Viele Menschen haben während der Coronavirus-Pandemie wichtige Untersuchungen verstreichen lassen.
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Viele Menschen haben während der Coronavirus-Pandemie wichtige Untersuchungen verstreichen lassen.

Untersuchungen wahrnehmen

Ärzte fürchten diese Folge der Coronavirus-Pandemie – und was Sie dagegen tun können 

  • Juliane Gutmann
    vonJuliane Gutmann
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Die Coronavirus-Pandemie nimmt kein Ende und immer neue Folgen werden bekannt. Hinsichtlich der Diagnose anderer Krankheiten warnen Ärzte vor fatalen Effekten.

  • Seit Ausbruch des Coronavirus hat sich der Alltag enorm verändert: An Ausgangsbeschränkungen, Abstandsregeln und Mundschutz-Pflicht in Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln haben sich die meisten zwar bereits gewöhnt, aber der Wunsch nach Normalität wird bei vielen Bürgern immer größer.
  • Aus Angst vor einer Coronavirus-Infektion wurden viele Arzttermine in den letzten Wochen abgesagt.
  • Doch vor allem in Hinblick auf bestimmte Untersuchungen könnte das lebensgefährliche Folgen haben.

Im Rahmen der Coronavirus-Ausgangsbeschränkungen herrschte die Empfehlung, nur in dringenden Fällen das Haus zu verlassen. Etwa um Einkäufe zu erledigen oder Arztbesuche wahrzunehmen. Doch aus Unsicherheit und Angst vor Ansteckung* blieben die meisten Menschen den Arztpraxen fern - auch Krebsfrüherkennungsuntersuchungen wurden vermehrt abgesagt. Ärzte fürchten, dass daraus verheerende Folgen resultieren könnten.

Krebsfrüherkennung: Deshalb sollten Sie den Arzttermin nie ausfallen lassen

So gilt bei allen Krebsarten: Je früher ein bösartiger Tumor erkannt wird, desto besser die Heilungschancen. Im fortgeschrittenen Stadium dagegen steigt das Risiko, dass Therapien nicht den gewünschten Effekt erzielen. Egal ob Hautkrebs*, Prostatakrebs* oder Gebärmutterhalskrebs: Krebsfrühstadien kann der Laie in der Regel nicht erkennen, weshalb das Bundesgesundheitsministerium den regelmäßigen Besuch beim Facharzt zur Krebsfrüherkennung empfiehlt.

Das Tückische: Krebs kann sich innerhalb weniger Wochen schnell weiter entwickeln und vom gut behandelbaren Anfangsstadium in ein fortgeschrittenes Stadium übergehen. Mediziner unterschieden Die Stadien I bis IV, wobei sich in letzterem Metastasen im ganzen Körper gebildet haben und auch die Zellen befallen sind. Prof. Christian Wittekind, Experte für Tumor-Stadien aus Leipzig, erklärt im Bild-Interview: "Stadium I und Stadium II sind in der Regel gut behandelbar. Stadium IV ist bis auf wenige Ausnahmen nicht heilbar".

Lesen Sie auch: Sollte jeder wissen: Diese Ursache steckt hinter vier häufigen Krebserkrankungen.

"Wir werden am Ende wahrscheinlich mehr Tote haben"

Am Beispiel Hautkrebs* wird deutlich, wie wichtig die regelmäßige Kontrolle beim Arzt ist: "Ab etwa einem Millimeter Gesamt-Tumordicke kann er verstärkt streuen und damit über die Blut- oder die Lymphbahnen andere Hautstellen, Lymphknoten oder Organe befallen. Ein Stadium-Shift von Stadium I zu II kann binnen weniger Wochen passieren und die Heilungschancen deutlich verschlechtern", zitiert die Bild Dermatologin Dr. Yael Adler aus Berlin.

Einige Ärzte befürchten, dass die Coronavirus-Pandemie zu spät einsetzende Behandlungen zur Folge hat: "Wir werden am Ende wahrscheinlich mehr Tote haben, weil Menschen ihre Therapien verzögert haben", warnt Prof. Volker Ragosch vom Asklepios-Klinikum Hamburg-Altona. Der dringliche Appell vieler Mediziner: Nehmen Sie unbedingt Früherkennungsuntersuchungen wahr

Weiterlesen: Starken Juckreiz besser nicht als harmlos abtun: Diese Krankheit kann dahinter stecken.

jg

Achtung: Diese vier Erreger können Krebs auslösen

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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