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Mettbrötchen können eine ernste Lebererkrankung hervorrufen. Der Grund: Schweinefleisch ist häufig mit Hepatitis E-Viren verseucht.

Leberentzündung kann tödlich verlaufen

Hepatitis-E-Viren im Schweinefleisch

Leberwurst, Salami, Mettbrötchen - nach Recherchen des SWR-Wissenschaftsmagazins "odysso" können Rohwürste eine ernste Leberentzündung auslösen. Immer mehr Menschen erkranken daran.

Das Virus wird durch den Verzehr von Schweine- oder Wildfleisch übertragen. Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch schlägt Alarm.

Jede fünfte Wurst enthält Erbmaterial von Hepatitis-E-Viren. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Das Virus wird zerstört, wenn Lebensmittel beim Kochen oder Braten ausreichend erhitzt werden. Gut durcherhitzte Würste seien zwar keine Gefahr, Rohwürste und Mett dagegen schon, so das BfR.

So tückisch ist das Hepatitis E Virus

Hepatitis-E-Subtyp-3 (HEV-Subtyp-3) ist eine noch relativ unbekannte, meldepflichtige Viruserkrankung, die von Schweinen übertragen wird. Von 100 Schlachtkörpern sind etwa drei akut infiziert.

Das Besondere ist, dass Schweine und Wildschweine bei einer Infektion mit dem Hepatitis-E-Virus keine klinischen Symptome zeigen und nicht an einer Leberentzündung erkranken. Menschen dagegen können nach einer Infektion mit dem Hepatitis-E-Virus an einer Hepatitis erkranken.

Das Robert-Koch-Institut registriert einen starken Anstieg von Fällen in den letzten Jahren mit zuletzt über 1500 Erkrankungen im Jahr 2015. Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch fordert jetzt im SWR Wissenschaftsmagazin "odysso" entschiedene Gegenmaßnahmen vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

Hepatitis-E-Infektion

Bislang galt Hepatitis E als eine in den Tropen verbreitete Lebererkrankung. Das Virus wird ausgeschieden und etwa auf das Trinkwasser oder Lebensmittel übertragen.

Doch auch hierzulande steigt die Zahl der Infizierten. Experten haben herausgefunden, dass die Übertragung durch den Verzehr von kontaminiertem Schweine- und Wildfleisch möglich ist.

Lebererkrankungen können jeden treffen. Viele sind leberkrank, ohne es zu wissen. Machen Sie einfach den Lebercheck.

Hepatitis-E-Symptome

Die Symptome der Erkrankung beginnen nach einer langen Inkubationszeit von zwei bis sechs Wochen oft mit Fieber, bevor spezifische Symptome wie Oberbauchschmerzen und Gelbsucht auftreten.

In den meisten Fällen kommt es nach Tagen oder Wochen zur Genesung. Schwere Verläufe können bei Schwangeren und bei Personen mit Vorschädigungen der Leber auftreten.

Im schlimmsten Fall tödliches Leberversagen

Betroffen sind vor allem Risikogruppen wie Krebspatienten und Transplantierte. Für sie ist eine Hepatitis-E-Infektion alles andere als harmlos. Die Erkrankung kann im schlimmsten Fall zu tödlichem Leberversagen führen. Menschen mit intaktem Immunsystem bleiben entweder symptomfrei oder bemerken die Erkrankung nicht, weil die Symptome anderen leichten Erkrankungen zugeschrieben werden.

Hepatitis A, B, C, D und E

Hepatitis-Viren können Entzündungen der Leber und Schäden hervorrufen. Es gibt verschiedene Formen der Hepatitis. Eine Übersicht dazu finden Sie hier.

Die Sendung "odysso" läuft am Donnerstag, 12. Mai, 22 Uhr im SWR Fernsehen.

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

ots/ml

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