+
Schutzimpfungen sind auch für Erwachsene wichtig.

Impfschutz – nicht nur für Kinder

Die meisten Eltern lassen zwar ihre Kinder impfen. Der vorbeugende Schutz vor Infektionskrankheiten ist aber auch für Erwachsene wichtig. Sie sollten ihren Impfschutz regelmäßig prüfen – nicht nur, bevor sie ins Ausland fahren.

Mehr als 200 Jahre ist es her, dass die erste Impfung viele Menschen vor den Pocken schützte. Ebenso lange warnen aber auch Impfgegner vor Nebenwirkungen und möglichen Impfschäden. Die Befürworter betonen dagegen den großen Nutzen: Nicht nur die Pocken sind heute ausgerottet. Im Jahre 1960 wurde eine große Impfaktion gegen Kinderlähmung gestartet. Zuvor erkrankten jährlich etwa 4000 Menschen in Deutschland daran, 1965 waren es weniger als 50 Fälle pro Jahr. 2002 erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Kinderlähmung in Europa für ausgerottet.

Impfempfehlungen für Erwachsene Impfung

Impfung Wer braucht sie? Auffrischung
Diphtherie alle Personen alle 10 Jahre
Tetanus alle Personen alle 10 Jahre
FSME Personen in Risikogebieten alle 3 bis 5 Jahre
Hepatitis A Gefährdete Personen, etwa bei Kontakt mit Infizierten oder im Gesundheitsdienst
Hepatitis B Gefährdete Personen, etwa bei Kontakt mit Infizierten oder im Gesundheitsdienst alle 10 Jahre
HPV keine Regelleistung, ungeimpfte erwachsene Frauen nach individueller Beratung
Influenza (Grippe) Personen ab 60 Jahren, med. Personal, Schwangere, chronisch Kranke jährlich mit dem aktuellen Impfstoff
Keuchhusten Ungeimpfte bei der nächsten Diphtherieund Tetanusimpfung
Masern nach 1970 Geborene, Ungeimpfte und nur einmal Geimpfte
Pneumokokken Personen über 60, medizinisches Personal nur bei bestimmten Vorerkrankungen
Polio (Kinderlähmung) alle Personen einmalig im Erwachsenenalter
Röteln Ungeimpfte oder nur einmal geimpfte Frauen im gebärfähigen Alter
Tollwut gefährdete Personen, z.B. Forstarbeiter notwendig
Windpocken Frauen mit Kinderwunsch, die keine Antikörper gegen den Ereger haben

Wer gibt die Impfempfehlungen?

Gegen welche Krankheit in welchem Lebensalter geimpft werden soll, legt eine Expertenkommission, die „ständige Impfkommission“ (Stiko) des Robert Koch-Instituts (RKI), fest. Die Mitglieder – Virologen, Mikrobiologen, Arbeitsund Tropenmediziner – sind ehrenamtlich tätig und werden vom Bundesgesundheitsminister berufen. Die Stiko berät die Bundesländer. Diese geben dann dementsprechende Impfempfehlungen.

Impfempfehlungen. Es gibt in Deutschland keine Impfpflicht. Der Patient entscheidet selbst, ob er sich impfen lässt. Zuvor sollte der Arzt immer, etwa anhand des Impfpasses, klären, welche Impfungen der Patient bereits erhalten hat und wann diese erfolgt sind. Ist der Impfstatus unklar, kann auf Wunsch des Patienten auch eine Laboruntersuchung zeigen, gegen welche Erreger ein Schutz besteht. Man bestimmt dabei den Antikörper-Titer, also die Menge der Antikörper im Blut.

Marius Pfaller

Autor Dr. Marius Pfaller ist Facharzt für Allgemeinmedizin und hat eine Praxis in München. Er unterrichtet als Lehrbeauftragter an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Unglaublich: Diese Diät soll endlich Diabetes Typ 2 heilen
Die Volkskrankheit Diabetes gilt als unheilbar. Doch eine Studie hat jetzt ergeben, dass eine spezielle Ernährungsweise sehr wohl dagegen helfen kann.
Unglaublich: Diese Diät soll endlich Diabetes Typ 2 heilen
Diese Frau schluckt 100 Tabletten am Tag - sonst stirbt sie
Eine junge Frau leidet gleich an drei seltenen Erkrankungen - und kann dadurch kaum mehr das Haus verlassen. Zudem nimmt sie fast 100 Tabletten am Tag zu sich.
Diese Frau schluckt 100 Tabletten am Tag - sonst stirbt sie
Wie Patienten sich Namen von Medikamenten leichter merken
Viele Arzneimittel tragen komplizierte Namen und dem medizinische Laien fällt es oft schwer sich die Bezeichnung einzuprägen. Eselsbrücken und andere Tricks können dabei …
Wie Patienten sich Namen von Medikamenten leichter merken
Krass: Diese zwei Charakterzüge schützen Sie vor Depressionen
In Deutschland leiden der Weltgesundheitsorganisation zufolge über vier Millionen Bürger an Depressionen. Doch wie kann man sich dagegen schützen?
Krass: Diese zwei Charakterzüge schützen Sie vor Depressionen

Kommentare