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Durch den Stich von Sandmücken kann die Infektionskrankheit Leishmaniose übertragen werden.

Aus den Tropen

Leishmaniose: Sandmücke erstmals in Hessen

Sie ist nur wenige Millimeter groß, aber eine Gefahr für Mensch und Tier: die Sandmücke. Nun ist diese Mücken-Art in Hessen gefunden worden. Der Fund ist der bisher nördlichste weltweit.

Sandmücken, potenzielle Überträger der gefährlichen Krankheit Leishmaniose, dringen weiter nach Norden vor. „Wir haben nun erstmals eine Sandmücken-Art innerhalb Hessens entdeckt“, wurde Sven Klimpel vom Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F) am Montag in einer Mitteilung des Zentrums zitiert. Noch nie sei diese Art so weit nördlich gefunden worden.

„Es handelt sich um die Sandmücken-Art Phlebotomus mascittii“, sagte Klimpel. Das Tier wurde demnach bei einem bundesweiten Mückenmonitoring nahe Gießen rund 500 Meter entfernt von bewohnten Häusern gefunden. Es sei zwar noch nicht eindeutig bewiesen, dass die Art Infektionskrankheiten übertrage, „aber die Vermutung liegt nahe, dass sie es kann“.

Tropenkrankheit Leishmaniose

Leishmaniose ist in den Tropen verbreitet, kommt aber auch im Mittelmeerraum vor. Wegen der Ausbreitung der Sandmücken nach Norden gibt es inzwischen auch in Deutschland Fälle bei Tieren und vereinzelt auch bei Menschen. Die Erkrankung wird von Einzellern (Protozoa) verursacht und kann über den Speichel blutsaugender Insekten übertragen werden. Die Erreger können Hautgeschwüre verursachen, den Nasen- Rachenbereich befallen oder schwere Leber-, Milz- oder Knochenmarksschäden verursachen.

Das BiK-F gehört zu der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und der Frankfurter Goethe-Universität.

dpa

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