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Intervallfasten sogar ungesund? Warum die Diät in vielen Fällen nicht schlank macht

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Von: Juliane Gutmann

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Frau isst einen Eisbecher
Wer 16:8-Intervallfasten betreibt, kann acht Stunden täglich essen, was ihm beliebt – auch kalorienreiche Speisen - so die Theorie. © Daniel Reinhardt/dpa

US-Forscher haben sich intensiv mit dem Diät-Trend Intervallfasten beschäftigt – und kommen in einer Studie zu eher enttäuschenden Ergebnissen.

Intervallfasten (auch intermittierendes Fasten genannt) soll schlank machen, sich positiv auf den Stoffwechsel auswirken und sogar lebensverlängernd wirken. So schreibt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung: „Das Abendfasten soll den Insulinspiegel entlasten, die Gewichtsabnahme fördern und die Schlafqualität verbessern. Zudem soll es Alterungsprozesse vermindern und so lebensverlängernd wirken“. Im Tierversuch hatte das alternierende Intervallfasten lebensverlängernde Wirkung gezeigt – Das Prinzip dieser Fastenform basiert darauf, an den Fastentagen nur etwa 25 Prozent der sonst üblichen Energiemenge zuzuführen. An den Nicht-Fastentagen kann man dagegen soviel essen, wie man möchte.

Die wohl bekannteste Form des Intervallfastens ist allerdings das 16:8 Intervallfasten: 16 Stunden wird hier keine Nahrung zu sich genommen, die restlichen acht Stunden des Tages können Fastende essen, was Sie möchten. Diese Form der Diät haben Ärzte und Ernährungswissenschaftler aus Kalifornien nun eingehend erforscht. Das Team um Dylan Lowe von der University of California in San Francisco veröffentlichte die Studienergebnisse im Fachmagazin Jama Internal Medicine.

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Intervallfasten wirkte sich nicht günstig auf Blutfette und Blutzucker aus

Eine Erkenntnis der Forscher: Fettleibige Studienteilnehmer haben durch Intervallfasten nicht viel mehr abgenommen als die Gruppe, die drei Hauptmahlzeiten morgens, mittags und abends zu sich genommen hatte. 116 Freiwillige hatten an der dreimonatigen Studie teilgenommen. Die Intervallfasten-Gruppe durfte nur zwischen zwölf Uhr mittags und acht Uhr abends essen und musste den Rest des Tages abstinent bleiben. Zur Menge der Kalorien oder dem Ausmaß an Bewegung wurden keine Vorgaben gemacht, wie die Süddeutsche Zeitung berichtete. Am Ende der Studie wurden die Teilnehmer gewogen, mit dem Ergebnis, dass die Intervallfasten-Gruppe im Mittel 1,17 Prozent an Gewicht verloren hat, die andere Gruppe 0,75 Prozent. Ein Grund für den geringen Unterschied könnte sein, dass die Probanden alles essen durften – auch hochkalorische Speisen wie Fast Food oder Süßigkeiten.

Den US-Forschern fiel zudem auf, dass sich Intervallfasten nach Ablauf des Studienzeitraums nicht positiv auf Blutfette, Blutzucker und andere Stoffwechselparameter ausgewirkt hatte. Doch auch negative Effekte konnten beobachtet werden: So entfielen ungefähr zwei Drittel des durchschnittlichen Gewichtsverlustes von 1,7 Kilogramm auf ein Schwinden der fettfreien Körpermasse, wie die SZ berichtet. „Eine verminderte fettfreie Körpermasse kann mit Schwäche, Krankheit und dem Verlust an Lebensqualität einhergehen“, warnen die Autoren: „Hier ist Vorsicht geboten, denn das kann zu Muskelschwund führen oder ihn verschlimmern.“ Auch der Jo-Jo-Effekt tritt eher ein, wenn eine Diät viel fettfreie Körpermasse schwinden lässt, so de Forscher. (jg) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Zur Studie

Mehr Quellen: www.dge.de

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