Eine Corona-Impfung hat die Bildung von Antikörpern gegen das Coronavirus zur Folge. In sehr seltenen Fällen kommt es zu Komplikationen. Wer dann haftet, wurde im Infektionsschutzgesetz festgehalten.
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Eine Corona-Impfung hat die Bildung von Antikörpern gegen das Coronavirus zur Folge. In sehr seltenen Fällen kommt es zu Komplikationen. Wer dann haftet, wurde im Infektionsschutzgesetz festgehalten.

Astrazeneca-Impfungen abgedeckt

Impfschaden nach Corona-Impfung: Wer haftet in diesem Fall? Gesetzesänderung nimmt Staat in die Pflicht

  • Juliane Gutmann
    vonJuliane Gutmann
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Schwere Komplikationen nach einer Corona-Impfung sind sehr selten. Wer im Fall des Falles haftet, wurde im Infektionsschutzgesetz festgelegt.

Der Nutzen einer Corona-Impfung überwiegt die Risiken: so das Ergebnis europäischer und deutscher Gesundheitsbehörden. Zugelassen sind in der Europäischen Union die Präparate von Astrazeneca, Moderna, Biontech und Johnson & Johnson. In den Zulassungsstudien wurden die Impfstoffe an zehntausenden von Freiwilligen erprobt, doch „seltene Nebenwirkungen können während der Zulassungsstudien eines Impfstoffs meist nicht erkannt werden“, heißt es vonseiten des Portals Gesundheitsinformation.de, das vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in Auftrag gegeben wird. Hier kommen Behörden wie das das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) als Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel ins Spiel.

Das PEI überwacht und dokumentiert in sogenannten Sicherheitsberichten die Verdachtsmeldungen zu Nebenwirkungen und Impfkomplikationen, die nach einer Impfstoffzulassung berichtet werden. Einen Überblick über die im aktuellen, im PEI-Sicherheitsbericht dokumentierten Nebenwirkungen finden Sie hier.

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Corona-Impfung: Bei Schäden durch staatlich empfohlene Impfungen haftet der Staat

In den meisten Fällen handelt es sich um leichte Beschwerden, die sich nach einer Corona-Impfung zeigen. Doch manche Menschen reagieren mit schwerwiegenden Komplikationen wie allergischen Reaktionen oder gar einer Thrombose. Wer in derartigen Fällen haftet, ist im Infektionsschutzgesetz festgehalten. Darin heißt es, dass bei Schäden durch die Corona-Schutzimpfungen der Staat haftet – auch bei Unter-60-Jährigen, die mit Astrazeneca geimpft wurden. Darüber informierte unter anderem das ZDF. Bei Schäden durch staatlich empfohlene Impfungen würde der Staat haften, berichtet auch die Deutsche Presseagentur dpa. Auch Berufsunfähigkeits- und Lebensversicherungen müssten dann ihre Leistungen erbringen.

Erst Ende Mai 2021 wurde die Änderung des Infektionsschutzgesetzes beschlossen. Diese gilt rückwirkend zum Start der Impfkampagne am 27. Dezember 2020, wie das Bundesgesundheitsministerium auf Anfrage von ZDFheute mitteilt. Vor der Gesetzesänderung war nicht klar gewesen, wer im Schadensfall haftet. Noch im April hatte Expertin für Arzthaftungsrecht Britta Konradt im ZDF-Interview davon gesprochen, dass eine Astrazeneca-Impfung bei Unter-60-Jährigen auf eigenes Risiko und somit ohne Staatshaftung geschehe. Doch die Gesetzesänderung stellt klar: Der Anspruch auf Versorgung bei Impfschäden gilt generell bei allen Schutzimpfungen gegen das Coronavirus. Auch Impfungen von Unter-60-Jährigen mit Astrazeneca und Johnson & Johnson seien inbegriffen, so das Bundesgesundheitsministerium. Voraussetzung sei „ein dokumentiertes Aufklärungsgespräch mit dem Arzt und das Einverständnis des Impflings“, heißt es dort weiter.

„Die Länder haften, wenn die bekannten Nebenwirkungen auftreten. Der Bund übernimmt die Haftung, wenn unerwartete Nebenwirkungen auftreten. Bei Produktfehlern übernimmt der Hersteller die Haftung. Der impfende Arzt wiederum haftet dafür, dass er die Impfung korrekt verabreicht“, fasst das Bundesgesundheitsministerium zusammen.

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Weiterlesen: Verdacht auf Thrombose nach Corona-Impfung? So wird die sehr seltene Komplikation behandelt – Aspirin hilft nicht.

Mehr Quellen: https://www.gesundheitsinformation.de/

(jg) 

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

Eine mit Coronaviren befallene Zelle
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch.
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff.
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