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„Großmutter-Neuronen“: Bahnbrechende Entdeckung bei Gehirnzellen

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Von: Ömer Kayali

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Illustrierte Zeichnung eines menschlichen Gehirns.
Wissenschaftler haben Hinweise auf sogenannte „Großmutter-Neuronen“ gefunden. © Imago

Lange Zeit gab es keine konkreten Beweise für die Existenz der „Großmutter-Neuronen“. Weitere Studienergebnisse liefern nun neue Erkenntnisse.

Seit Jahrzehnten beschäftigt Neuro-Wissenschaftler die Frage: Welche Mechanismen werden in unserem Gehirn ausgelöst, wenn wir ein bekanntes Gesicht sehen. In den 1960er-Jahren kam erstmals der Begriff der sogenannten „Großmutter-Neuronen“ ins Spiel. Einige Wissenschaftler gingen davon aus, dass eine einzige Hirnzelle dafür verantwortlich sei, beim Anblick beispielsweise der Großmutter zu reagieren. Diese Theorie wurde schnell als falsch bezeichnet, da auch Beweise für die Existenz der „Großmutter-Neuronen“ fehlten. Das könnte sich nun geändert haben.

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„Großmutter-Neuronen“: Studie liefert neue Hinweise

Eine im US-amerikanischen Science Magazine veröffentlichte Studie beschreibt, dass Forscher der Rockefeller University in New York im Gehirn von Affen Eigenschaften entdeckten, welche der Theorie der Großmutter-Neuronen“ entsprechen. Allerdings sei es bisher nicht gelungen, einzelne Zellen zu identifizieren.

Für die Studie haben die Wissenschaftler die Hirnaktivität der Affen mittels einer funktionellen Magnetresonanztomografie (fMRT) beobachtet. Dabei stellten sie fest, dass ein kleiner Bereich im Gehirn nur reagierte, wenn die Tiere persönlich bekannte oder verwandte Artgenossen erblickten. Die selben Zellen zeigten bei anderen Gesichtern kaum Reaktionen. Interessanterweise reagierten sie auch nicht beim Anblick von Affen oder Menschen, die sie kurz zuvor sahen. Das deute klar darauf hin, dass diese speziellen Hirnzellen nur bei persönlichen Kontakten anspringen – was die Theorie der „Großmutter-Neuronen“ unterstreichen würde.

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Als Beleg dafür können die Ergebnisse noch nicht gesehen werden, da dies bislang nur an zwei Affen untersucht wurde. Allerdings weisen die Wissenschaftler darauf hin, dass es sich um Rhesusaffen handelte, deren Prozesse der Gesichtserkennung im Gehirn denen der Menschen sehr ähnlich seien. Die Erkenntnisse könnten Menschen helfen, die andere nicht erkennen können, erklären die Forscher – zum Beispiel Personen mit Demenz oder "Gesichtsblindheit". (ök) *merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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