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Albtraum-Röntgenbild: In der Lunge hat sich ein Tumor gebildet.

Todesfalle Rauchen

Lungenkrebs: Ursachen, Risiken und Therapien

Diese Krankheit gilt leider als besonders gefährlicher Killer: Alle 30 Sekunden stirbt irgendwo auf der Welt ein Mensch an Lungenkrebs– allein in Deutschland tötet er jährlich 30.000.

Nur jeder zehnte Patient lebt nach der Schock-Diagnose noch länger als fünf Jahre. „Der Lungenkrebs gehört zu den aggressivsten Tumoren, die es gibt. Wenn er in andere Organe hinein gestreut hat, dann lässt er sich nur noch sehr schwer behandeln“, weiß Professor Günter Schlimok. Der Chefarzt am Augsburger Zentralklinikum und Präsident der Bayerischen Krebsgesellschaft informiert über das Leiden.

Ursachen und Risiken

Professor Günter Schlimok ist Präsident der Bayerischen Krebsgesellschaft.

Lungenkrebs entsteht, weil sich Lungenzellen – vereinfacht ausgedrückt – unkontrolliert teilen und entwickeln. Äußere Einflüsse spielen eine große Rolle, vor allem das Rauchen. Zigaretten mit ihren über 40 schädlichen Inhaltsstoffen sind der mit Abstand größte Risikofaktor für Lungenkrebs. Experten gehen davon aus, dass über 90 Prozent der Neuerkrankungen bei Männern und etwa 65 Prozent bei Frauen aufs Rauchen zurückzuführen sind. „Deshalb lohnt es sich in jedem Alter und in jeder Lebenssituation, damit aufzuhören – sogar dann noch, wenn man bereits einen Tumor in sich trägt“, sagt Professor Schlimok.
Interessant: Es erkranken etwa doppelt so viele Männer an Lungenkrebs wie Frauen. Das hängt laut Schlimok auch damit zusammen, dass mehr Männer rauchen als Frauen. Allerdings stieg die Zahl der Neuerkrankungen bei Frauen zuletzt deutlich an, während sie bei den Männern eher stagnierte.

Therapie

Entscheidend ist, wie frühzeitig der Tumor entdeckt wird. Wenn er noch auf die Lunge begrenzt ist, entfernen ihn die Ärzte meist in einer Operation. Häufig werden die Patienten hinterher zusätzlich bestrahlt, um den Krebsherd ganz auszumerzen.

Besonders heikel wird’s immer dann, wenn der Krebs bereits in andere Organe gestreut hat. Nach dieser Diagnose steht in der Regel eine Chemotherapie an. „Dabei bekommt der Patient Medikamente, die die Zellteilung hemmen und so das Ausbreiten der Erkrankung verhindern sollen“, erläutert Professor Schlimok. Mittlerweile gibt es aber auch neuere Mittel, die in manchen Fällen einzelne Tumoren gezielter angreifen können. „Inzwischen wird jeder Bronchialtumor im Labor genetisch untersucht, um spezielle Therapien zu entwickeln“, so Schlimok.

Chemotherapien bringen oft erhebliche Nebenwirkungen mit sich. „Dazu zählen unter anderem Übelkeit und Erbrechen, Nervenstörungen, Haarausfall sowie ein Abfall der weißen Blutkörperchen, der wiederum den Patienten anfälliger für Infektionen macht.“

Vorsorge und Früherkennung

Anders als bei Brust-, Prostata- oder Darmkrebs gibt es kein standardisiertes Verfahren zur Früherkennung von Lungenkrebs. Professor Schlimok rät dazu, die Alarmzeichen des Körpers ernst zu nehmen – etwa dauerhaften Husten. „Wer über einen Zeitraum von vier bis sechs Wochen häufig stark husten muss, der sollte zum Arzt gehen. Einen Tumor in der Lunge kann man oft mit Hilfe eines Röntgenbildes oder – noch effektiver – anhand der Aufnahmen bei einer Computertomografie (CT) erkennen.

Andreas Beez

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Schock-Diagnose: Helmut Dietl hat Lungenkrebs

So viele Menschen leiden an Lungenkrebs
Statistik aus dem Bericht „Krebs in Deutschland“
2008 Prognose für 2012
Männer Frauen Männer Frauen
Lungenkrebs-Neuerkrankungen 33960 15 570 33 700 17 700
mittleres Erkrankungsalter 69 68 *** ***
Sterbefälle 29 505 12 841 *** ***
Risiko, im Laufe des Lebens an Lungenkrebs zu erkranken *** *** 7 Prozent 3 Prozent
Risiko, an Lungenkrebs zu sterben *** *** 6,2 Prozent 2,5 Prozent

Für 2012 gibt es noch keine abschließende Statistik, da die Daten zu Erkrankungs- und Sterbefällen mit zeitlicher Verzögerung verarbeitet werden. Quelle: Robert Koch Institut

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