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Komplikationen bei der Hüft-OP. Die Qualität der Behandlung hängt von der Klinik ab.

Klinik-Report zeigt Mängel bei Hüft-OP's 

Berlin - In vielen Kliniken in Deutschland haben Patienten ein hohes Komplikationsrisiko - andere Krankenhäuser arbeiten weit besser. Wer eine künstliche Hüfte benötigt, sollte sich gut informieren.

So gibt es in den schlechtesten zehn Prozent der Kliniken nach dem Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks 80 Prozent mehr Komplikationsfälle als statistisch zu erwarten.

Die besten zehn Prozent unterschreiten diese Erwartung um 44 Prozent, berichtete das Wissenschaftliche Institut der AOK am Freitag aus dem Krankenhaus-Report 2011. Die unterschiedliche Verteilung von Älteren und Menschen mit Vorerkrankungen ist dabei berücksichtigt.

Oft mangelnde Qualität bei Hüft- und Knie-Eingriffen  

“Patienten, die einen Krankenhausaufenthalt planen, brauchen eine zuverlässige Auskunft über die Qualität der Behandlung“, sagte Instituts-Geschäftsführer Jürgen Klauber. Eine offizielle Liste, auf der für alle schnell einsehbar ist und die zeigt, welche Kliniken in welchen Bereichen wie gut sind, gibt es trotz jahrelanger Qualitätsmessungen in Deutschland nicht. Informationen zur Klinikqualität gibt der AOK-Krankenhausnavigator im Internet in den Bereichen Hüft- oder Knie-Eingriffe sowie bei Operationen wegen eines Oberschenkelhalsbruches.

Risiko steigt

Verglichen wurden Fälle künstlichen Hüftgelenks nach Gelenkverschleiß von 2006 bis 2008. In der Hälfte der Häuser müssen mehr als vier Prozent der Hüftoperationen innerhalb eines Jahres wiederholt werden. Bei den 25 Prozent der Kliniken mit den meisten Komplikationen sind es mehr als 5,9 Prozent. Komplikationen wie Brüchen oder Thrombosen eingerechnet bekommen 12,1 Prozent der Patienten in der Hälfte der Kliniken Probleme.

“Die Unterschiede können vielfältige Ursachen haben“, sagte Klauber. So seien die Abläufe in den Krankenhäusern unterschiedlich stark professionalisiert.

dpa

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