinik Starnberger See.

Fett ist in der Tat die konzentrierte Quelle von Kalorien in unserer Ernährung: Ein Gramm Fett enthält neun Kalorien – während ein Gramm Kohlenhydrate oder Protein nur vier liefert. Eine Senkung der Menge an Fett, die man verbraucht, kann eine gute Möglichkeit sein, auch die Kalorienzufuhr zu senken. Aber nur weil ein Lebensmittel fettfrei ist, heißt es nicht, dass es auch kalorienarm ist! Denn: Wenn die Hersteller das Fett eines Lebensmittels entfernen, ersetzen sie es mit so viel Zucker, dass die fettfreien Produkte am Ende mehr Kalorien enthalten als das ursprüngliche Produkt. Wenig Sinn macht es zudem, rigoros Öl in jeder Form von seinem Speiseplan zu streichen. Das ist ungesund! Denn Fette sind lebensnotwendig. Vor allem Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren sind wichtig. Jeder sollte mindestens einen Esslöffel Öl am Tag zu sich nehmen. Rapsöl gilt als das gesündeste Öl, weil es eine ideale Mischung aus lebensnotwendigen Fettsäuren liefert. Empfehlenswert ist auch Olivenöl, das sich übrigens entgegen anderslautender Gerüchte, besonders gut zum Anbraten eignet. Olivenöl schmeckt nicht nur, ihm wird zudem eine herzschützende Wirkung nachgesagt.

Die häufigsten „Fettnäpfchen“

Wer nach 18 Uhr isst, nimmt zu.  Falsch! Für den Körper ist es nicht wichtig, wann man ist, sondern: wie viel. Verbraucht man weniger Energie als man zu sich nimmt, darf man sich über Speckröllchen nicht wundern. Aber: Wer ohnehin eher unruhig schläft, sollte abends nicht zu stark reinhauen. Wer nachts große Mengen verdauen muss, schläft schlechter.

Wer einmal pro Tag isst, wird schneller schlank. Falsch! Weniger Mahlzeiten einzunehmen kann zu einer Gewichtszunahme führen, denn der Körper versucht, mehr Fett einzulagern. Sich einmal am Tag den Bauch richtig vollzuschlagen, bis er weh tut, ist für den Körper nur belastend. Besser: Fünf kleine oder drei größere Mahlzeiten – hören Sie auf Ihren Körper.

„Light“ macht leicht. Falsch! Voller Geschmack, kaum Kalorien – so die Verheißung. Allerdings: Light-Limos eignen sich kaum zum Abnehmen. Die Süßstoffe stören die Kontrolle des Appetits und bewirken, dass vom Körper große Mengen Insulin freigesetzt werden, was kurze Zeit nach dem Genuss des süßstoffhaltigen Nahrungsmittels zu Hungergefühlen führt.

Kartoffeln und Nudeln machen dick. Falsch! Jedenfalls nicht in Maßen. Die Kohlenhydrate machen zwar satt, haben aber nur halb so viele Kalorien wie Fett.

B. Nazarewska

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