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Zahlen Sie zu viel für die Krankenversicherung? Wir haben eine Lösung.

Raus aus der Kostenfalle

Zu teuer krankenversichert? Wir zeigen, wie Sie Geld sparen können

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München - Kostenfalle Krankenversicherung: Viele Deutsche geben zu viel Geld für ihre Krankenversicherung aus. Wir erklären Ihnen, wie Sie mit einem Krankenkassen-Wechsel bares Geld sparen können.

Für die die Gesundheit geben die Deutschen Monat für Monat eine Menge Geld aus. Besonders für viele ältere Versicherte wird die Private Krankenkasse im Alter zum Kosten-Monster. Aber auch in der gesetzlichen Krankenkasse gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Versicherungsunternehmen. Doch was tun, wenn einem der Tarif zu teuer wird? Gesetzlich Versicherte können recht unkompliziert wechseln. Für privat Versicherte ist das nicht ganz so einfach, aber auch Sie können einen günstigeren Tarif wählen. Im neuen Finanztest-Heft nehmen die Tester diese oft etwas komplizierte Prozedur genauer unter die Lupe. Die tz erklärt, wie Sie in einen billigeren Tarif wechseln können und worauf Sie dabei achten sollten:

Privat versichert: So gelingt der Wechsel

Wer kann den Tarif wechseln? Rechtlich ist der Tarifwechel im Paragraf 204 des Versicherungsvertragsgesetzes geregelt. „Jedes Mal, wenn sie die Beiträge erhöhen, müssen Versicherer ihre Kunden auf ihr Tarifwechselrecht hinweisen“, erklärt Finanztest. Bei Kunden über 60 Jahren müssen sie sogar konkrete Tarife mit niedrigeren Beiträgen vorschlagen. Gerade ältere Versicherte leiden unter stark steigenden Beiträgen. So berichtet Finanztest vom 65-jährigen Leser Reiner Gabler, dessen Beitrag seit dem Abschluss im Jahr 1976 um das Neunfache gestiegen sind. Das Problem: Ein Wechsel zurück in die gesetzliche Krankenkasse ist so gut wie unmöglich – deshalb bleibt oft nur ein Tarifwechsel.

Wie kompliziert ist so ein Wechsel? 

Leider meist ziemlich kompliziert – denn die Versicherer sind meist nicht gerade transparent. Sie sind nämlich nicht dazu verpflichtet, alle Tarife, die sie haben, auch offenzulegen. Kunden, die ein Wechselangebot erhalten, können sich also erstmal nicht sicher sein, was ihnen die Versicherung alles verschweigt.

Bei wem kann man sich Rat holen? 

Wer seinen Vertrag beim Versicherungsmakler abgeschlossen hat, kann sich dort beraten lassen. Allerdings verdienen die Makler ihr Geld mit dem Abschluss neuer Verträge – bei der Vermittlung eines Wechsels legen sie sich daher oft nicht besonders ins Zeug. Kunden sollten also selbst aktiv werden.

Lohnt die komplette Kündigung und der Wechsel? 

In der Regel nicht! Das Problem: Die Versicherer bilden für ihre Kunden im Laufe der Jahre Rückstellungen für höhere Krankheitskosten im Alter. Bei einem Wechsel zu einem neuen Anbieter verlieren Kunden, die ihren Vertrag vor dem 1. Januar 2009 abgeschlossen haben, diese Rückstellungen. Deshalb sollten insbesondere ältere Verbraucher lieber in einen günstigeren „gleichartigen“ Tarif beim selben Anbieter wechseln.

Worauf muss man beim Wechsel achten? 

Ob ein Tarif wirklich günstiger ist, lässt nicht so leicht auf den ersten Blick erkennen. Der Beitrag ist nämlich nur ein Faktor, mindestens genauso wichtig ist die Frage, wie groß der Leistungsumfang des jeweiligen Tarifs ist. Reicht statt dem Ein- auch ein Zwei-Bett-Zimmer im Krankenhaus, sind Heilpraktikerbehandlungen inklusiv und wie hoch ist die jährliche Selbstbeteiligung – das ist nur ein kleiner Teil der möglichen Fragen. Deshalb ist es hilfreich, sich zunächst darüber im Klaren zu werden, welche Leistungen und Einschränkungen der bisherige Vertrag enthält und dann dem Versicherer eine Liste zu übermitteln, in der Sie deutlich machen, welche Leistungen Sie unbedingt behalten wollen und welche nicht unbedingt nötig sind. Fragen Sie auch nach geschlossenen Tarifen. Ganz wichtig: Bewahren Sie Ruhe und akzeptieren Sie bloß nicht das erste Angebot Ihrer Versicherung. Wichtig bei langjährig Versicherten: Meiden Sie Unisex-Tarife! Denn wer einmal in einen Unisex-Tarif gewechselt ist, kommt nie wieder in den Bisex-Tarif zurück – und kann im Notfall auch nicht in den Standardtarif (siehe links) wechseln.

Wie geht es nach dem ersten Angebot weiter? 

Seien Sie hartnäckig. Wenn der Versicherer etwa einen höheren Selbstbehalt vorschlägt oder nur unverständliche Unterlagen schickt, bestehen Sie auf Ihrem Recht. Sie können den Anbieter auffordern, Sie bedarfsgerecht zu beraten. Außerdem sollten Sie sich informieren, ob Ihr Versicherer sich dazu verpflichtet hat, die „Leitlinien für einen transparenten und kundenorientierten Tarifwechsel“ des Verbandes der Privaten Krankenversicherung einzuhalten. Wenn ja, nageln Sie Ihren Versicherer darauf fest.

Was steht in diesen Tarifwechsel-Leitlinien? 

Die teilnehmenden Versicherer verpflichten sich dazu, Anfragen ihrer Kunden innerhalb von 15 Werktagen zu beantworten, den Bedarf und die Wünsche detailliert aufzunehmen und auf dieser Grundlage alternative Tarife anzubieten und verständlich darzustellen, in welchen Punkten diese neuen Angebote höhere oder geringere Leistungen vorsehen als der aktuelle Vertrag. Ob Ihr Versicherer sich den Leitlinien verschrieben hat, können sie im Internet überprüfen (http://bit.ly/2ktbees).

Was, wenn der Versicherer eine neue Gesundheitsprüfung ankündigt? 

Auch hier sollten Sie sich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Denn als Versicherter riskieren Sie bei einer solche Gesundheitsprüfung nichts. Denn ein möglicher Risikozuschlag oder gar ein Ausschluss bezieht sich nur auf Mehrleistungen, die ein neuer Tarif bietet. Und bei erfolgreicher Gesundheitsprüfung bekommen Sie sogar einen Tarif mit besseren Leistung. Bei Risikozuschlägen müssen die Versicherer genau erklären, für welche Krankheiten der Zuschlag erhoben wird. Seien Sie auch hier hartnäckig, denn oft kommen Irrtümer zutage oder ein Krankheitsverdacht hat sich zwischenzeitlich als unbegründet herausgestellt.

Was tun, wenn der Versicherer nicht mitspielt? 

Es gibt unterschiedliche Stellen, an denen Sie sich über unkooperative Versicherer beschweren können. Der Ombudsmann Private Kranken- und Pflegeversicherung (Tel.: 0800/2550444) ist die Schlichtungsstelle der privaten Versicherer und vermittelt zwischen Kunden und Unternehmen. Es kann aber auch lohnen, sich bei den Verbraucherzentralen zu beschweren – und das dem Versicherer mitzuteilen.

Wie geht es nach dem Wechsel weiter? 

Nach dem Wechsel ist vor dem Wechsel – denn die Beiträge steigen auch im neuen Tarif weiter. Nach einigen Jahren sollten Versicherte erneut prüfen, ob der Anbieter einen günstigeren Tarif für sie in petto hat.

Letzter Ausweg: Die Sozialtarife

Wenn das Geld knapp wird und auch ein Wechsel des Tarifs nicht mehr weiterhilft, kommen noch die Sozialtarife als letzter Rettungsanker in Betracht. Denn ein Wechsel in die gesetzliche Krankenkasse ist nur in Ausnahmefällen möglich – und dann auch nur bis zum 55. Lebensjahr. Wer älter ist, hat meist kaum mehr die Chance, aus der Privaten herauszukommen. Hierbei bieten die privaten Versicherer zwei unterschiedliche Möglichkeiten an. Für langjährig Versicherte ist der Standardtarif meist die beste Wahl. Was die Leistungen betrifft, ist dieser Tarif mit dem Spektrum der gesetzlichen Krankenkassen vergleichbar. Wer bisher in einem deutlich leistungsstärkeren Tarif versichert war, kann außerdem die Alterungsrückstellungen auflösen und so die Beiträge zum Standardtarif senken.

Krankenkassen: Selbstzahler-Leistungen bringen meist nichts

Finger weg vom Unisex-Tarif!

Im Durchschnitt legen Standardtarif-Versicherte derzeit 285 Euro Beitrag pro Monat auf den Tisch. Die gesetzliche Obergrenze liegt derzeit bei stattlichen 635,10 Euro – allerdings müssen nur 0,7 Prozent der Standardtarif-Versicherten so viel ausgeben. Achtung: Wer sich nach dem 20. Dezember 2012 privat versichert hat oder freiwillig in einen Unisex-Tarif gewechselt ist, kann den Standardtarif nicht mehr in Anspruch nehmen. Also Vorsicht beim Wechsel: Finger weg vom Unisex-Tarif! Die zweite Möglichkeit ist der Basistarif. Er orientiert sich ebenfalls an den Leistungen der gesetzlichen Kassen, ist aber teurer. Deshalb lohnt er sich finanziell fast nur für Menschen, die hilfebedürftig im Sinne des Sozialrechts sind. Bei ihnen übernimmt das Amt die Hälfte der Kosten.

Gesetzlich versichert: Alle Kassen im Vergleich

Für die Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen stellt sich die Situation ungleich übersichtlicher dar als für die privat Versicherten. Bei allen Kassen liegt der Standardbeitrag bei 14,6 Prozent und wird von Arbeitnehmern und Arbeitgebern anteilig übernommen. Den Zusatzbeitrag, derzeit durchschnittlich 1,1 Prozent, muss der Versicherte zahlen. Und hier ist eine Sparmöglichkeit eingebaut, denn der Zusatzbeitrag ist bei den Kassen unterschiedlich hoch. Im Wahljahr 2017 sind die Versicherten von größeren Preisanstiegen verschont geblieben, in Zukunft wird der Zusatzbeitrag aber wohl wieder steigen. Die Leistungen der Kassen sind zu 95 Prozent identisch, allerdings sollte man die Wahl der Kasse nicht allein von der Höhe des Beitrags abhängig machen. Denn die einzelnen Kassen unterscheiden sich nicht nur im Service, sondern auch in kleinen Details. Wer etwa auf bestimmte Leistungen Wert legt, sollte sich vorher informieren, welche Kasse was anbietet.

Die Beiträge der gesetzlichen Kassen

Die Gesamtbeiträge der gesetzlichen Krankenkassen in Bayern. Der allgemeine Beitrag, den sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber teilen, ist auf 14,6 Prozent festgelegtt und eingeforeren. Hinzu kommen die Zusatzbeiträge, die allein am Arbeitnehmer hängen bleiben. Die Tabelle zeigt den gesamten Beitrag.

Marc Kniepkamp

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