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Die neue elektronische Gesundheitskarte mit dem Lichtbild des Versicherten ist ab 1. Januar 2015 Pflicht. Zum Jahreswechsel endet die Übergangsfrist, während der beim Arzt auch noch alte Karten angenommen werden.

Das müssen Sie jetzt wissenb

Aus für die alte Gesundheitskarte

München - Die alte Krankenversicherungskarte hat zum Ende des Jahres endgültig ausgedient. Versicherten, die beim Arzt eine alte Karte ohne Foto vorlegen, droht eine Privatrechnung. Was Versicherte jetzt wissen müssen – ein Überblick.

Immer wieder wurde die Einführung verschoben, die Übergangsfristen wurden verlängert. Nun ist es soweit. Zum Ende des Jahres verliert die alte Krankenversicherungskarte ihre Gültigkeit – und zwar unabhängig vom aufgedruckten Gültigkeitsdatum. Um wie gewohnt behandelt zu werden, müssen Versicherte ab 1. Januar 2015 bei Ärzten und Zahnärzten die neue elektronische Gesundheitskarte (eGK) vorlegen. Auf diese letzte Übergangsfrist haben sich im August die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) und der GKV-Spitzenverband geeinigt. Versicherte, die noch keine eGK haben, wurden in den vergangenen Wochen von ihren Krankenkassen aufgefordert, sich eine neue Karte zuzulegen. „Alle Patienten ohne eGK sollten jetzt möglichst umgehend die neue Karte beantragen, damit sie sie rechtzeitig zum neuen Jahr zur Verfügung haben“, schreibt etwa die AOK Bayern.

Dabei ist ein Großteil der Versicherten in Deutschland bereits seit Jahren im Besitz einer eGK. Die Chipkarten werden seit Oktober 2011 bundesweit ausgegeben. Im vergangenen Sommer hieß es beim GKV-Spitzenverband, 97 Prozent der Versicherten seien mit der neuen Karte ausgestattet. „Faktisch können wir inzwischen wohl von einer Vollausstattung ausgehen“, heißt es mittlerweile. Die AOK Bayern geht davon aus, dass 98 Prozent ihrer Versicherten die neue Karte im Geldbeutel haben.

Einige tausend der rund 67 Millionen gesetzlich Versicherten in Deutschland dürften allerdings immer noch ohne sein. Die Gründe dafür sind vielfältig: Manche haben Angst vor Datenmissbrauch, andere Probleme mit dem Foto auf der Karte, das künftig Missbrauch vorbeugen soll.

Doch was bedeutet die Umstellung für Versicherte, die im kommenden Jahr keine elektronische Gesundheitskarte beim Arzt dabeihaben? „Selbstverständlich haben Versicherte ab dem 1. Januar 2015 auch dann das Recht behandelt zu werden, wenn sie keine elektronische Gesundheitskarte beim Arzt vorlegen“, so der GKV-Spitzenverband. Das Prozedere des Versicherungsnachweises und die Abrechnung beim Arzt seien dadurch aber erschwert. Für alle ohne eGK gelten in der Arztpraxis künftig folgende Regeln: Versicherte müssen innerhalb von zehn Tagen nach der Behandlung eine gültige eGK vorlegen oder eine Bescheinigung der Krankenkasse über den bestehenden Leistungsanspruch zum Zeitpunkt der Behandlung. Andernfalls stellt der Arzt eine Privatrechnung aus. Wenn der Versicherte dann bis zum Ende des Quartals eine gültige eGK oder einen Nachweis nachreicht, wird die Privatrechnung vom Arzt zurückerstattet.

Eine Ausnahme gilt bei Zahnärzten: Hier können nur innerhalb von zehn Tagen eGK oder Anspruchsnachweis nachgereicht werden – nicht bis Ende des Quartals.

An der neuen Karte mit Foto führt also kein Weg vorbei, auch wenn Kritiker das anders sehen. Ein Versicherter aus Hessen etwa hatte gegen die Fotopflicht und den eingebauten Speicherchip geklagt – erfolglos. Erst in der vergangenen Woche entschied das Bundessozialgericht in Kassel, dass die elektronische Gesundheitskarte nicht gegen das Recht der Bürger auf den Schutz der persönlichen Daten verstößt (B 1 KR 35/13 R).

Gespeichert werden auf der eGK zunächst lediglich die so genannten Versichertenstammdaten wie Name, Anschrift, Geburtsdatum und die Krankenkasse des Versicherten. Ebenso ist vermerkt, ob der Versicherte selbst zahlendes Mitglied oder familienversichert ist. „All das sind Daten, die bereits auf der alten Krankenversichertenkarte hinterlegt waren“, erklärt der GKV-Spitzenverband.

Technisch kann die Karte allerdings viel mehr – sie könnte künftig zum Beispiel den Organspendeausweis ersetzen, auf ihr könnten elektronische Rezepte, Notfalldaten und die Patientenakte gespeichert sein. „Die für die Zukunft geplanten Anwendungen werden absolut freiwillig sein. Wenn diese Funktionen in einigen Jahren zur Verfügung stehen, wird also alleine der Versicherte bestimmen, ob und welche medizinischen Daten mit der Karte gespeichert werden sollen. Ohne seine Einwilligung wird auch niemand auf vertrauliche Daten zugreifen können“, versichert der GKV-Spitzenverband. Patientendaten dürften ausschließlich verschlüsselt übermittelt werden. Grundsätzlich sei das Sicherheitsniveau der elektronischen Gesundheitskarte sehr viel höher als bei der alten Krankenversichertenkarte.

Wer noch keine elektronische Gesundheitskarte hat, wendet sich an seine Krankenkasse. Dort gibt es entsprechende Formulare. Das notwendige Foto kann meist per Post eingeschickt oder online hochgeladen hat.

Manuela Dollinger

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