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Gekonnter Handgriff: Der Orthopäde Dr. Marc Jungermann behandelt eine Patientin gegen quälende Rückenschmerzen.

Die Last des Rückens

Unseren Rücken spüren wir erst, wenn er wehtut. Die gute Nachricht: In 98 Prozent der Fälle sind Rückenschmerzen heilbar. „Der Schmerz ist ein Warnsignal, zumeist aber harmlos“, erklärt der Orthopäde Dr. Marc Jungermann. Oft seien es nur Muskelverspannungen, die wieder vergehen.

Häufigste Auslöser für Rückenschmerzen seien Über- und Fehlbelastungen. Einige Patienten kommen im Frühjahr mit Beschwerden in die Praxis, wenn sie nach einem langen Winter den ganzen Tag im Garten gearbeitet haben. Auch durch einseitige Belastungen wie langes Sitzen oder Stehen, Arbeiten in gebeugter Haltung sowie Bewegungsmangel und eine schwache Rumpfmuskulatur treten Rückenschmerzen auf. Wer etwa eine Kiste Wasser mit gebeugtem Rücken hebt, kann einen Hexenschuss, also eine Blockierung in der Wirbelsäule bekommen, sagt der Arzt.

Bewegung trotz Schmerzen

Bei Schmerzen helfe meist Bettruhe. Die Beine im 90-Grad-Winkel hochzulegen entlaste die Wirbelsäule. „Bewegung schadet nicht, auch wenn es noch weh tut“, erklärt der Facharzt. Blockaden sollen aber nicht mit Gewalt gelöst werden. Wärmebehandlung entspanne die Muskulatur, leichte Schmerzmittel, Sport- und Wärmesalben lindern die Beschwerden. Physiotherapie und Krankengymnastik lösen meist die Blockade eines betroffenen Gelenks und eine Muskelverspannung.

Spritzen gegen Beschwerden

Neue Serie: Rückenschmerzen - das kann helfen

Bleiben die Beschwerden trotz Therapie bestehen, können Spritzen an Wirbelgelenke und Nervenwurzeln helfen. Dauern Rückenbeschwerden lange an, kommen Röntgen oder Kernspintomographie zum Einsatz. Symptome wie Kribbeln an den Gliedmaßen, Reflexausfälle, Kraftverlust und Lähmungen ließen auf Bandscheibenvorfälle schließen. Aber nicht jeder Bandscheibenvorfall verursache Rückenschmerzen, manche würden auch zufällig entdeckt. Bei Symptomen wie Gehstörungen, Lähmungen und Inkontinenz hilft nur eine OP. Bei chronischen Schmerzen kommt die stationäre Therapie zum Einsatz, die sowohl Ursachen wie Veränderungen an der Wirbelsäule, als auch psychosoziale Gründe wie Stress, Angst und Depressionen berücksichtigt. Wer seelisch krank ist, empfindet Schmerzen noch intensiver. Bei nur zwei Prozent aller Beschwerden liegt eine ernsthafte Erkrankung zu Grunde, ergänzt Dr. Jungermann.

Schmerzen gezielt vorbeugen

Wer im Alltag auf den Rücken achtet, beugt Schmerzen vor: Schwere Dinge immer mit gebeugten Knien und geradem Rücken heben. Bewegung und Sport sollten in den Alltag integriert sein, um die Muskeln zu trainieren. Eine gute Bauch- und Rückenmuskulatur stützt den Rücken wie ein Korsett. Um spezielle Übungen für den Rücken zu erlernen, eignen sich Rückenkurse. Gezielte Übungen im Fitnessstudio und Sport wie Schwimmen und Callanetics stärken die Rückenmuskeln. (yma)

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