Eine Mitarbeiterin des Tübinger Humangenetik-Labors CeGaT entnimmt einer Frau Blut für einen Corona-Antikörper-Test. Wie lange der Körper sich durch Antikörper schützen kann, hängt auch von der Schwere des Krankheitsverlaufs ab.
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Eine Mitarbeiterin des Tübinger Humangenetik-Labors CeGaT entnimmt einer Frau Blut für einen Corona-Antikörper-Test. Wie lange der Körper sich durch Antikörper schützen kann, hängt auch von der Schwere des Krankheitsverlaufs ab.

Kein Eigenschutz mehr?

Vier Monate nach Corona-Infektion nur noch wenige Antikörper im Blut: Vor allem eine Patienten-Gruppe ist betroffen

  • Juliane Gutmann
    vonJuliane Gutmann
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Wer Covid-19 überstanden hat, den schützen vom Organismus gebildete Antikörper vor einer erneuten Infektion. Doch nicht für lange Zeit, wie deutsche Forscher herausfanden.

Nach der Corona-Impfung und während einer Infektion mit Coronaviren bilden sich Antikörper aus, die Coronaviren angreifen und unschädlich machen können. Doch Antikörper verbleiben nicht bis ans Lebensende in der Blutbahn, sondern verschwinden nach und nach wieder, wie aus der Rheinland Studie hervorgeht. In der vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e.V. (DZNE) durchgeführten Studie wird untersucht, welche Schutz- und Risikofaktoren die Gesundheit von Erwachsenen beeinflussen. Neben Risikofaktoren wie ungesundem Lebensstil gilt die Aufmerksamkeit der Studienleiter aktuell auch der Coronavirus-Pandemie.

Wie das deutsche Forscherteam um Erstautor N. Ahmad Aziz vom DZNE aus deren Studie schlussfolgert, lässt der Schutz durch Antikörper vor allem nach symptomfreien und leichten Corona-Infektionen schnell nach. Jeder fünfte Genesene hatte bereits nach einem halben Jahr keine Antikörper mehr, wie unter anderem der Auslandsrundfunk der Bundesrepublik Deutschland Deutsche Welle informiert.

Baldiger Antikörper-Rückgang im Blut vor allem nach leichten Corona-Verläufen

Der Studie, an der auch Virologe Christian Drosten von der Charité-Universitätsmedizin in Berlin beteiligt war, lagen die Daten von rund 5.100 Erwachsenen aus Bonn zugrunde. Fokus lag auf den Antikörpern gegen das Coronavirus, die die Probanden gebildet hatten. Bei 92 Probanden wurde im Zeitraum zwischen April und Juni 2020 ein erhöhter Corona-Antikörper-Wert gemessen, bei 22 Studienteilnehmenden konnten „neutralisierende“, also besonders wirksame Antikörper durch einen Bluttest nachgewiesen werden, wie aus der Studie hervorgeht.

120 Tage nach der ersten Blut­probe wurden alle positiv auf Coronavirus-Antikörper getesteten Studienteilnehmer erneut untersucht, die zum Nachuntersuchungstermin erschienen sind (83 von insgesamt 92 Probanden). Bei den meisten Teilnehmenden war der Titer der neutralisierenden Antikörper deutlich zurückgegangen, wie die Deutsche Welle informiert. Das Fazit der Studienleiter nach Auswertung der Daten: Vor allem nach leichten oder asymptomatischen Coronavirus-Infektionen komme es zu einem schnellen Rückgang der Antikörper im Blut.

Forscher weisen aber darauf hin, dass auch T-Zellen eine wichtige Rolle bei der Abwehr von Coronaviren spielen. Diese gehören zu den weißen Blutkörperchen und spüren vom Virus befallene Zellen auf, um sie zu zerstören und so eine weitere Virusausbreitung im Körper zu verhindern, wie das Portal Lungenärzte im Netz informiert. Deutsche Forscher konnten in einer Studie feststellen, dass wieder von Covid-19-Genesene zwar nicht mehr so viele Antikörper im Blut hatten wie akut Kranke. Allerdings war der Wert der T-Lymphozyten – auch T-Zellen oder T-Effektor-Gedächtniszellen genannt – im Blut hoch. (jg)

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