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Ein Mundschutz hilft bei Kälte.

Winter birgt Gesundheitsgefahren

Die zehn besten Kälte-Tipps für Ihr Herz

München - Der Winter hat Bayern erreicht. Doch Schnee und Kälte können auch ihre Tücken haben - besonders, wenn es um das Herz geht. Die tz erklärt, wer aufpassen muss und gibt praktische Tipps zum Schutz der so wichtigen Pumpe.

Knirschender Schnee und funkelnde Eiszapfen in der Stadt, tolle Ski- und Rodelbedingungen in unseren Hausbergen: München und das Oberland präsentieren sich derzeit als weiße Wunderwelt. Doch für manche Menschen wird der Wintertraum zum Winteralbtraum – wegen der klirrenden Kälte. Denn deutliche Minusgrade wie in dieser Woche können einen Herzanfall auslösen, im schlimmsten Fall sogar einen Herzinfarkt. Davor hat jetzt die Deutsche Herzstiftung gewarnt.

„Niedrige Temperaturen können insbesondere für ein krankes Herz eine gefährliche Zusatzbelastung darstellen“, erläutert die renommierte Patienten- und Expertenorganisation. „Starke Kälte belastet die Herzkranzgefäße, indem sich die Gefäße verengen und die Blutversorgung des Herzmuskels vermindert. Er bekommt dadurch weniger Sauerstoff. Gleichzeitig werden auch die Gefäße im übrigen Körper verengt, so dass das Herz gegen einen größeren Widerstand anpumpen muss.“

Deshalb sollten gerade Menschen, die ohnehin schon mit Herzproblemen zu kämpfen haben, bei Minusgraden unbedingt eine Überanstrengung vermeiden. Besonders riskant kann beispielsweise intensives Schneeschaufeln sein. Wissenschaftliche Studien belegen, dass Herzpatienten dabei ein erhöhtes Risiko haben, einen Herzanfall zu erleiden. Im Katastrophenfall droht dann sogar der Herztod!

Herz-Beschwerden nicht auf die leichte Schulter nehmen

Herz-Prof. Thomas Meinertz.

Aber auch für vermeintlich Pumperlg’sunde gilt: Wenn bei Kälte Beschwerden auftreten, sollte man diese nicht auf die leichte Schulter nehmen! „Geht ein bisher Gesunder in die Kälte hinaus und bekommt plötzlich Schmerzen, einen Druck oder Brennen im Brustkorb und Atemnot, dann ist das ein Warnzeichen“, betont der Vorstandsvorsitzende der Herzstiftung, Professor Dr. Thomas Meinertz. Solche Brustschmerzen werden oft als Reizung der Bronchien durch die Kälte verharmlost – doch das kann eine fatale Fehleinschätzung sein! „Denn die Beschwerden können auf eine mangelhafte Sauerstoffversorgung des Herzens hindeuten und somit Vorboten eines Herzinfarkts sein“, weiß Prof. Meinertz.

In der tz erklärt die Herzstiftung, wer besonders aufpassen muss, und gibt praktische Tipps, wie man sein Herz im Winter besser schützen kann.

1. Achten Sie auf Ihr Risiko

Zahlreiche Statistiken schlüsseln auf, welche Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Winter besonders oft auftreten oder sich häufig verschlechtern. So sollten Patienten mit folgenden Erkrankungen bei Kälte besonders auf der Hut sein: bei koronarer Herzkrankheit (KHK), nach einem Herzinfarkt, bei Angina-pectoris-Beschwerden (Brustenge), Bluthochdruck, Herzschwäche, Vorhofflimmern oder tiefen Beinvenen-Thrombosen. Darüber hinaus gibt es erste Hinweise auf Zusammenhänge zwischen Kälte und dem häufigeren Auftreten von Schlaganfällen, Lungenembolien und bestimmten Herzrhythmusstörungen.

2. Richtig einheizen

Einzelne Studien deuten darauf hin, dass in manchen Fällen eine zu kalte Wohnung für winterliche Blutdruckanstiege mitverantwortlich sein könnte. Für Menschen, die im Winter erhöhte Blutdruckwerte feststellen, kann es daher einen Versuch wert sein, neben wärmerer Kleidung auf eine ausreichend geheizte Wohnung zu achten. Wichtig: Da die derzeitige Datenlage für eine exakte Temperaturempfehlung bei Herzkrankheiten nicht ausreicht, rät die Herzstiftung mit Augenmaß vorzugehen und zudem ein Überheizen der Wohnung zu vermeiden.

3. Medikamente kontrollieren

Lassen sich die Blutdruck-Anstiege in den kalten Wintermonaten weder durch eine höhere Wohnungstemperatur und wärmere Kleidung noch durch mehr Bewegung und eine salzärmere Ernährung ausreichend senken, sollte man mit dem Arzt Rücksprache halten. In vielen Fällen kann eine Dosisanpassung der Blutdruckmedikamente eine sinnvolle Alternative sein, bis es wieder wärmer wird.

4. Hände penibel waschen

Winterzeit ist Grippezeit – und während dieser erhöhten Ansteckungsgefahr sollte man sich mehrmals am Tag die Hände waschen – und zwar penibel. Wichtig dabei: Reiben Sie Ihre Hände 20 bis 30 Sekunden mit Seife ein, inklusive der Fingerspitzen und Fingerzwischenräume, auch des Daumens. Anschließend gründlich abtrocknen!

5. Nach Sauna ­ sanft abkühlen

Bei Saunagängen sollte die Temperatur in einem mittleren Bereich liegen, ungefähr bei 80 Grad. Auf keinen Fall sollten Herzkranke anschließend ins kalte Wasser eintauchen, weil das das Herz zu stark beansprucht. Stattdessen sollten sie sich langsam abkühlen.

6. Nitrospray am Morgen

Herzpatienten sollten morgens – zu einer Zeit, in der der Körper schon durch die Nacht-Tag-Umstellung belastet ist – nicht zum Semmelnholen oder zum Zeitungkaufen gehen, ohne vorher ihre Medikamente eingenommen zu haben. Patienten, die zu Angina pectoris neigen, sollten, bevor sie losgehen, zwei Hub Nitrospray nehmen, dann sind sie auf der sicheren Seite. Sie sollten draußen langsam gehen und keine schweren Einkaufstaschen tragen. Außerdem hilft es, durch die Nase zu atmen oder einen Schal vor den Mund zu ziehen.

7. Sanft und ­ clever Skifahren

Alpin-Skifahren ist für Könner körperlich weniger anstrengend als Langlauf. Aber es hat den großen Nachteil, dass auf schwierigen Abfahrten plötzlich hohe Belastungen auftreten. Das ist für Herzkranke sehr ungünstig. Scharfes Bremsen, Abstemmen, Ausweichen – da kann es sehr schnell zu einer Pressatmung kommen. Der höhere Nervenkitzel kann dazu führen, dass Patienten, die zu Rhythmusstörungen neigen, auf Alpinskiern eher außer Takt kommen als beim Langlaufen. Deswegen sollte man es auf der Piste langsam angehen und steile Hänge meiden. Sanftes Skifahren ist gefragt.

8. Doppelt impfen lassen

Alle Herzkranken sollten sich am besten doppelt impfen lassen: sowohl gegen Grippe als auch gegen Pneumokokken.

9. Schon drinnen aufwärmen

Wärmen Sie sich vor dem Sporteln in der Kälte schon im Haus auf, zum Beispiel mit Gymnastik oder Auf-der-Stelle-Laufen.

10. Sport ja, aber maßvoll

Sport stärkt das Herz. Doch wer sich im Winter draußen bewegt, sollte etwas vom Gas gehen. Ganz wichtig: Bei Brustenge sofort das Training beenden und wieder ins Warme zurückkehren.

So helfen Sie Ihrer Haut

„In der kalten Jahreszeit braucht auch unsere Haut ­besondere Pflege“, betont Dr. Christoph Liebich. Für die tz-Leser hat der renommierte Münchner Hautarzt einige Tipps parat:

Fetthaltige Cremes verwenden: „Wenn die Temperaturen sinken, produziert die Haut nicht mehr so viel Talg“, so der Dermatologe. „Die Haut wird spröder – und das Problem durch die trockene Heizungsluft noch verstärkt. Deshalb sollten wir uns regelmäßig mit fetthaltigen Cremes pflegen. Das gilt besonders für die Hände.“

Die Haut fetthaltig „ernähren“: Dazu empfiehlt sich vor allem fetthaltiger Seefisch, zum Beispiel Lachs. Er liefert der Haut unter anderem wertvolle Fettsäuren.

Die Wintersonne nicht unterschätzen: Sie hat einen hohen UVB-Anteil und kann der Haut dadurch empfindlich zusetzen. Deshalb sollte man immer eine Sonnencreme verwenden, die mindestens den Schutzfaktor 30 hat, besser noch 50. „Am besten greift man zu einem fetthaltigen Produkt und trägt es dick auf“, empfiehlt Dr. Liebich.

Auch die Lippen beim Sonnenschutz nicht vergessen: „Ein Sonnenblocker verhindert beispielsweise, dass sich Herpesbläschen bilden.“

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