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Kaum ein Mensch atmet noch instinktiv von der Brust in den Bauch.

Volkskrankheit Atemnot

Richtig durchschnaufen!

Es ist doch nur ein Husten -  aber dieser Husten kann chronisch werden. Experte Professor Jürgen Behr gibt Tipps, wie Sie eine ernsthafte Lungenerkrankung rechtzeitig erkennen können.

Die Gefahren der Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind allgegenwärtig. Aber inzwischen bereitet Patienten, Ärzten und Gesundheitsmanagern ein ganz anderes Volksleiden immer mehr Kopfzerbrechen: „Die Lungenerkrankungen nehmen stetig zu. Bis zum Jahr 2030 werden sie weltweit die zweithäufigste Todesursache sein“, warnt Professor Jürgen Behr. Der 52-jährige Top-Arzt und Wissenschaftler ist angetreten, um München zu einem der führenden Behandlungszentren in Deutschland zu machen.

Zum Jahresbeginn hat Behr gleich mehrere Jobs übernommen. So ist der zweifache Familienvater neuer ärztlicher Direktor der Asklepios Fachkliniken in Gauting, dem größten Lungen-Spezialkrankenhaus in Bayern. Außerdem leitet er die Fachabteilung am Uniklinikum in Großhadern und füllt den ersten Lehrstuhl für Klinische Pneumologie in Bayern aus – also für Lungenheilkunde. Die Asklepios Kliniken in Gauting, dieLudwig-Maximilians-Universität und das Helmholtz-Zentrum München haben sich im Verbund „Comprehensive Pneumology Center Munich“ zusammengeschlossen.

Die Ziele: „Wir wollen in enger Zusammenarbeit die Forschung ausbauen, um den Patienten wirksame Therapien gegen Lungenerkrankungen anbieten zu können. Die sind leider noch Mangelware. Auch deshalb, weil bisher zu wenig Geld für die Forschung bereitgestellt wurde“, kritisiert Behr. Das soll sich durch die intensivierte Partnerschaft ändern.

Davon werden viele Patienten profitieren. Allein in Deutschland kommen jährlich über fünf Millionen Krankenhaustage wegen Lungenleiden zusammen. Die Behandlungskosten belaufen sich auf 24 Milliarden Euro.

Gesundheitstipps von Professor Behr

  • Husten nicht unterschätzen! Husten ist immer ein mögliches Alarmsignal Ihres Körpers. „Wenn er vier bis sechs Wochen nach Beginn einer Erkältung immer noch nicht verschwunden ist, dann sollten Sie das von einem Facharzt abklären lassen“, rät Professor Behr.
  • Vorsicht bei gelbgrünem Auswurf! Die Mediziner unterscheiden zwischen trockenem und produktivem Husten – also Husten mit Auswurf. Professor Behr: „Wenn dieser Schleim eine gelbgrüne Farbe hat, weist dies in der Regel auf einen bakteriellen Infekt hin, der eitrige Entzündungen verursacht hat. In diesen Fällen kann es erforderlich sein, Antibiotika einzunehmen.“
  • Bei blutigem Auswurf sofort zum Arzt! Das kann ein Hinweis auf Tuberkulose oder auf Lungenkrebs sein.
  • Alarmsignale für Lungenentzündung beachten! Manchmal hat der Patient zu Beginn einer Lungenentzündung nicht einmal sonderlich starken Husten. „Indizien sind neben einem all­gemeinen Krankheitsgefühl vor allem hohes Fieber und Schüttelfrost“, weiß Professor Behr.
  • Hustensaft nur dosiert schlucken! „Viele Menschen neigen dazu, bei Husten sofort Hustensaft zu nehmen“, sagt der Experte. Dabei heilt diese Arznei nicht, sondern lindert nur die Symptome. Und manchmal nicht einmal das: „Wenn jemand zum Beispiel an Asthma leidet, bringt ihm Hustensaft überhaupt nichts.“
  • Erkältung muss die Ausnahme bleiben! „Wer öfter als einmal pro Winter erkältet ist, der sollte einen Besuch beim Lungenfacharzt in Erwägung ziehen. Oft stecken nämlich Allergien dahinter. Sie sind auch im Winter ein Thema. Allergiker sind anfälliger für Infekte.“
  • Grippeimpfung nicht versäumen! „Sie empfiehlt sich für alle Altersgruppen. Bei Patienten mit Vorerkrankungen kann auch eine Impfung gegen Pneumokokken sinnvoll sein.“
  • Einfach inhalieren! „Zur Befeuchtung der Atem­wege reicht eine Kochsalzlösung völlig aus, Zusätze – beispielsweise aus Kamille – sind nicht nötig. Je nach Stärke der Beschwerden kann man durchaus zwei bis drei Mal am Tag inhalieren.“
  • Wasser ist oft wichtiger als Arznei! „Ich will Hustenmittel wie ACC nicht verdammen. Aber bei einem Infekt kommt es vor allem darauf an, dem Körper ausreichend Flüssigkeit zuzuführen“, betont Professor Behr. Dadurch löst sich der Schleim am besten. „Wer Fieber hat, der sollte mindestens drei Liter am Tag trinken.“
  • Die Faustregel fürs Treppensteigen: „Ein gesunder Mensch sollte mindestens zwei Stockwerke in normaler Geschwindigkeit hochsteigen können, ohne außer Atem zu kommen. Wer schon nach einer Etage unfreiwillig stehenbleiben muss, der kann davon ausgehen, dass mit seinem Körper etwas nicht stimmt.“
  • Lassen Sie sich auf Milbenallergien testen! Wer morgens auf Dauer mit verstopfter Nase und verquollenen Augen aufwacht, hustet und ein Engegefühl in der Brust verspürt, der sollte sich mal auf Hausstaubmilben testen lassen. Das Problem sind eigentlich gar nicht so sehr die Milben selbst, sondern deren Ausscheidungen. „Der Kot der Milben enthält ein bestimmtes Eiweiß, das bei ­Allergikern die Reaktion auslöst. Man kann also die Milben töten, hat aber trotzdem noch lange keine Ruhe.“
  • Eher etwas kühler schlafen! „Wenn es im Schlafzimmer zu warm ist, dann trocknen die Schleimhäute aus, und man wird anfälliger für Infekte“, so der Professor.
  • Das hilft gegen Schnarchen: „Gehen Sie möglichst immer zur selben Zeit ins Bett, verzichten Sie auf Alkohol und nehmen Sie keine Schlafmittel.“ Manchmal könne es auch sinnvoll sein, sich mit Kissen in eine bestimmte Schlafposition zu bringen, sagt Behr: „Die meisten Menschen schnarchen vor allem in Rückenlage.“
  • Wer das Problem auf Dauer nicht losbekommt, sollte sich unbedingt untersuchen lassen – eventuell in einem Schlaflabor. Schließlich leiden viele Schnarcher gewaltig unter ihren unfreiwilligen Atempausen. Behr: „Diese verursachen ständige Weckreaktionen. Zwar bekommt sie der Schnarcher gar nicht mit, aber am Morgen fühlt er sich schlapp und müde. Schnarchen kann sogar Depressionen begünstigen.

Andreas Beez

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