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Hörverlust und Schwindel sollten ernst genommen werden.

Hörverlust kann Anzeichen für Tumor sein

Neumünster - Ein einseitiger Hörverlust in Kombination mit Schwindelgefühlen können ein Anzeichen für einen seltenen Gehirntumor sein. Wir sagen, worauf es ankommt.

Eine einseitige und sich zunehmend verschlechternde Hörstörung kann auf einen seltenen gutartigen Hirntumor hinweisen. Auch Ohrgeräusche und Schwindelgefühle gehören zu den Symptomen des Akustikusneurinoms, wie Leif Erik Walther vom Deutschen Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte berichtet. “Das Akustikusneurinom ist eine in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle langsam wachsende, gutartige Geschwulst. Bei Größenzunahme kann sie je nach Lage auf Nervenbahnen drücken und die Funktion dieser beeinträchtigen. Neben der einseitigen Schädigung des Gehörs sowie Tinnitus können als Frühsymptome Schwindel und Gleichgewichtsstörungen auftreten“, sagt Walther.

Trotz der Bezeichnung “Akustikusneurinom“ gehe der Tumor von Zellen des Gleichgewichtsnervs aus. Je mehr der Tumor wächst, desto mehr Symptome kann er nach sich ziehen: “Neben dauerhaften Nervenschädigungen, beispielsweise in Form einer Gesichtslähmung oder Trigeminusneuralgie, können unter anderem Schluckstörungen, Kopfschmerzen, Sehstörungen und Heiserkeit auftreten. Obwohl es sich um einen gutartigen Tumor handelt, der keine Metastasen streut, ist der Leidensdruck für die Betroffenen sehr groß“, sagt der niedergelassene HNO-Arzt.

Erste Anzeichen unspezifisch

Die ersten Anzeichen eines Akustikusneurinoms seien recht unspezifisch, deshalb könne die Krankheit zunächst unerkannt bleiben. Oft werde zunächst an eine Hörminderung im Zuge des Alters mit damit einhergehendem Tinnitus oder an Schwindel-Symptome gedacht. “Nicht selten bessern sich die Symptome im Rahmen der Behandlung einer akuten Hörstörung. Vor allem Schwindel und Gleichgewichtsstörungen als zusätzliches Symptom einer Hörstörung können richtungsweisend sein“, sagt Walther.

Mit speziellen Methoden könne ein HNO-Arzt frühzeitig die richtige Diagnose stellen. Bei Verdacht werde auch eine Kernspintomografie angeordnet. Neben chirurgischen Behandlungsmöglichkeiten und der Radiotherapie könne dann auch unter Beobachtung zunächst abgewartet werden, da der Tumor meist langsam wachse. Ansonsten ist in regelmäßigen Abständen eine Kernspintomografie nötig.

dapd

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