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Unter die Lupe genommen: Der Arzt auf dem Foto prüft, ob das Muttermal auf dem Arm der Patientin harmlos oder auffällig ist. Die Kosten für das sogenannte „Hautkrebs-Screening“ werden für Versicherte ab 35 Jahren alle zwei Jahre von den Krankenkassen übernommen.

Hautkrebs

Die Haut vergisst nichts

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Harmloser Leberfleck oder doch Hautkrebs? Für Laien ist das oft nicht zu unterscheiden. Umso wichtiger ist es, die Haut regelmäßig vom Arzt kontrollieren zu lassen. Und: Richtig vorbeugen durch einen geeigneten Sonnenschutz – gerade jetzt im Frühling.

Die Haut ist unsere äußerste Hülle, sie hält Schmutz und Bakterien fern, verhindert, dass der Körper zu viel Wasser verliert – und hält gefährliche UV-Strahlung ab. Ist sie aber zu oft und zu lang der Sonne ausgesetzt, kann sich unser größtes Organ manchmal selbst nicht mehr wehren: Krebs entsteht. „Hautkrebs“ ist dabei ein Überbegriff für eine Vielzahl bösartiger Erkrankungen – vom „Basalzellkarzinom“ bis hin zum „malignen Melanom“, besser bekannt als „schwarzer Hautkrebs“. Was Sie dazu wissen müssen, erklärt Ihnen hier unsere Expertin Prof. Carola Berking. Sie ist Oberärztin an der Klinik für Dermatologie und Allergologie am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

Was ist schwarzer, was heller Hautkrebs?

Von schwarzem Hautkrebs oder einem Melanom sprechen Mediziner, wenn der Tumor aus einem Leberfleck oder Muttermal entstanden ist. „Ursprungsort ist eine Pigmentzelle“, erklärt Berking. Das Pigment „Melanin“ dieser Zellen absorbiert Sonnenlicht – und schützt so die Haut und tiefere Schichten davor. Starke UV-Strahlung kann die Haut aber schädigen. „Die bösartigen Veränderungen treten meist an Stellen auf, die nicht ständig der Sonne ausgesetzt sind – dafür aber kurz und intensiv“, sagt Berking. „Zum Beispiel an Rücken und Unterschenkeln.“ Heller Hautkrebs, auch „weißer Hautkrebs“ genannt, entsteht in Körperregionen, die dauerhaft und ungeschützt der Sonne ausgesetzt waren: Im Gesicht, auf dem Handrücken und – vor allem bei Männern mit Glatze – auch auf der Kopfhaut. Der Krebs entsteht dabei aus hornbildenden Zellen in der Unterhaut, den „Keratinozyten“.

Warum ist schwarzer Hautkrebs so gefährlich?

Ein Melanom kann schon früh „streuen“. Es bilden sich also Tochtergeschwulste, sogenannte Metastasen, in anderen Organen wie Lunge, Leber oder Gehirn. „Die Metastasen machen den schwarzen Hautkrebs so gefährlich“, sagt Berking. Weißer Hautkrebs dagegen bleibt meist sehr lang auf seinen Entstehungsort beschränkt, es bilden sich also erst spät Metastasen. Die Früherkennung ist aber für beide Krebsarten wichtig – ab dem 35. Lebensjahr übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen alle zwei Jahre die Kosten für das sogenannte „Hautkrebs-Screening“ beim Haus- oder Hautarzt.

Wer ist besonders gefährdet?

Menschen mit besonders vielen Leberflecken und Muttermalen (50 oder mehr) haben ein höheres Risiko zu erkranken. Das gilt auch für sehr hellhäutige oder rothaarige Menschen, die schnell einen Sonnenbrand bekommen. Ist ein naher Verwandter an Hautkrebs erkrankt, erhöht das ebenfalls das persönliche Risiko. Auch immungeschwächte Menschen, etwa nach einer Organtransplantation oder HIV-Infizierte, entwickeln eher Hautkrebs.

Ist Hautkrebs mit bloßem Auge erkennbar?

Ja, aber oft ist eine sichere Diagnose nicht so einfach möglich. Grundsätzlich sollte aber jeder seine Leberflecken regelmäßig kontrollieren. Haben sie sich verändert, sind sie größer oder dunkler geworden? „Viele Leberflecken werden im Lauf des Lebens dicker, das ist ganz normal“, sagt Dermatologin Berking. „Aber wenn innerhalb kurzer Zeit ein Knötchen entsteht, ist das besorgniserregend.“ Um einzuschätzen, ob sich ein Muttermal gefährlich verändert hat, kann man sich an der „ABCD-Regel“ orientieren: Ist der Fleck asymmetrisch (A), unregelmäßig begrenzt (B), hat sich seine Farbe (C für „colour“, Englisch für Farbe) verändert oder sein Durchmesser (D) vergrößert? Wer solche Veränderungen bemerkt, sollte diese schnellstens einem Arzt zeigen. Dermatologen können außerdem mit der sogenannten Auflicht-Mikroskopie besser abschätzen, ob sich aus dem Leberfleck ein Melanom entwickelt hat. Die Kosten für diese Untersuchung, eine „Dermatoskopie“, bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen allerdings nicht.

Wie entsteht schwarzer Hautkrebs?

Ganz genau weiß man das noch nicht. „Sicher ist aber, dass die UV-Strahlung der Hauptauslöser ist“, erklärt Expertin Berking. Und diese ultraviolette Strahlung ist auch Teil des Sonnenlichts. Die Haut schützt sich zwar auch selbst, indem sie braun wird und sich etwas verdickt – man spricht von einer sogenannten Lichtschwiele. Beides kann die UV-Strahlung aber nur bedingt abhalten. Trifft sie auf ungeschützte Haut, kann dies das Erbgut der Zellen schädigen. Die sterben im besten Fall einfach ab, etwa nach einem Sonnenbrand. Krebs kann entstehen, wenn beschädigte Zellen überleben – und irgendwann anfangen, sich unkontrolliert zu vermehren. „Das kann Jahrzehnte dauern“, sagt Berking. „Jeder Sonnenbrand in der Kindheit erhöht das Hautkrebsrisiko.“ Das bedeutet aber auch: Ein Hautkrebs im Alter hat seinen Ursprung meist in der Kindheit oder Jugend.

Wie wird Hautkrebs behandelt?

Verdächtige Hautstellen werden entfernt und im Labor untersucht – so kann der Krebsverdacht entweder entkräftet oder bestätigt werden. „Ist der Tumor noch klein und nicht besonders tief in die Haut eingedrungen, sind die Heilungschancen sehr hoch“, sagt Berking. Gegebenenfalls werden auch Lymphknoten untersucht, der Tumor bestrahlt oder eine medikamentöse Therapie eingeleitet. Besonders wichtig bei Hautkrebs ist die Nachsorge – sie erstreckt sich über zehn Jahre. Alle drei bis sechs Monate werden die Haut, aber auch von Metastasen betroffene Organe, kontrolliert – abhängig vom Stadium des Tumors und der Dicke des Melanoms. In Deutschland erkranken jährlich etwa 22 000 Menschen an einem malignen (bösartigen) Melanom, es ist aber nur für ein Prozent aller Krebstodesfälle verantwortlich. Jeder sollte die Früherkennung ernst nehmen und alle zwei Jahre zum Hautkrebs-Screening gehen: Denn je früher die Krankheit erkannt wird, desto größer ist die Aussicht auf vollständige Heilung.

Schattenseiten der Sonne: So schützen Sie Ihre Haut!

Wer häufiger in der Sonne brutzelt, hat mehr braune Flecken auf der Haut – und damit auch ein höheres Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Der beste Schutz? Viel Schatten und reichlich Sonnencreme. „Ich empfehle eine mit einem hohen Lichtschutzfaktor, mindestens 30 oder mehr“, sagt Prof. Carola Berking. „Helle Hauttypen brauchen auf jeden Fall Lichtschutzfaktor 50.“ Und das nicht nur im Hochsommer. Wer die Frühlingssonne genießt, sollte ihre Kraft nicht unterschätzen. Blasse Winterhaut ist zudem empfindlicher. Hier einige Tipps unserer Expertin:

  • Nicht zu sparsam sein mit der Sonnenmilch! „Man kann nie zu viel auftragen, nur zu wenig.“ 
  • Rechtzeitig eincremen: Mindestens 20 Min., bevor man in die Sonne geht, damit die Creme gut einziehen kann. Dabei alle Körperstellen eincremen, die der Sonne ausgesetzt sind, vor allem auch Schultern, Dekolleté oder Nase. 
  • Nach Schwimmen oder Schwitzen immer nachcremen. Wichtig: „So erhält man den Schutz, aber man verdoppelt ihn nicht. Man kann dadurch also nicht länger in der Sonne bleiben.“ Ein T-Shirt oder Hemd aus dicht gewebtem Stoff schützt besser als jede Creme, das gilt vor allem für Kinder. Auch Sonnenhut und -brille sind wichtig. 
  • Im Schatten bleiben statt in der vollen Sonne zu braten und langsam bräunen! UV-Strahlen dringen auch durch die Wolken – daher auch an einem bedeckten Sommertag eincremen. 
  • Besuche im Solarium erhöhen das Risiko für Hautkrebs, zudem lässt das künstliche Licht die Haut vorzeitig altern und macht Falten. 
  • Gut zu wissen: Hautkrebs ist als Berufskrankheit anerkannt – etwa bei Bauarbeitern, Dachdeckern oder Landwirten. Betroffene haben Anspruch auf besondere Therapien. Sie bekommen zudem Sonnencreme auf Rezept.

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