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Dr. Henning Saupe demonstriert die lokale Tiefenhyperthermie.

Wärme wirkt

Mit Wärme Krankheiten zu behandeln, ist eine der ältesten Therapiemethoden: „Was die Arznei nicht heilt, heilt das Skalpell. Was das Skalpell nicht heilt, heilt das Feuer.“ schrieb bereits Hippokrates. Mit dem amerikanischen Chirurgen Dr. William Coley wurde die Fiebertherapie bei Krebs am Ende des 19.Jahrhunderts aufs Neue in moderner Zeit bekannt.

In Deutschland machten vor allem der Radiologe Dr. Martin Heckel und der Physiker Prof. Manfred von Ardenne die Hyperthermie (Überwärmung) in den 70er-Jahren bekannt. Heute gibt es hierzulande zirka 200 Arztpraxen, die Hyperthermie durchführen. An etwa zehn Universitätskliniken wird in Deutschland zurzeit an der Verbesserung der Krebsbehandlungen durch Einbeziehen der Hyperthermie geforscht.

Über die medizinische Wirkung von Hyperthermie gibt es heute viele tausend wissenschaftliche Untersuchungen. Am häufigsten kommt sie in der Behandlung von Krebs zur Anwendung. Man unterscheidet grundsätzlich zwei Formen der Hyperthermie, die sich untereinander gut ergänzen: die moderate Ganzkörper-Hyperthermie (Fiebertherapie) und die lokale Tiefenhyperthermie.

Alle Formen der Hyperthermie können sowohl als Ergänzung während der Chemotherapie oder Strahlenbehandlung zur Verstärkung der krebsschädigenden Wirkungen, als auch zur Stärkung des Immunsystems eingesetzt werden. „Einige Patienten wählen Hyperthermie in Kombination mit anderen biologischen Therapieformen, wenn die Chancen durch eine konventionelle Krebsbehandlung die Gesundheit zu verbessern, nicht überzeugen“, sagt der Kasseler Arzt Dr. Henning Saupe. In der Nachsorge könne Hyperthermie eine entscheidende Hilfe sein, die Selbstheilungskräfte zu unterstützen, ergänzt er.

Die Weiterentwicklung der Hyperthermie

Wie neueste Untersuchungen an Krebsgeweben zeigen, wird durch die Kombination von Überwärmung mit einer gleichzeitig verabreichten Elektrofeld-Stimulation die in der Krebszelle verlorengegangene Fähigkeit abzusterben wieder aktiviert. „Die Aktivierung dieser so genannten Apoptose, des programmierten Zelltodes in Krebszellen, wird als der wichtigste Effekt der Oncothermie, die Hyperthermie und Elektrofeldbehandlung kombiniert, angesehen“, berichtet Dr. Saupe. Die seltenen Nebenwirkungen dieser so durchgeführten Hyperthermiebehandlungen seien dabei vernachlässigbar.

In der naturheilkundlich begründeten Nachsorge wird vor allem die moderate Ganzkörperhyperthermie angewendet. Während der Fieberbehandlung wird die Körperkerntemperatur auf bis zu 40,5 Grad im Laufe von zwei bis drei Stunden angehoben. „Der immunanregende und entgiftende Effekt dieser Behandlung ist gut dokumentiert und oft deutlich zu spüren – an den Tagen oder Wochen nach einer solchen Fiebertherapie, die während einer intensiven Nachsorge alle drei bis sechs Wochen wiederholt werden kann“, beschreibt Dr. Saupe. (rdm)

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