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Polio kam früher auf der ganzen Welt vor. Durch weltweite Impfkampagnen konnte die Kinderlähmung in den meisten Ländern ausgerottet werden.

Kinderlähmung ist grausam

Experten warnen vor Polio-Gefahr in Europa

Für Experten ist der Ausbruch der Kinderlähmung in Syrien auch eine Gefahr für Europa. In einigen Ländern ist die Polio-Impfrate sehr niedrig. Aber das Virus ist hochansteckend.  

Der Ausbruch der Kinderlähmung in Syrien stellt nach Einschätzung deutscher Wissenschaftler auch für Europa eine Gefahr dar. Der Kontinent sei gefährdet, da hier einige Länder eine niedrige Polio-Impfrate aufwiesen, hoben Martin Eichner von der Universität Tübingen sowie Stefan Brockmann vom Reutlinger Kreisgesundheitsamt in einem Beitrag für die britische Fachzeitschrift "The Lancet" hervor, der am Freitag veröffentlicht wurde. Die Gefahr einer Verbreitung der Kinderlähmung in europäischen Ländern, in denen Kinderlähmung ausgerottet zu sein schien, sei unsichtbar, aber real, schrieben die Fachleute.

Polio kam früher auf der ganzen Welt vor. Durch weltweite Impfkampagnen konnte die Kinderlähmung in den meisten Ländern ausgerottet werden. Seit 1999 gab es, laut dem Robert Koch Institut,  auch in Syrien keine Poliofälle mehr. Allerdings sind jetzt (im Oktober 2013) wieder Poliofälle in Syrien aufgetreten.

Polio Virus lähmt Atemmuskulatur

Eichner und Brockmann sehen Europa auch deshalb nicht vollauf gegen Polio gewappnet, weil die meisten Länder mittlerweile den sogenannten inaktivierten Polioimpfstoff verwenden. Er ist weniger wirksam als die Schluckimpfung gegen Kinderlähmung, die in seltenen Fällen Lähmungen verursachen kann und daher nicht mehr so häufig eingesetzt wird.

In Regionen mit niedriger Impfrate wie Bosnien-Herzegowina und der Ukraine und insbesondere in Regionen mit niedrigen Impfraten mit dem inaktivierten Impfstoff wie Österreich sei die sogenannte Herdenimmunität der Bevölkerung möglicherweise "nicht ausreichend, um eine anhaltende Übertragung zu verhindern", warnten die beiden deutschen Wissenschaftler. Zusätzlich zur Impfung syrischer Flüchtlinge seien daher umfassendere Schutzmaßnahmen gegen die Kinderlähmung nötig. So müsse in Gegenden mit vielen syrischen Flüchtlingen eine regelmäßige Untersuchung der Abwässer auf das Polio-Virus in Erwägung gezogen werden.

Polio-Virus befällt Nervensystem

Derartige Maßnahmen wären den Wissenschaftlern zufolge deshalb sinnvoll, weil von 200 Infizierten nur einer die klassischen Symptome der Krankheit entwickelt. Das Polio-Virus befällt das Nervensystem und kann innerhalb von wenigen Stunden zur Lähmung des gesamten Körpers bis hin zum Tod führen. Übertragen wird der Erreger durch Tröpchen- oder Schmierinfektion, betroffen von der Poliomyelitis sind insbesondere Kinder.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte Ende Oktober den Polio-Ausbruch im Bürgerkriegsland Syrien bestätigt. Demnach wurden bislang zehn Fälle nachgewiesen. Die Regierung in Damaskus versprach daraufhin, alle Kinder im Land gegen die ansteckende Kinderkrankheit zu impfen.

Was ist Polio?

Polio auch Kinderlähmung genannt ist eine sehr ansteckende Viruserkrankung, die bleibende Lähmungen der Arme oder Beine hinterlassen kann oder auch zu einer Lähmung der Atemmuskulatur und zum Tod des Erkankten führen kann.

Infektion

Das Poliovirus wird hauptsächlich mit dem Stuhl ausgeschieden und durch eine sogenannte Schmierinfektion übertragen. Aber durch eine Tröpfcheninfektion kann der Erreger ausgehustet und von anderen Personen eingeatmet werden.

Symptome

Nach Tagen oder auch Wochen können die ersten Krankheitsanzeichen wie Fieber, Übelkeit, Hals- und Kopfschmerzen auftreten. Auch Infizierte ohne Symptome können andere anstecken.

Bester Schutz

Der beste Schutz gegen Polio ist die Impfung. Um ausreichend geschützt zu sein, sind – je nach Alter und verwendetem Impfstoff – 3 bis 4 Impfungen notwendig. Wer als Kind vollständig geimpft worden ist, braucht nur eine Auffrischimpfung.

Mehr zum Thema:

Die Polio-Impfung: Das Wichtigste auf einen Blick

Grippe-Impfung kann vor Schlaganfall schützen

Grippe-Impfung: Wichtige Fragen und Antworten

 

AFP/ ml

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