Antikörper noch sechs Monate nach Covid-19?

Impfung trotz überstandener Corona-Infektion? Vor allem eine Altersgruppe würde profitieren

  • Juliane Gutmann
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Wer Covid-19 bereits hinter sich hat und wieder gesund ist, braucht sich nicht impfen lassen? Dänische Forscher kommen zu einer klaren Antwort.

Vor allem ältere Menschen gelten als Corona-Risikogruppe. Dänische Forscher fanden heraus, wie gut ihr Eigenschutz nach überstandener Corona-Infektion tatsächlich ist.

Infiziert man sich mit Coronaviren, setzt der Körper verschiedene Abwehrmechanismen in Gang. Unter anderen produziert er Antikörper, die Coronaviren in der Regel unschädlich machen. Und diese Abwehrstoffe verbleiben auch nach überstandener Cororona-Infektion im Körper und bieten so einen Schutz im Fall einer erneuten Infektion mit Sars-CoV-2. Doch wie lange Antikörper im Blutkreislauf und in der Lymphflüssigkeit verbleiben, ist nicht abschließend geklärt, wobei einige Studien dem Portal Quarks zufolge eine recht stabile Immunantwort von sechs Monaten beschreiben. Da zu diesem Zeitpunkt die Konzentration von Antikörpern noch hoch war, würden Forscher davon ausgehen, dass der Eigenschutz vor Coronaviren noch länger anhält, heißt es weiter.

Doch was heißt das in Hinblick auf die Corona-Impfung? Müssen sich Menschen, die Corona überstanden haben, in diesem Zeitraum nicht impfen lassen, weil ihr Eigenschutz ausreicht? Mit diesem Thema haben sich jetzt dänische Wissenschaftler befasst, die ihre Studienergebnisse im Fachblatt The Lancet veröffentlicht haben. In ihrer Studie konnten sie nachweisen, dass der Eigenschutz durch Antikörper nach überstandener Corona-Infektion besonders bei einer Altersgruppe nicht lange anhält.

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Weniger Eigenschutz: Über 65-Jährige stecken sich häufiger erneut mit Corona an

Das Forscherteam um Professor Steen Ethelberg vom Department of Infectious Disease Epidemiology and Prevention am Statens Serum Institut in Kopenhagen legten ihrer Forschung die Daten von 533.381 Personen während der ersten Welle Anfang 2020 auf Corona getesteten Dänen zugrunde. Eine Nachuntersuchung während der zweiten Corona-Welle Ende 2020 ergab den Forschern zufolge, dass diejenigen Studienteilenehmer, die sich während der ersten Welle mit Corona infiziert hatten, zu rund 80 Prozent vor einer erneuten Ansteckung geschützt waren – und das für mindestens sechs Monate. Allerdings sei dieser natürliche Schutz bei Älteren schwächer ausgeprägt, wie der Spiegel berichtete: Er lag laut der Untersuchung nur bei rund 47 Prozent.

Zwei Prozent der Ü-65-jährigen Studienteilnehmer erhielten laut Studie während der zweiten Welle 2020 erstmals ein positives Testergebnis, wobei 0,88 Prozent in dieser Altersgruppe nach positivem Test im Frühjahr in der zweiten Welle erneut positiv getestet wurden. Zum Vergleich: 3,3 Prozent der U-65-Jährigen wurden während der zweiten Welle zum ersten Mal positiv getestet, 0,65 Prozent wurden nach positivem Test im Frühjahr erneut positiv getestet. Studienautor Steen Ethelberg zufolge sei das ein Zeichen dafür, dass Ältere einem erhöhtem Risiko ausgesetzt sind, sich nach überstandener Corona-Infektion erneut anzustecken: „Weil ältere Menschen außerdem häufiger schwere Symptome entwickeln oder sogar sterben, unterstreicht das Ergebnis, wie wichtig es ist, die Älteren während der Pandemie zu schützen“. Die Impfung gilt aktuell als beste Schutzmaßnahme gegen Covid-19.

Bei Menschen, die bereits eine Corona-Infektion hinter sich haben, rät die Ständige Impfkommission (STIKO) in Deutschland zu einer Impfung frühestens sechs Monate nach überstandener Krankheit: „Es ist davon auszugehen, dass Personen, die von einer Sars-CoV-2-Infektion oder Covid-19 genesen sind, zumindest vorübergehend über einen gewissen Schutz vor einer Erkrankung verfügen. Aufgrund dieser anzunehmenden Immunität, zur Vermeidung überschießender Nebenwirkungen (überschießende systemische Impfreaktionen) und in Anbetracht des bestehenden Impfstoffmangels sollte eine einmalige Impfung von Personen mit durchgemachter Infektion (labordiagnostisch gesichert) nach Ansicht der STIKO unter Berücksichtigung der Priorisierung frühestens 6 Monate nach Genesung erwogen werden“. Welche Auswirkung die dänische Studie auf diese Impfempfehlung hat, bleibt abzuwarten. (jg)

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