+
Immer mehr Menschen bekommen wegen psychischer Erkrankungen Reha-Leistungen aus der Rentenkasse.

Krankheitsbild

Immer mehr Menschen wegen psychischer Krankheiten in Reha

Reha wegen Sucht oder Depression - die Behandlungen gingen in den vergangenen Jahren stark nach oben. Doch das lag wohl nicht in erster Linie daran, dass die Krankheiten häufiger vorkommen.

Berlin - Immer mehr Menschen bekommen wegen psychischer Erkrankungen Reha-Leistungen aus der Rentenkasse. Im vergangenen Jahr bewilligte die Deutsche Rentenversicherung deshalb 155 000 Klinikaufenthalte zur Reha, wie aktuelle Zahlen zeigen.

Zehn Jahre zuvor waren es nur 89 350 entsprechende Bewilligungen. Im ambulanten Bereich wurden 9150 Leistungen bewilligt, 2005 waren es 1890. Reha-Leistungen sind Thema eines Fachkongresses (29. Februar bis 2. März) der Rentenversicherung in Aachen. Die gesetzliche Rentenversicherung führt unter dieser Bezeichnung Behandlungen mit dem Ziel durch, die Erwerbsfähigkeit von Patienten wesentlich zu bessern oder wiederherzustellen.

Die Rentenversicherung führt den Anstieg vor allem darauf zurück, dass psychische Störungen besser erkannt werden. "Für eine reale Zunahme der Häufigkeit psychischer Erkrankungen gibt es hingegen auch nach neueren Studien keinen Hinweis", betonten ihre Experten.

Zuletzt waren von den Versicherten mit Reha wegen psychischer Erkrankungen 54 Prozent Frauen und 46 Prozent Männer. Bei den Männern gab es 2014 am häufigsten Reha-Leistungen wegen einer Abhängigkeitserkrankung. Der Anteil der Sucht-Reha an allen medizinischen Klinik-Rehaleistungen lag bei 7,2 Prozent. Bei Frauen lag er nur bei 2,1 Prozent - bei ihnen waren Depressionen und Angsterkrankungen Hauptursache.

Rund 84 Prozent der Betroffenen seien nach den jüngsten Daten im Lauf von zwei Jahren nach einer Reha wieder erwerbsfähig gewesen, sagte die zuständige Direktorin bei der Deutschen Rentenversicherung Bund, Gundula Roßbach.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Diese sieben Warnzeichen im Urin sollten Sie sofort stutzig machen
Ob rot, schaumig oder süßlich riechend: Kaum einer macht sich Gedanken über seinen Urin. Doch dieser kann ein wichtiger Hinweis darauf sein, dass etwas nicht stimmt.
Diese sieben Warnzeichen im Urin sollten Sie sofort stutzig machen
Schock: Das haben 16 Jahre Magersucht aus dieser Frau gemacht
Sie ist erst 28 Jahre alt – doch leidet bereits seit 16 Jahren Höllenqualen: Sie kämpft gegen die gefährliche Krankheit Magersucht. Ärzte bangen um ihr Leben.
Schock: Das haben 16 Jahre Magersucht aus dieser Frau gemacht
Das boomende Geschäft mit den Gentests
Kommerzielle Gentests liegen in den USA schon lange im Trend. Nun boomen die Lifestyle-Angebote auch in Deutschland. Dabei ist nur wenig über den Markt bekannt. Experten …
Das boomende Geschäft mit den Gentests
Ständig Bauchweh: Protokoll hilft Kinderarzt bei Diagnose
Kinder neigen zu häufigen Bauchschmerzen. Viele Eltern sind meist ratlos, wenn sie nach den Ursachen fragen. Daher eignet sich vor einem Arztbesuch eine Auflistung der …
Ständig Bauchweh: Protokoll hilft Kinderarzt bei Diagnose

Kommentare