Von Tieren übertragbar

Neues Virus aus China? Bundeszentrale nimmt Stellung zu fragwürdigem Gerücht

  • Juliane Gutmann
    vonJuliane Gutmann
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Ein Bericht aus China sorgte für Aufruhr: Ein Mann war am Hantavirus verstorben. Auch in Deutschland gab es Fälle - doch wie gefährlich sind Hantaviren wirklich? 

  • Hantaviren werden von Nagetieren wie Ratten auf den Menschen übertragen, in Deutschland hauptsächlich über die Rötelmaus.
  • Eine Infektion kann - wie Covid-19* - schwere Krankheitsverläufe zur Folge haben. 
  • Jedoch gibt es gravierende Unterschiede zwischen Hanta- und Coronaviren. 

Der Fall eines durch das Hantavirus verstorbenen Chinesen warf in den vergangenen Wochen bei einigen Internet-Nutzern die Frage auf, ob zusätzlich zum Coronavirus ein neuer gefährlicher Erreger in Umlauf geraten könnte. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gibt allerdings Entwarnung: Hantaviren können zwar schwere Krankheitsverläufe auslösen, die Erreger seien allerdings seit langem weltweit verbreitet. In Deutschland kommt es immer wieder zu Hantavirus-Infektionen, zu Todesfällen komme es allerdings sehr selten

Tödliche Hantavirus-Infektionen möglich: Ansteckung durch virushaltigen Kot

Kopf-, Muskel- und Magenschmerzen, Fieber und Durchfall zählen zu den Symptomen, die eine Infektion mit dem Hantavirus zur Folge haben kann. Auch lebensgefährliche Verläufe sind möglich, etwa wenn eine Infektion aktues Nierenversagen zur Folge hat

In Deutschland wurden im Jahr 2019 bis Anfang August 202 Infektionen mit dem Hantavirus gemeldet - ein deutlicher Anstieg verglichen mit 2018 mit nur 12 Fällen im selben Zeitraum. 2012 war mit mehr als 2.800 Hantavirus-Infektionen ein Jahr, in welchem sich extrem viele Menschen in Deutschland mit dem Virus infiziert haben*. "Die Zahl der Krankheitsfälle beim Menschen schwankt von Jahr zu Jahr, vermutlich je nachdem wie hoch der Bestand der Nager ist und wie viele Tiere das Virus in sich tragen", informiert das Portal infektionsschutz.de der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Infizierte Nagetiere wie Mäuse übertragen das Hantavirus.

Menschen stecken sich in erster Linie über das Einatmen von virushaltigem Staub mit dem Hantavirus an. Das kann etwa beim Fegen des Kellers oder der Garage passieren, wenn Partikel des infizierten, trockenen Kots von Rötelmäusen über die Luft eingeatmet werden. Rötelmäuse - auch Waldwühlmaus genannt - gelten in unseren Gefilden als Hauptüberträger von Hantaviren

Quellenwww.infektionsschutz.de; www.welt.de

WeiterlesenAchtung: gefährlicher Virus breitet sich aus - vor allem Bayern und Baden-Württemberg sind betroffen.

jg

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