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Gewürze wie Kurkuma und Chili spielen in der indischen Küche eine sehr wichtige Rolle.

Studie

Indisches Gewürz hilft gegen Prostatakrebs

Kurkuma oder Gelbwurz wird in Curry verwendet. In Indien ist die Pflanze wegen ihrer heilenden Wirkung sogar heilig. Nun konnten Forscher erneut die Kraft der Pflanze bei Krebserkrankungen belegen.

Der Pflanzenstoff Curcumin könnte bei der Behandlung von Prostata- und Brustkrebs künftig eine wichtige therapeutische Rolle spielen. Offensichtlich hemmt das Extrakt aus der Gelbwurzel das Tumoren-Wachstum selbst und dämmt darüber hinaus noch deren Streuung ein. Das berichten Forscher der Ludwig-Maximilians-Universität München in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift „Carcinogenesis“. Im Mausmodell sei die Wirkung signifikant nachgewiesen worden. Als nächstes müsse die Substanz klinische Tests an Patienten mit therapieresistentem Prostatakrebs durchlaufen.

Die Gelbwurzel ist seit Jahrhunderten als Heilmittel bekannt - Curcumin kommt als Curry-Gewürz in der Küche zum Einsatz. Das Prostatakarzinom ist eine der häufigsten Krebsarten, wird aber oft erst erkannt, wenn sich schon weitere Tumoren in anderen Organen gebildet haben. Drei Prozent der Patienten sterben daran. Die Münchner Forscher um Beatrice Bachmeier wiesen jetzt nach, dass Curcumin spezielle an der Metastasenbidung beteiligte Proteine gezielt entschärft. Die Entstehung von Tochtergeschwulsten in der Lunge der Testmäuse sei sowohl beim Mamma- als auch beim Prostatakarzinom statistisch signifikant gehemmt gewesen, heißt es.

„Das bedeutet aber nicht, dass diese Substanz die gängigen Therapiestrategien ersetzen sollte“, sagt Bachmeier. Die Wissenschaftlerin schließt aus ihren Ergebnissen, dass sich Curcumin vor allem zur Vorbeugung eignen könnte: „Dabei ist uns die gute Verträglichkeit sehr wichtig, weil wir die Einnahme dann auch einer gesunden Bevölkerungsgruppe mit erhöhtem Risiko empfehlen möchten.“

dpa

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