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ABC der Laborwerte: Das steckt in unserem Blut

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Unser Blut setzt sich aus vielen Stoffen zusammen, die so einiges über uns verraten.
Unser Blut setzt sich aus vielen Stoffen zusammen, die so einiges über uns verraten. © dpa

Kleines Blutbild? Großes Blutbild? Viele Patienten kennen diese Ausdrücke, wissen aber nicht so genau, was dahinter steckt – und geraten in Panik, wenn mal ein Wert zu hoch erscheint. Dabei gibt es dafür oft keinen Grund. Hier finden Sie die wichtigsten Fakten.

Wenn Ärzte über das große Blutbild reden, sagt Hausarzt Dr. Sebastian Brechenmacher, „dann meinen sie meist etwas ganz anderes als das, was ihre Patienten darunter verstehen“. Das große Blutbild sei nämlich vor allem eines: ein großes Missverständnis. Denn: Anders als oft angenommen, gibt es keine Auskunft über Eisen-, Cholesterin- und Magnesium-Werte, auch keine zu inneren Organen. Nein. Das große Blutbild enthält nur Informationen über das, was bereits im Namen steckt: das Blut. Genauer: die Zellen im Blut.

Verbreitet ist auch der Irrtum, ein großes Blutbild könne „einfach so“ angefertigt werden, um Aussagen über den aktuellen Gesundheitszustand treffen zu können. „Eine Interpretation des Tests ist vor allem in Hinblick auf bestimmte Symptome sinnvoll“, erklärt Brechenmacher. Erst die geben Anhaltspunkte darüber, worauf im großen Blutbild überhaupt geachtet werden sollte. „Ein Blutwert, der entweder leicht zu niedrig oder leicht zu hoch ist, hat noch lange nichts zu bedeuten.“ Die Werte seien erst dann wichtig, wenn der Patient auf eine bestimmte Krankheit untersucht werde.

Genau das sei dem Gros der Patienten aber nicht bewusst. Ein hoher Wert hier, ein niedriger dort, schon ist die Panik groß. „Dabei gibt es eine Reihe von Leuten, die dauerhaft erhöhte Werte in ihrem Blutbild aufweisen. Dass ihnen das schadet, heißt das noch lange nicht.“ Entsprechend bedürfe es jeder Menge Wissen und Erfahrung, ehe das Blutbild richtig interpretiert werden könne. Ein Überblick der wichtigsten Blutwerte und ihrer Funktionen:

Das kleine Blutbild

Das kleine Blutbild erlaubt einen eher allgemeinen Blick auf die Zusammensetzung des Blutes, die folgendermaßen aussieht:

Das große Blutbild

Das große Blutbild schlüsselt die weißen Blutkörperchen genauer auf. Ärzte sprechen hier von einem „Differenzialblutbild“:

Alle Arten von weißen Blutkörperchen sind in der Gefahrenabwehr tätig – meist deuten veränderte Werte auf Infektionen hin. Allerdings können sie je nach Symptomen auch Hinweise auf andere Krankheiten geben. Brechenmacher sagt: „Die Erkrankungen sind so unterschiedlich und zahlreich, dass im entsprechenden Fall nur der Arzt am besten Auskunft geben kann.“

So sieht ein gesundes Blutbild aus *

MännerFrauen
Erythrozyten(Abk. RBC oder ERY)4,5 – 5,9 Mio./μl4,5 – 5,9 Mio./μl
Leukozyten(Abk. WBC oder LEUC)4.000 – 10.000/μl4.000 – 10.000/μl
Thrombozyten (Abk. PLT oder THRO)140.000 – 360.000150.000 – 360.000
HämoglobinAbk. HGB oder HG)13,5 – 17,5 g/dl12 – 16 g/dl
Hämatokrit(Abk. HCT oder HKT)40 – 53 %36 – 48 %
Stabkernige Granulozyten150 – 400/μl, 3 – 5 % der weißen Blutkörperchen
Segmentkernige Granulozyten 1.700 – 7.200/μl, 41 – 75 % der weißen Blutkörperchen
Eosinophile Granulozyten30 – 410/μl, bis zu 7 % der weißen Blutkörperchen
Basophile Granulozyten10 – 70/μl, bis zu 1% der weißen Blutkörperchen
Lymphozyten1.000 – 2.900/μl, 17 – 47 % der weißen Blutkörperchen
Monozyten200 – 800/μl, 4 – 13% der weißen Blutkörperchen

 * Die Norm-Werte können von Labor zu Labor stark variieren. Abweichungen gehen nicht zwingend mit einer Erkrankung einher.

Von Julius Heinrichs

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