"Ländle"-Bewohner leben am längsten

Stuttgart - Deutschlandweit ist die Lebenserwartung der Menschen nach wie vor ist in Baden-Württemberg am höchsten.

Diese liegt um neun bis zehn Jahre höher als Anfang der 70er Jahre, wie das Statistische Landesamt am Donnerstag in Stuttgart mitteilte. Ein neugeborener Junge kann heute auf eine durchschnittliche Lebenserwartung von 78,9 Jahren hoffen, ein Mädchen sogar auf 83,5 Jahre.

Vor 40 Jahren betrug die durchschnittliche Lebenserwartung in Baden-Württemberg bei der Geburt 68,5 Jahre für Jungen und 74,5 Jahre für Mädchen. Seit Mitte der 90er-Jahre hat sich der Unterschied bei der Lebenserwartung zwischen Frauen und Männern verringert: Damals lebten die Frauen im Schnitt 6,4 Jahre länger als Männer, derzeit noch 4,6 Jahre.

Die stetig steigende Lebenserwartung ist vor allem auf die deutlich verringerte Säuglingssterblichkeit zurückzuführen. Anfang der 70er-Jahre starben etwa 20 von jeweils 1.000 lebend Geborenen im ersten Lebensjahr, gegenwärtig sind es nur etwa drei von 1.000 Neugeborenen. Lebensverlängernd wirken sich die verbesserte gesundheitliche Vorsorge und Gesundheitsversorgung aus. Wie die Statistiker berichten, können 75-jährige Männer heute eine weitere Lebensdauer von durchschnittlich elf Jahren erwarten; Anfang der 70er-Jahre waren es lediglich etwa sieben Jahre. Bei den 75-jährigen Frauen sind es derzeit sogar 13 Jahre, 1970/72 waren es dagegen nur etwas mehr als acht Jahre.

Baden-Württemberg hat seit Beginn der 70er-Jahre im bundesweiten Vergleich regelmäßig die höchste Lebenserwartung Neugeborener. Bei der männlichen Bevölkerung weisen Hessen und Bayern nach Baden-Württemberg die höchste Lebenserwartung auf, bei den neugeborenen Mädchen belegt Sachsen hinter dem Südwesten den zweiten Platz. Am Ende der Skala befinden sich bei den Männern die Länder Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Bei den Frauen hat das Saarland und Sachsen-Anhalt die geringste Lebenserwartung. Auffällig ist, dass die Spannweite der Länderunterschiede bei den Männern mit 3,4 Jahren deutlich größer als bei den Frauen ausfällt (1,9 Jahre).

Die höhere Lebenserwartung der Frauen ist teilweise genetisch bedingt, sie ernähren sich aber auch im Schnitt gesünder als Männer und setzen sich im Alltag weniger Gefahren aus, verüben deutlich seltener Suizid und nehmen häufiger Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch.

dapd

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