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Bayer in der Kritik: Der Hersteller von Iberogast verschleiert mögliche Nebenwirkungen, die fatale Folgen haben können.

Pflanzlich schädlich

Iberogast mit fatalen Folgen für die Leber - diese Alternativen empfiehlt der Mediziner

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Das Magenmittel Iberogast kann der Leber schaden - und soll sogar aktuell für einen Todesfall verantwortlich sein. Auf was Sie achten sollten - und auf welche Alternativen Sie zurückgreifen können.

In Köln untersuchen Ermittler einen Todesfall, der mutmaßlich auf die Einnahme von Iberogast zurückgeführt wird. Der problematische Inhaltsstoff: Schöllkraut. Was nach Natur pur klingt, kann schwerwiegende Leberschäden zur Folge haben. Das fatale Problem: Davon steht nichts in der Packungsbeilage von Iberogast - zumindest in Deutschland.

Hepatitis und Leberversagen durch Schöllkraut: Iberogast hat es in sich

Wegen der leberschädigenden Wirkung, die Schöllkraut in Iberogast entfalten kann, hat die Arzneimittelbehörde in der Schweiz längst reagiert: Im Nachbarland wurde Hersteller Bayer verpflichtet, den Beipackzettel zu überarbeiten. Hier sind seitdem die möglichen Nebenwirkungen von Schöllkraut vermerkt, nämlich akutes Leberversagen, Leberentzündung (Hepatitis) und nachteilige Wirkung auf Leberfunktionswerte, wie das Format Marktcheck des Südwestrundfunks (SWR) berichtete.

Doch in Deutschland sucht man diesen Hinweis in Iberogast-Beipackzetteln vergeblich, obwohl das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte bereits 2008 Warnhinweise angeordnet hat, wie das Ärzteblatt berichtete. Doch Bayer klagte, der Fall wird immer noch vor Gericht verhandelt. Zu groß ist allem Anschein nach die Angst vonseiten des Herstellers von Iberogast, dass die Umsätze einbrechen könnten. Diese sind gewaltig: So ist Iberogast dem SWR zufolge eines der drei meistverkauften rezeptfreien Arzneimittel, das in deutschen Apotheken über den Ladentisch geht - was einen Umsatz von rund 120 Millionen Euro allein im Jahr 2018 zur Folge hatte.

Vor allem bei bestehenden Leberschäden: Finger weg von Iberogast

Viele Menschen schwören bei Magen-Darm-Problemen auf Iberogast, das schmerzlindernde, entzündungshemmende und krampflösende Wirkung verspricht. Das Schöllkraut als eines von neun enthaltenen Heilpflanzen sieht auch Apotheker und Gesundheitswissenschaftler Gerd Glaeske kritisch. Im Interview mit Marktcheck sagte er, dass die Nebenwirkungen - vor allem wenn Iberogast über längeren Zeitraum eingenommen wird - schwerwiegend ausfallen und die Leberwerte sich drastisch verschlechtern können. Es könne zur Leberentzündung kommen, weshalb vor allem Menschen mit vorbelasteter Leber nicht zu Iberogast greifen sollten.

Lesen Sie auch: Verdauung in Ordnung bringen - vier Schritte für eine gesündere Darmflora.

Blähungen bis Bauchweh: Natürliche Alternativen zu Iberogast

Neben Präparaten aus der Apotheke gibt es unzählige Hausmittel, die bei Magen-Darm-Problemen versucht werden können. Prof. Dr. Jost Langhorst vom Zentrum für Integrative Gastroenterologie der Kliniken Essen-Mitte zählte im Interview mit dem Norddeutschen Rundfunk folgende Präparate auf, die lindernde Wirkung entfalten:

  • Blähungen und Bauchkrämpfe: Hier eignen sich Langhorst zufolge Kräutertees und eine Kümmel-Leibauflage. Parallel eingenommen lindern Carminativum-Hetterich-Tropfen (dreimal 20 Tropfen täglich eingenommen 30 Minuten vor den Mahlzeiten) die Beschwerden. Auch Probiotika aus der Apotheke seien sinnvoll.
  • Reizdarmsyndrom: Hier gilt eine Mischung aus ausreichend Bewegung, Entspannungsverfahren und ausgewogener Ernährung mit bekömmlichen Lebensmitteln als erfolgsversprechend.
  • Magenschleimhautentzündung: Betroffene sollten reizende Nahrungsmittel wie Kaffee, Alkohol und scharfe Speisen meiden. Kamillen- und Süßholzwurzeltee beruhigen und auch selbstgemachter Leinsamenschleim oder Kuren mit Heilherde können vom Patienten versucht werden.

Diese Hinweise ersetzen nicht den Gang zum Arzt. Haben Sie Magen-Darm-Beschwerden, kann nur ein Mediziner die richtige Diagnose stellen und eine passende Therapie einleiten.

Ihre Meinung ist gefragt

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Weiterlesen: Ist dieses Magen-Medikament tödlich? Experte warnt nach Todesfall.

jg

Kaum zu glauben: Diese fünf Gewohnheiten können Ihre Leber zerstören

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