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Herzmuskelentzündung nach Corona-Impfung? Diese Symptome sollten Sie ernst nehmen

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Von: Juliane Gutmann

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Eine Herzmuskelentzündung kann die Folge eines Infekts oder einer Impfung sein. Wie häufig die Corona-Impfung Auslöser ist und welche Anzeichen möglich sind, lesen Sie hier.

Viele Bürger haben Angst vor schwerwiegenden Nebenwirkungen nach der Corona-Impfung. Doch die Ergebnisse der Zulassungsstudien und auch die aktuellen Sicherheitsberichte des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) als Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel zeigen: Der Nutzen einer Corona-Impfung überwiegt bei weitem die Risiken. Ein wesentliches Argument für die Spritze: Sie schützt vor schweren Krankheitsverläufen*. Gesundheitsbehörden weltweit appellieren deshalb für die Immunisierung mit den zugelassenen Impfstoffen. In Deutschland sind dies derzeit die Produkte von Biontech, Moderna, Astrazeneca, Johnson & Johnson sowie der neue Proteinimpfstoff Nu­va­xo­vid von Novavax. „Die Covid-19-Impfung ist der sicherste Weg, um einen Schutz vor Covid-19 aufzubauen“, so das Robert Koch-Institut (RKI) als biomedizinische Leitforschungseinrichtung der deutschen Bundesregierung.

Doch es gibt Menschen, die die Nebenwirkungen* fürchten. In der Regel handelt es sich dabei um vorübergehende und ungefährliche Beschwerden wie Schmerzen an der Einstichstelle, leichtes Krankheitsgefühl oder harmloses Fieber. Doch es wurden auch schwere Nebenwirkungen seit Beginn der Impfkampagne bekannt. „Myo- und Perikarditis sind sehr seltene Nebenwirkungen nach den mRNA-Impfstoffen Comirnaty und Spikevax“, informiert das PEI im aktuellen Corona-Sicherheitsbericht. Myokarditis ist der medizinische Begriff für eine Entzündung des Herzmuskels und Perikarditis bezeichnet die Entzündung des Herzbeutels. Doch was heißt „sehr seltene Nebenwirkung“ genau?

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Lesen Sie auch: So oft kommt es wirklich zur Herzmuskelentzündung nach der Corona-Impfung.

Herzmuskelentzündung-Patienten sprechen „gut auf Behandlung und Ruhe“ an

Seit Beginn der Impfkampagne Ende 2020 wurden bis 30. November 2021 mehr als 123 Millionen Impfungen durchgeführt, wie das RKI informiert. Seither sind dem Paul-Ehrlich-Institut 1.554 Verdachtsmeldungen einer Myo-/Perikarditis gemeldet worden – alle in zeitlichem Zusammenhang mit einer Biontech- oder Moderna-Impfung. „Die publizierten Daten zeigen sehr konsistent, dass die ganz überwiegende Mehrheit der Patienten mit einer Myo-/Perikarditis nach Impfung mit mRNA-Impfstoffen gut auf Behandlung und Ruhe ansprechen und sich schnell besser fühlen, auch wenn im Einzelfall schwerwiegendere Verläufe beobachtet wurden“, heißt es im aktuellen PEI-Sicherheitsbericht.

Insgesamt wurden dem Paul-Ehrlich-Institut 15 Todesfälle mit einer Myo- oder Perikarditis als Ursache im zeitlichen Zusammenhang mit der Covid-19-Impfung gemeldet. „In drei Fällen wurde aufgrund des Autopsieberichtes der Zusammenhang mit der Impfung als möglich bewertet. In allen anderen Fällen sieht das Paul-Ehrlich-Institut auf der Basis der derzeitigen Datenlage keinen ursächlichen Zusammenhang mit der jeweiligen Impfung, da entweder in der Gesamtschau aller Befunde alternative Ursachen als wahrscheinlicher angesehen wurden oder wichtige klinische Befunde ausstehen“, informiert der aktuelle PEI-Sicherheitsbericht. Zum Hintergrund: Entzündungen des Herzens können viele Ursachen haben wie etwa einen verschleppten Infekt, die Einnahme bestimmter Medikamente wie Antidepressiva oder Autoimmunerkrankungen*.

Auf einem Bildschirm in Köln wird mit der Aufschrift „Aller guten Dinge sind drei: Jetzt boostern lassen!“ für eine dritte Impfung geworben.
Auf einem Bildschirm in Köln wird mit der Aufschrift „Aller guten Dinge sind drei: Jetzt boostern lassen!“ für eine dritte Impfung geworben. Angst vor lebensbedrohlichen Nebenwirkungen nach der Corona-Impfung ist statistisch gesehen unbegründet. © Federico Gambarini/dpa

Symptome einer Herzmuskelentzündung

Kardiologin Dr. Susanne Berrisch-Rahmel erklärt im Welt-Interview, welche Symptome für eine Herzmuskelentzündung sprechen können:

Wer oben genannte Symptome an sich bemerkt, sollte Berrisch-Rahmel zufolge einen Arzt aufsuchen. „Wenn man sein gewohntes Training nicht mehr so durchführen kann wie vorher, muss man hellhörig werden“, so die Herzexpertin. Auch Brustschmerzen, Herzklopfen und Herzrhythmusstörungen können dem PEI zufolge auf eine Herzmuskelentzündung hindeuten. (jg) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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