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Körperliche Veränderungen

Das Leben und das Altern bejahen

Dass Altwerden nichts für Feiglinge ist, dürfte klar sein. Und dass zwar jeder alt werden möchte, doch keiner alt sein will, wird wohl auch auf die meisten zutreffen.

Die ersten Veränderungen

Am frühesten und deutlichsten lässt sich das Altern anhand der Blutgefäße feststellen. Denn es gilt: Der Mensch ist so alt wie seine Gefäße! Von ihrem Zustand lassen sich konkrete und sichere Rückschlüsse ziehen, wie hoch das biologische Alter im Vergleich zum chronologischen Alter eines Menschen ist. Der Verlust der Geschmeidigkeit der Gefäße beginnt bereits mit 20 Jahren. Diese schleichende und irreversible Verhärtung ist die erste körperlich feststellbare Veränderung im Rahmen des Älterwerdens. Mit fortschreitendem Alter werden die Blutgefäße immer starrer und spröder – sie verlieren zunehmend ihre Fähigkeit, sich unterschiedlichen Blutdruck-Belastungen anzupassen. Man spricht von Arteriosklerose.

Dafür verantwortlich ist – wie für alle im Körper zu beobachtenden Austrocknungsprozesse auch – die im Altern schwindende Zahl jener Zellen, welche die für die Wasserbindung erforderliche Hyaluronsäure produzieren. Hinzu kommt, dass sich mit der Zeit und vor allem bei ungesundem Lebenswandel die Schlagadern durch Ablagerungen von Cholesterin (Lipoproteine), Fettsäuren, komplexen Kohlenhydraten, Blutbestandteilen und Kalk, aber auch Bindegewebe zusetzen – die umgangssprachlich genannte Arterienverkalkung (Atheromatose) schreitet voran. Die Folgeerscheinungen solcher Gefäßveränderungen sind in der westlichen Welt mit beispielsweise Herzinfarkt oder Schlaganfall die häufigsten Todesursachen. Allgemein lässt sich feststellen, dass mit dem Fortschreiten des Alterns auch die Leistungsfähigkeit der meisten Organe und andere Körperfunktionen nach der Vitalitätsspitze in den 20er-Jahren allmählich nachlassen.

Das geschieht im

• sensorischen Bereich: Sehen, Hören, Tasten, Riechen und Schmecken

• körperlichen Bereich: Muskeln, Beweglichkeit, Ausdauer, Schnelligkeit

• kognitiven Bereich: Aufnahmevermögen, Reaktion, Koordination, Problemlösungen

Doch wenn man deutlich aufgezeigt bekommt, wie sehr Körper und Geist im Laufe der Zeit nachlassen, ist das schon ganz schön schwer verdauliche Kost. Deshalb sei an dieser Stelle noch einmal betont, dass das Altern von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich verläuft. Das zeigt sich daran, dass das biologische Alter gleichaltriger Personen stark schwanken kann. Ein 40-Jähriger beispielsweise kann sich biologisch gesehen bis zu 15 Jahre jünger oder älter ausweisen – abhängig davon, wie er auf sich achtet oder geachtet hat. Ganz zu schweigen vom äußeren Eindruck. Während manche Menschen nicht nur älter aussehen, sondern auch älter wirken, als sie sind, hat man bei anderen den Eindruck, sie altern überhaupt nicht oder nur extrem langsam. Konkret lässt sich das an verschiedenen Parametern messen. In einer entsprechenden Langzeiterhebung analysierten neuseeländische Forscher an über 1000 Menschen 18 sogenannte Biomarker. Zum Beispiel: Leberwerte, Immunsystem, Cholesterin, Herzfunktion, Zahngesundheit oder Zustand der Blutgefäße hinter den Augen (sie geben Aufschluss über den Zustand der Blutgefäße im Gehirn). Besonders aufschlussreich war auch die Untersuchung der Chromosomen-Enden, die sich im Alter verkürzen .Aus aktuell ermittelten Werten berechneten die Forscher das jeweilige biologische Alter der Studienteilnehmer und verglichen es mit früheren Ergebnissen. Es zeigte sich, dass der Großteil tatsächlich alle zwölf Monate um ein biologisches Jahr gealtert war. Einige aber sind im gleichen Zeitraum messbar um drei Jahre gealtert, andere wiederum gar nicht; sie erwiesen sich im Vergleich zu ihren tatsächlichen Lebensjahren als jünger.

Kriterien für das biologische Alter

Anhand sogenannter Testbatterien quantifizieren Gerontologen das biologische Alter eines Menschen.

Die Tests umfassen die Messung von

• Blutdruck

• Vitalkapazität

• Pulsfrequenz vor und nach Belastung

• Sauerstoffgehalt des Bluts

• Handkraft

• Gelenkbeweglichkeit

• Zustand der Zähne

• Hör- und Sehvermögen

Zudem werden psychische Parameter wie Reaktion, Konzentration, Koordination und Gedächtnis analysiert. Dass sich das biologische Altwerden verlangsamen lässt, ist nach all den wenig erfreulichen Einblicken in den insgesamt unausweichlichen Alterungsprozess des menschlichen Körpers eine wirklich gute Nachricht. Verlangsamen lässt es sich allerdings "nur" bis ins hohe Alter von 85 Jahren – was danach geschieht, so die Gerontologen, ist eher genetisch bedingt. Doch bis dahin kann jeder durch seine individuelle Lebensweise Einfluss auf den Alternsgang und damit auf sein biologisches Alter nehmen. Sie können Ihr individuelles Altern also durch einen ungesunden Lebensstil beschleunigen oder aber mit einem aktiven und förderlichen Lebensstil verlangsamen. Eine weitere gute Nachricht zum Thema Älterwerden ergibt sich aus der Studie einer Berliner Forschungsgemeinschaft: "Das Alter wird jünger. Die heute 75-Jährigen sind im Durchschnitt geistig erheblich fitter als die 75-Jährigen vor 20 Jahren. Zugleich zeichnet sich die Generation der heute 75-Jährigen durch höheres Wohlbefinden aus und ist insgesamt zufriedener mit ihrem Leben." Dazu tragen, so vermuten die Forscher, auch die bessere körperliche Fitness und die damit verbundene höhere Selbstständigkeit im Alter bei. Der Psychologe Prof. Ernst Pöppel ergänzt: "Die beste Therapie ist, aktiv zu bleiben und jeden Tag zu üben. Wer sein Geschick in die Hand nimmt und sich nicht gehen lässt, für den ist das Alter keine Bürde, sondern ein Vorteil. Denn dann haben ältere Menschen eine ganze Lebensphase vor sich, in der sie fit und zufrieden sind, aber nicht mehr arbeiten müssen."

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Quelle: „So senken Sie Ihr biologisches Alter“

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