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Sprechtraining: Damit aus der „Trone“ eine „Krone“ wird, bedürfen kleine Kinder häufig der Hilfe eines Logopäden.

Es heißt Krone statt Trone

Wenn ein Kleinkind „dutt mal“ statt „guck mal“ sagt, ist das niedlich. Spricht das Kind aber im fortgeschrittenen Kindergartenalter noch so, könnte das auf eine Störung der Sprachentwicklung hinweisen.

Mit durchschnittlich vier Jahren ist die Sprachentwicklung des Kindes weitgehend abgeschlossen, erklärt Logopädin Ulrike Elberfeld aus Fritzlar. Wenn Eltern aber das Gefühl haben, dass bei der Sprachfähigkeit ihres Kindes etwas nicht stimmt, sei immer der Arzt die erste Anlaufstelle, sagt die Expertin. Er kann bei einer Untersuchung feststellen, ob Hör- oder Sprechfähigkeit beeinträchtigt sind. Häufig sei eine Erkrankung des Gehörs der Grund für eine veränderte Wahrnehmung der Laute. Die Folge: Das Kind sagt beispielsweise „Trone“ statt „Krone“.

Sprach- und Sprechstörungen

Auch Zahnfehlstellungen können die Aussprache behindern. Generell unterscheidet die Logopädin zwischen zwei Dingen. Einmal geht es um eine Sprachstörung. Sie kann aufgrund eines gestörten Spracherwerbs die Aussprache und Grammatik, den Wortschatz und das Verstehen und auch das Erlernen von Lesen und Schreiben beeinflussen. Dann gibt es auch die Sprechstörung, bei der Sprechorgane wie Lippen, Zähne, Zunge, Gaumen, Kehlkopf und Stimmbänder in ihrer Funktion beeinträchtigt sind.

Sind Vorerkrankungen behandelt oder ausgeschlossen, kann eine logopädische Therapie die Hörwahrnehmung trainieren und Aussprachestörungen behandeln. Je früher eine Sprachstörung behandelt wird, desto schneller zeigt die Therapie auch Erfolge, ist sich Ulrike Elberfeld sicher. So brauchten Kinder im Alter von drei bis vier Jahren oft weniger Behandlungsstunden, als Kinder im Alter von sechs bis sieben Jahren. Bei sehr jungen Kindern ist die Therapie spielerisch aufgebaut: In eine Geschichte eingebettet zeigt die Logopädin zum Beispiel das Anstoßen der Zunge beim T-Laut, später verdeckt sie mit der Hand ihren Mund. „Die Kinder merken oft gar nicht, dass sie etwas lernen.“

Ungefähr 50 Mal müsse man ein neues Wort gehört und angewendet haben, bevor es in den Wortschatz aufgenommen werde. Dabei brauchten Eltern aber nicht mit den Kindern extra zu üben: Gespräche und der Blickkontakt beim Sprechen reichten völlig aus. Wichtig sei, das Kind nicht mitten im Satz zu unterbrechen und zu verbessern, das entmutige nur. Besser sei es, das falsch gesprochene Wort richtig zu wiederholen. Fernsehen und Computerkonsum sollten zeitlich begrenzt sein, damit Zeit für Gespräche bleibt. Auch Bewegung ist wichtig, denn Kinder mit motorischen Problemen haben häufig beim Sprechenlernen einen veränderten Entwicklungsverlauf. Insgesamt stellt die Logopädin fest, dass die Zahl von Sprachstörungen bei Kindern zunimmt.

Sprechtechnik gegen Stottern

Bei einem stotternden Kind unterscheidet die Logopädin zwischen einer entwicklungsbedingten Unflüssigkeit, die bei Kindern im Alter von zwei bis fünf Jahren auftreten kann, und dem Stottern, das behandlungsbedürftig ist. Die drei Hauptsymptome des Stotterns sind das Wiederholen von Lauten und Silben, oft am Wortanfang, das Dehnen von Vokalen und das Blockieren auf dem Wortanfangslaut. Mit Sprechtechnik und Mitarbeit der Eltern kann man bei der Behandlung des Stotterns viel erreichen, erklärte die Logopädin. (yma)

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