+
Darmspiegelung: Ab einem gewissen Alter gib es alle zehn Jahre einen Anspruch auf die Vorsorgeuntersuchung. Foto: Patrick Pleul

Krebsvorsorge

Kassen zahlen Darmspiegelung für Männer ab 50

Gesetzlich Versicherte profitieren von umfangreicheren Vorsorge-Leistungen gegen Darmkrebs: Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine Darmspiegelung künftig schon ab einem niedrigeren Alter als bisher.

Berlin (dpa) - Zur Darmkrebsvorsorge können Männer künftig bereits ab 50 Jahren auf Kosten der gesetzlichen Krankenkassen eine Darmspiegelung vornehmen lassen. Zuvor sei die Untersuchung gesetzlich Versicherten erst ab 55 Jahren angeboten worden, teilte die Felix-Burda-Stiftung mit.

Offiziell startet das Angebot am 19. April, weil der Beschluss des zuständigen Gremiums vor sechs Monaten in Kraft trat. Ab 1. Juli könnten die Kassen zudem damit beginnen, Einladungen zur Teilnahme am Darmkrebs-Screening herauszusenden, berichtete der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Kassen und Kliniken (G-BA).

Mit der gesenkten Altersgrenze werde der Tatsache Rechnung getragen, "dass das Erkrankungsrisiko bei Männern bereits ab 50 deutlich ansteigt", erklärte der Berufsverband Niedergelassener Gastroenterologen.

Alle zehn Jahre besteht ein Anspruch auf eine Darmspiegelung

Bei Frauen bleibt die Schwelle bei 55 Jahren. Bei besonderen Risiken oder Beschwerden können nach wie vor unabhängig davon Darmspiegelungen erfolgen.

Für beide Geschlechter gilt: Nach mindestens zehn Jahren besteht Anspruch auf eine zweite Darmspiegelung. Nimmt man das Angebot erst ab 65 Jahren wahr, hat man nur Anspruch auf eine derartige Untersuchung. Ab 75 wird Darmkrebsvorsorge laut Burda-Stiftung nicht mehr empfohlen.

Darmkrebs ist eine der häufigsten Krebsarten

Frauen und Männer können zwischen 50 und 54 Jahren jährlich einen Test auf verstecktes Blut im Stuhl durchführen lassen. Auffällige Befunde können dann ebenfalls mit einer Darmspiegelung (Koloskopie) abgeklärt werden.

Sie ist nach Angaben der Burda-Stiftung die effektivste Methode, um Darmkrebs frühzeitig zu erkennen. Laut dem Zentrum für Krebsregisterdaten wurde Darmkrebs hierzulande 2014 rund 61.000 mal diagnostiziert, rund 25.000 Patienten starben.

Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebsarten. Rauchen, Übergewicht, ballaststoffarme Ernährung, Bewegungsmangel und regelmäßiger Konsum von rotem Fleisch und Alkohol sind Risikofaktoren.

RKI zu Darmkrebs

G-BA-Info für Männer

G-BA-Info für Frauen

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Krise überwinden: Therapeutin gibt entscheidenden Ratschlag, wie Sie die Coronavirus-Pandemie überstehen
Ausgangsbeschränkungen und Sorge um Angehörige: Die Covid-19-Pandemie schlägt aufs Gemüt. Folgende Tipps von einer Expertin helfen, zuversichtlich zu bleiben. 
Krise überwinden: Therapeutin gibt entscheidenden Ratschlag, wie Sie die Coronavirus-Pandemie überstehen
Coronavirus-Symptome: Ärzte beobachten seltsames Anzeichen – und neuen Übertragungsweg
Bin auch ich infiziert? Viele fragen sich in diesen Tagen: Habe ich mich mit dem Coronavirus angesteckt? Hier finden Sie die Symptome der Lungenkrankheit.
Coronavirus-Symptome: Ärzte beobachten seltsames Anzeichen – und neuen Übertragungsweg
Kontaktverbot wegen Covid-19-Gefahr: Was jetzt noch erlaubt ist - und was nicht
Das Kontaktverbot soll die Ausbreitung des Coronavirus in NRW verhindern. Besuche, Grillen, Fahrgemeinschaften - was jetzt noch erlaubt ist und was nicht.
Kontaktverbot wegen Covid-19-Gefahr: Was jetzt noch erlaubt ist - und was nicht
Coronavirus-Hase mit Klopapierrolle im Osternest: So erbarmungslos reagieren Kunden
Ein Süßwarenhersteller aus Pirmasens, Rheinland-Pfalz, hat sich für eine ganz spezielle Schokohasen-Kreation entschieden - und erntet jetzt Kritik. 
Coronavirus-Hase mit Klopapierrolle im Osternest: So erbarmungslos reagieren Kunden

Kommentare