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Weiße Blutkörperchen machen Krankheitserreger unschädlich. Wenn der Körper vermehrt Leukozyten bildet, kann das zum Beispiel auf einen bakteriellen Infekt hindeuten.

Leukozyten, CRP und Blutsenkung

Entzündungswerte als Frühwarnsystem

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Leukozyten, CRP und Blutsenkung sind heute Teil der großen tz-Serie über Befunde. Erfahren Sie hier mehr über Erregertypen.

Starkes Schniefen und heftiger Husten, Halsschmerzen und eventuell noch Fieber dazu – wenn Sie sich so zum Arzt schleppen, dann wird er Sie wahrscheinlich erstmal untersuchen und Ihnen dann Blut abnehmen. Der Diagnose-Plan: Er will im Labor die sogenannten Entzündungswerte bestimmen lassen, um herauszufinden, an welcher Art von Infekt Sie leiden.

Bakterien oder Viren?

Mediziner kennen eine Vielzahl von Möglichkeiten – aber bei Erkältungskrankheiten geht es in der Regel um drei wesentliche Unterscheidungsmerkmale: Entweder machen Ihnen Bakterien zu schaffen oder Viren. Und im dritten Fall sogar beide Erregertypen – dann nämlich, wenn sich nach einem viralen Infekt auch noch Bakterien breitgemacht haben. „Das nennt man dann eine Superinfektion“, erklärt der erfahrene Münchner Internist und tz-Gesundheitsexperte Dr. Karlheinz Zeilberger. „Und die kann sehr gefährlich werden.“

Diese Blutwerte interessieren den Hausarzt

Bei der Blutuntersuchung interessiert sich der Hausarzt normalerweise zunächst für zwei bis drei Werte:

  • für die Gesamtzahl der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und ihre Unterarten
  • für die Menge des C-reaktiven Proteins (CRP)
  • und in manchen Fällen für die Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG).

In unserer großen tz-Gesundheitsserie über Blutwerte und häufige Befunde erklären wir heute, was diese Mess­ergebnisse dem Arzt verraten – und in welchen Fällen er möglicherweise noch weitere Untersuchungen vornehmen wird.

Heute geht’s um Leukozyten, CRP und Blutsenkung

Die weißen Blutkörperchen – in der Fachsprache Leukozyten genannt: Sie bilden eine Art Verteidigungsarmee des Körpers. Diese Millionen von Abwehrzellen werden im Knochenmark gebildet. „Mit dem Blut gelangen sie in alle Teile des Körpers und machen dort Krankheitserreger unschädlich“, erklärt Dr. Zeilberger. „Wenn ihre Zahl erhöht ist, dann kann das auf eine Infektion oder Entzündung hindeuten.“

Weitere Informationen gewinnt der Arzt durch ein so genanntes Differenzialblutbild. Dabei werden die verschiedenen Untergruppen der weißen Blutkörperchen bestimmt. Diese nehmen im Körper verschiedene Aufgaben wahr. „Bei bakteriellen Infekten sind beispielsweise die Granulozyten erhöht“, sagt Dr. Zeilberger. „Dann wäre der Einsatz eines Antibiotikums sinnvoll.“

Gegen Viren würde ein Antibiotikum nicht wirken – und leider liefert auch die Gesamtzahl der Leukozyten nicht unbedingt einen Hinweis beispielsweise auf eine Infuenza. „Bei vielen Patienten mit einer echten Grippe bewegen sich die Werte im unteren Normalbereich, teilweise sogar darunter“, berichtet der Internist.

Leukozyten

Allerdings können die Leukozyten wichtige Hinweise auf eine Erkrankung liefern, auch wenn der Patient an keinem erkennbaren grippalen Infekt leidet. Dr. Zeilberger: „Mögliche Ursachen von erhöhten Werten können unter anderem Leukämie und Autoimmunerkrankungen sein, bei denen der Körper eigene Zellen und Gewebe angreift. Wurminfektionen und allergische Reaktionen sind ebenfalls denkbar. Manchmal werden auch bei Rauchern oder bei Patienten, die bestimmte Medikamente regelmäßig einnehmen, erhöhte Leukozytenwerte gemessen.“

Wenn die Gesamtzahl der Leukozyten zu niedrig ist, könnten ebenso wie bei erhöhten Werten verschiedene Autoimmun- oder Krebserkrankungen, eventuell auch Erkrankungen des Knochenmarks dahinterstecken. Es gibt allerdings auch bestimmte Schmerzmittel und Rheuma-Medikamente, die die Leukozyten-Konzentration eindämmen. Die Normalwerte: Die Untergrenze liegt bei 3800 pro Mikroliter Blut, die Obergrenze bei 10 500 pro Mikroliter.

Das C-reaktive Protein (CRP)

CRP ist ein Eiweiß, das als Reaktion von Entzündungen in der Leber gebildet wird. Der Wert steigt bereits binnen Stunden an und dient dem Arzt somit als eine Art Frühwarnsystem – vor allem bei bakteriellen Entzündungen.

Der CRP-Wert kann aber nicht nur in Folge von akuten Infektionen wie einer Lungenentzündung nach oben schnellen, sondern auch wegen Gewebeschäden sowie wegen chronischen Entzündungen, beispielsweise rheumatische Erkrankungen oder Tumoren.

Zwar kann man anhand des CRP-Werts nicht die Art der Krankheit ergründen, wohl aber deren Schwere. „Je höher das CRP, desto heftiger setzt die Erkrankung dem Körper zu und desto mehr Gewebe ist betroffen“, erläutert Dr. Zeilberger. Als normal gilt ein CRP-Wert bis 5 mg/l Blutserum. Werte bis 50 mg/l sprechen für eine leichtere Entzündung, Werte über 100 mg/l für eine schwere.

Die Blutsenkungsschwindigkeit (BSG)

Der seit langem bewährte BSG-Wert liefert ebenso wie der CRP-Wert Hinweise auf eine Entzündung und deren Verlaufsbeobachtung. „Er hat allerdings den Nachteil, dass er sich frühestens einen Tag nach der Infektion verändert und sich bei fünf Prozent der erhöhten Werte keine krankhafte Ursache finden lässt“, so Dr. Zeilberger. Bei der Bestimmung wird in einem Teströhrchen ermittelt, wie lange es dauert, bis sich die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) am Boden absetzen. Der Hintergrund: „Bei verschiedenen Krankheiten senken sich die Erythrozyten im Blut langsamer oder schneller ab“, erklärt Dr. Zeilberger.

„Gemessen wird die Höhe im Teströhrchen, um die sich die Erythrozyten nach einer Stunde am Boden des Reagenzglases abgesetzt haben“, berichtet der Internist weiter. Als Normalwerte gelten für Männer bis 50 Jahre unter 15 mm, für Männer über 50 unter 20 mm, für Frauen bis 50 Jahre unter 20 mm und für Frauen über 50 unter 30 mm.

Neben Entzündungen kann der BSG-Wert auch bei Autoimmun­erkrankungen, bei manchen Krebserkrankungen, insbesondere mit Metastasen, bei Blutarmut sowie in der Schwangerschaft erhöht sein.

Andreas Beez

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