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Krankenhausampel bestimmt ab 2. September, welche Corona-Maßnahmen in Bayern gelten – so funktioniert sie

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Von: Juliane Gutmann

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In Bayern gilt ab 2. September eine völlig neue Coronaverordnung. Diese umfasst eine neuartige Krankenhausampel. Die Relevanz von Inzidenzzahlen soll schwinden.

Update vom 31. August 2021, 14.15 Uhr: „Die neue Verordnung hat ein Herzstück. Das Herzstück heißt 3G – und zwar unabhängig von der Inzidenz“, so der bayerische Ministerpräsident Markus Söder über die neue Coronaverordnung, die in Bayern ab dem 2. September greift. Einen Lockdown wird es nicht mehr geben, so der CSU-Chef und fährt fort: „Die Sicherheitsschranke ist allein die Belegung der Krankenhäuser. Wir nennen es die Krankenhausampel“. So wird ab sofort die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz ausschlaggebend für Corona-Beschränkungen sein – der allgemeine Inzidenzwert verliert an Relevanz. Im Rahmen der Krankenhausampel wird es zwei Warnstufen geben: gelb und rot. Erstere greift, wenn innerhalb einer Woche 1.200 Betten landesweit mit Corona-Patienten oder Corona-Intensivpatienten neu belegt werden. Wird Warnstufe gelb ausgerufen, greifen Söder zufolge wieder strengere Corona-Schutzmaßnahmen, etwa das Tragen von FFP2-Masken. Warnstufe rot der Krankenhausampel tritt in Kraft, wenn mehr als 600 Menschen aufgrund einer Corona-Infektion auf einer Intensivstation künstlich beatmet werden müssen.

Maßnahmen, die am 31. August 2021 vom Bayerischen Kabinett beschlossen wurden und seit 2. September in Bayern gültig sind:

Artikel vom 31. August 2021, 12.09 Uhr: Die Krankenhausampel kommt

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hat sich für einen bayerischen Sonderweg ausgesprochen. Im Fokus der neuen Coronaverordnung für den Freistaat soll die Krankhenhausampel stehen. Diese soll die Auslastung von Krankenhäusern anzeigen und die Corona-Inzidenz als alleinigen Richtwert für Corona-Einschränkungen ablösen. Die Neuinfektionsrate und auch der R-Wert (R steht hier für Reproduktionszahl; diese beschreibt, wie viele Menschen eine mit Coronaviren infizierte Person im Mittel ansteckt) würden zwar weiterhin ein Parameter für die Beobachtung der Corona-Situation bleiben, so Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek dem Bayerischen Rundfunk zufolge. Die neue Coronaverordnung soll den beiden Markern jedoch nicht mehr die Bedeutung zukommen lassen wie noch vor einigen Monaten, wie aus den bisher veröffentlichten Informationen hervorgeht.

Möglich sei eine neue Strategie, weil durch die Impfungen sowohl der Schutz des Lebens als auch eine Verhinderung bei der Überlastung des Gesundheitssystems gut erfüllt seien, wird CSU-Chef Söder vom Ärzteblatt zitiert. Als Basis wird die seit Ende August geltende 3G-Regel mit Freiheiten für Geimpfte*, Genesene und Getestete genannt.

Löst Krankenhausampel die Inzidenz als Richtwert ab?

Die Krankenhausampel soll eine wichtige Anpassung an die aktuelle Corona-Situation darstellen. Denn eine hohe Inzidenz sagt nichts über die Gefährlichkeit einer Pandemie aus, wenn Menschen nur an leichten Verläufen erkranken. „Wir werden entsprechende Bettenzahlen definieren“, um die Krankenhausbelastung durch Corona-Patienten zu messen, so Söder dem Ärzteblatt zufolge. Je nach Auslastung der Kliniken und der Zahl der Corona-Erkrankungen mit Langzeitfolgen werde es eine gelbe und rote Warnstufe geben, die mit strengeren Auflagen verbunden sind, heißt es weiter.

Kritiker warnen, dass die Krankenhausampel zu spät greifen könnte, weil sie das Krankheitsgeschehen erst verspätet abbildet – und somit eine Überlastung des Gesundheitssystems möglich macht. Doch es gibt auch viele Stimmen, die sich für die Ampel-Regelung aussprechen, etwa der Pandemiebeauftragte des Klinikums rechts der Isar der Technischen Universität München. Christoph Spinner sieht die Inzidenzzahlen zwar als wichtig an, um einen allgemeinen Blick über die Pandemiesituation zu bekommen. „Auf der anderen Seite spielen aber für uns die Krankenhausbelegungen und -aufnahmen eine sehr viel größere Rolle“, wird er in einer Meldung der Deutschen Presse-Agentur zitiert. Der Münchner Infektiologe plädierte aber auch für eine Mischung aus verschiedenen Werten als Gradmesser für Corona-Maßnahmen: „Es eignen sich die Krankenhausbelegungszahlen sehr gut, man darf aber auch die Intensivzahlen nicht aus dem Auge verlieren“, so Spinner. (jg) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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