Auch Arbeitgeber sind in der Corona-Pandemie gefragt, um die Ausbreitung von Covid-19 einzudämmen.
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Auch Arbeitgeber sind in der Corona-Pandemie gefragt, um die Ausbreitung von Covid-19 einzudämmen.

Keine strikte Pflicht für Arbeitnehmer

„Da hätte man sicher noch mehr tun können“ – Virologe Drosten über neue Corona-Maßnahme der Regierung

Ab dem 27. Januar sind Arbeitgeber dazu verpflichtet, ihren Beschäftigten bis zum 15. März Homeoffice zu ermöglichen. Doch es gibt einen Haken, wie Christian Drosten anmerkt.

  • „Ermöglichen Sie das Arbeiten von zu Hause aus“: So hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier vor kurzem an die Arbeitgeber appelliert. Demnach sollen diejenigen Mitarbeiter von zuhause aus arbeiten, die ihre Arbeit ohne weiteres aus dem Homeoffice erledigen können.
  • Jedoch fehlt eine verbindliche Homeoffice-Pflicht. Arbeitnehmer können nicht gezwungen werden, das Homeoffice-Angebot ihres Arbeitgebers anzunehmen, was Virologe Christian Drosten kritisiert. Ihm zufolge sind die neuen Regelungen zum Homeoffice unzureichend.
  • Was ihm zufolge passieren muss, damit der Sommer 2021 so entspannt verläuft wie 2020, erfahren Sie hier.

Der Chef-Virologe der Berliner Charité, Christian Drosten, hat die kürzlich beschlossenen Regelungen zum Homeoffice als unzureichend bezeichnet, wie die internationale Nachrichtenagentur AFP meldet. „Da hätte man sicher noch mehr tun können“, sagt Drosten dem Spiegel. Es wäre gut gewesen, sich an der irischen Erfahrung im Herbst zu orientieren. „Irland hat damals strikt auf Homeoffice gedrängt, und das war anscheinend sehr effektiv“, sagte Drosten. „Dadurch reduziert sich automatisch die Belegung im öffentlichen Personennahverkehr.“

Das Bundeskabinett hatte am 20. Januar 2021 eine Verordnung verabschiedet, welche die Arbeitgeber dazu verpflichtet, den Beschäftigten Homeoffice zu ermöglichen, sofern keine zwingenden betrieblichen Gründe dagegen sprechen. Ein verbindliches Recht auf Homeoffice gibt es aber nicht.

Corona-Fallzahlen im Frühjahr – „im schlimmsten Fall 100.000 pro Tag“

Angesichts der ansteckenderen Virus-Variante B.1.1.7 aus Großbritannien* müssten die Fallzahlen nun möglichst weit nach unten gedrückt werden, sagte Drosten. „Es wäre absolut erstrebenswert, jetzt auf die Null zumindest zu zielen“. Es bestehe momentan noch „die einmalige Gelegenheit“, die Verbreitung dieser Variante in Deutschland zu verhindern oder zumindest stark zu verlangsamen. Sollten die Fallzahlen jetzt nicht tief genug gesenkt werden, könne dies im Frühjahr und den Sommer negative Folgen nach sich ziehen. „Wenn die alten Menschen und vielleicht auch ein Teil von Risikogruppen geimpft sein werden, wird ein riesiger wirtschaftlicher, gesellschaftlicher, politischer und vielleicht auch rechtlicher Druck entstehen, die Corona-Maßnahmen zu beenden“, sagte Drosten.

Dann würden sich innerhalb kurzer Zeit sehr viele Menschen mit Sars-CoV-2 infizieren. „Dann haben wir Fallzahlen nicht mehr von 20.000 oder 30.000, sondern im schlimmsten Fall von 100.000 pro Tag“, warnte Drosten. Betroffen seien dann zwar eher jüngere Menschen, die seltener schwere Verläufe haben als ältere. „Aber wenn sich ganz viele junge Menschen infizieren, dann sind die Intensivstationen trotzdem wieder voll“, sagte Drosten. „Und es gibt trotzdem viele Tote. Nur dass es jüngere Menschen trifft.“
Der Virologe geht auch nicht davon aus, dass die Fallzahlen automatisch wieder sinken werden, wenn es wärmer wird. „Dass wir 2020 einen so entspannten Sommer hatten, hatte wahrscheinlich damit zu tun, dass unsere Fallzahlen im Frühjahr unter einer kritischen Schwelle geblieben sind“, sagte Drosten. „Das ist inzwischen aber nicht mehr so.“ (bfi/cne) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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Eine mit Coronaviren befallene Zelle
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.
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