Kaffee: Kein erhöhtes Risiko für chronische Erkrankungen

Potsdam - Gute Nachrichten für Kaffeeliebhaber: Das Getränk erhöht einer Studie zufolge nicht das Risiko für Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen und verringert sogar Diabetes-Typ-2-Risiko.

 Dabei scheint es egal zu sein, ob es sich um koffeeinhaltigen oder entkoffeinierten Kaffee handelt.

Das Wissenschaftlerteam um Heiner Boeing und Anna Flögel vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DifE) wertete für die Untersuchung die Daten von mehr als 42.000 Erwachsenen aus, die an einer Langzeitstudie teilnehmen. Die Forscher erfassten die Ernährungs- und Lebensstildaten der Probanden und analysierten auch ihre medizinischen Daten. Dabei ging es nicht nur um eine, sondern um mehrere chronischer Erkrankungen gleichzeitig.

In der durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von knapp neun Jahren erkrankten 1.432 Studienteilnehmer erstmals an Typ-2-Diabetes, 394 erlitten einen Herzinfarkt, 310 erlitten einen Schlaganfall und 1.801 Probanden erkrankten an Krebs. Verglichen die Forscher die Daten von Personen, die sehr viel Kaffee tranken, mit den Daten von Personen mit einem sehr geringen Konsum, so konnten sie keine Risikoerhöhung für die in den westlichen Industriestaaten häufig auftretenden chronischen Erkrankungen feststellen. Bei Personen, die viel Kaffee (mehr als vier Tassen täglich) tranken, beobachteten sie sogar ein vermindertes Typ-2-Diabetes-Risiko.

“Unsere Studienergebnisse decken sich mit den Resultaten aktueller prospektiver Studien aus den USA“, sagt Flögel, deren Untersuchung im Fachblatt “American Journal of Clinical Nutrition“ veröffentlicht wurde. Wer Kaffee also gut verträgt und ihn gerne trinkt, sollte dies auch tun. Andersherum sollten sich Menschen aber aufgrund der Ergebnisse nicht genötigt sehen, mit dem Kaffeetrinken zu beginnen. “Es ist wichtiger, darauf zu achten, ausreichend Vollkornprodukte, wenig Fleisch sowie viel Obst und Gemüse zu essen, nicht zu rauchen und sich ausreichend zu bewegen“, ergänzt Boeing.

dapd

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Plätzchenzeit: Darum sollten Sie besser nicht rohen Teig naschen
Klebrig, süß und lecker: Es gibt wohl für Naschkatzen nichts Schöneres, als beim Plätzchenbacken rohen Teig zu naschen. Doch das kann böse ins Auge gehen.
Plätzchenzeit: Darum sollten Sie besser nicht rohen Teig naschen
Junge Frau verliert fast Hälfte ihres Gewichts - ganz ohne Diät
Eine junge Frau wiegt 120 Kilo – und hat genug davon. Sie halbiert schließlich fast ihr Gewicht – ohne zu hungern. Stattdessen setzt sie auf eine bewährte Methode.
Junge Frau verliert fast Hälfte ihres Gewichts - ganz ohne Diät
Starke Waffen mit Nebenwirkungen: Was Biologika können
Biologika werden mit Hilfe von Gentechnik in lebenden Zellen hergestellt. Sie wirken sehr gezielt und können Menschen mit Rheuma oder Diabetes helfen. Es gibt aber auch …
Starke Waffen mit Nebenwirkungen: Was Biologika können
Ab wann Grübeln besorgniserregend ist
Kreisende Gedanken kennt jeder. Doch den einen oder anderen lassen sie nicht los und schränken den Alltag ein. Doch es gibt Methoden, die das Problem schnell lösen.
Ab wann Grübeln besorgniserregend ist

Kommentare