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Kein Kinderwunsch: Umfrage enthüllt, warum Eltern es bedauern – Geld ist nur ein Grund

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Von: Natalie Hull-Deichsel

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Das Leben mit Kindern läuft für manche Eltern in der Realität so anders ab, dass sie ihre Entscheidung für Nachwuchs bereuen. Eine Studie zeigt drei Ursachen.

Rostock – Mit dem Thema der bereuenden und unglücklichen Eltern beschäftigen sich Wissenschaftlicher weltweit. Die wohl bekannteste Studie dazu ist die einer israelischen Soziologin Orna Donath, mit dem Titel „Regretting motherhood“, zu Deutsch: „Das Bedauern der Mutterschaft“. Die Studie wurde 2015 veröffentlicht und löste gerade in Deutschland eine große Debatte aus, insbesondere in sozialen Netzwerken. Was ist es, das Eltern ihren Kinderwunsch bedauern lässt?

Kinderwunsch? Umfrage enthüllt: Manche Eltern bedauern es – Geld ist nur ein Grund

Manche Eltern würden sich nicht noch einmal für Kinder entscheiden würden, weil sie mit Kind nicht mehr das gewünschte Leben führen könnten.
Laut Umfrage bedauern über 20 Prozent der Mütter und Väter in Deutschland ihren Kinderwunsch und die Tatsache, dass sie Kinder bekommen haben. (Symbolbild) ©  AntonioGuillem/Imago

Die repräsentative YouGov-Studie „Regretting Parenthood: Wer sich heute anders entscheiden würde“ zeigte, dass sich immerhin 20 Prozent Mütter und Väter in Deutschland nicht noch einmal für Kinder entscheiden würden. Was in der Umfrage deutlich wurde: Auch diese Eltern lieben ihre Kinder – allerdings lieben sie ihren Lebensweg nach dem Kinderkriegen nicht. Und empfinden beispielsweise weniger Resilienz gegenüber kritischen Phasen ihrer Kinder wie bei Wutausbrüchen.

In der Studie wurden von Eltern drei Hauptgründe genannt:

Diese Umfrage deute ebenfalls darauf hin, dass ein wesentlicher Grund für das Bereuen der Elternschaft besonders in dem Glauben liege, als Elternteil nicht das gewünschte Leben führen zu können.

Fehlendes Glück mit dem Nachwuchs: Wenn Eltern ihren Kinderwunsch bedauern

Nicht nur Wissenschaftler der Dartmouth University erhielten im Rahmen einer Studie zum Thema Glücksempfinden bei Eltern mit einer Million Befragten interessante Erkenntnisse. Auch Forscher des Max-Planck-Instituts für Demografische Forschung (MPIDR) konnten eine interessante Tendenz aufzeigen. Die Ergebnisse ihrer globalen Studie zum Thema Kinderwunsch und Glücksempfinden zusammen mit der University of Pennsylvania in Philadelphia (USA) veröffentlichten sie in der Fachzeitschrift „Population and Development Review“: Junge Eltern werden mit jedem weiteren Kind unzufriedener. Wenn die Eltern jedoch älter werden, übersteigt ihr Lebensglück das von Kinderlosen.

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Die Auswertungen zeigten: Je mehr Kinder ein junges Paar bekommt, desto unzufriedener würde es. Die Umstellung und Belastung durch Stress würde als größer empfunden. Ab einem Alter von 40 Jahren wäre es jedoch andersherum: Mehr Kinder lassen die Eltern mehr Lebensglück empfinden. Das gilt unabhängig von Geschlecht, Einkommen und Beziehungsstatus. Die Forscher befragten über 200.000 Frauen und Männer aus 86 Ländern. Dank der heutigen Medizin ist ein Kind ab 40 Jahren auch keine Besonderheit und Schwierigkeit mehr.

„Kinder können eine Langzeitinvestition ins Glück sein“, sagte der Studienautor Mikko Myrskylä in einer Pressemitteilung des MPIDR. Es zeige sich ein globaler Trend dahingehend, dass bei Eltern unter 30 Jahren das Glücksniveau ab dem ersten Kind mit jedem weiteren sinkt, während das Glücksempfinden bei Eltern über 30 Jahre wieder steige.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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