Hormone und wenig Bewegung erhöhen Brustkrebsrisiko

Heidelberg - Mehr als 30 Prozent aller Brustkrebsfälle nach den Wechseljahren lassen sich nach einer Studie durch mehr Bewegung und den Verzicht auf Hormonersatztherapien vermeiden.

19,4 Prozent dieser Erkrankungen sind den Berechnungen zufolge auf Hormonpräparate zurückzuführen, 12,8 Prozent auf Bewegungsmangel, wie das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) am Dienstag mitteilte. Alkoholkonsum und Übergewicht beeinflussten das Brustkrebsrisiko nur gering. Nach DKFZ-Angaben erkranken pro Jahr 58 000 Frauen in Deutschland an bösartigen Brusttumoren. Zu den Risikofaktoren zählen auch eine frühe erste Regelblutung, späte Wechseljahre sowie Brustkrebs in der Familie.

Diese nicht zu beeinflussenden Faktoren bedingten zusammen 37,2 Prozent aller Brustkrebsfälle nach den Wechseljahren. “Das heißt, dass zwei Faktoren, die jede Frau selbst in der Hand hat, für vergleichbar viele Fälle von Brustkrebs nach den Wechseljahren verantwortlich sind wie die nicht-beeinflussbaren Faktoren“, sagt Karen Steindorf vom DKFZ. Die Forscher raten Frauen zu mehr Bewegung und einem Verzicht auf Hormonersatztherapie, wo sie nicht unbedingt nötig ist. Hormonmittel werden eingesetzt, um Wechseljahresbeschwerden zu lindern.

Für die Studie untersuchten Experten des DKFZ und der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf knapp 10 000 Frauen. Darunter waren mehr als 3000 Teilnehmerinnen, die nach dem Eintritt der Wechseljahre an Brustkrebs erkrankt waren. Die Ergebnisse sind im Fachjournal “Cancer Epidemiology“ veröffentlicht. Für viele Brustkrebsfälle kann man keine eindeutigen Risikofaktoren ausmachen.

dpa

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