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Das passende Glas: Stefan Domagalski mit einer modernen Kameralupe.

Geringe Sehkraft

Wenn herkömmliche Brillen oder Kontaktlinsen nicht mehr helfen, sind zusätzliche Sehhilfen notwendig. Eine besondere Leselupe unterstützet Menschen mit einer Restsehleistung unter dreißig Prozent.

Die Veränderungen passieren schleichend, doch irgendwann sind sie nicht mehr zu verkennen. Dann sieht man auch mit der vormals so gut angepassten Brille nicht mehr gut. Ein Gang zum Augenarzt ist unvermeidlich. Der schickt die Patienten unter bestimmten Umständen weiter zu einem spezialisierten Optiker. Ein Low-Vision-Experte hat besondere Fachkenntnis über Hilfsmittel, die zum Einsatz kommen, wenn herkömmliche Sehhilfen wie Brille oder Kontaktlinsen nicht mehr helfen.

Stefan Domagalski ist ein solcher Experte. „Wenn die Kunden mit einer Diagnose vom Augenarzt zu mir kommen, beginnt die Detektivarbeit“, sagt er. Die Restsehleistung mit Brille liegt bei diesen Patienten bei unter dreißig Prozent. Allein die Diagnose macht noch keine Aussage darüber, wie sie sich bei diesem Patienten auswirkt, sei es beim Grauen Star oder bei Netzhauterkrankungen. Letztere gehen oft mit einem punktförmigen Verlust des Sehvermögens einher. „Die Patienten halten dann den Kopf schief, um mit den intakten Bereichen zu sehen“, sagt Domagalski. Diese Punkte unscharfen Sehens sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich verteilt. Um herauszufinden, welche Sehhilfe für den Kunden die richtige ist, werden zunächst die Augen getestet.

Steht die Restsehfähigkeit fest, muss geklärt werden, wofür das Gerät genutzt werden soll. „Zum Lesen der Zeitung werden andere Hilfsmittel empfohlen als beim Einkaufen“, so der Experte. Ein speziell entwickelter Fragebogen gibt Auskunft über den Allgemeinzustand des Kunden. Unter anderem wird nach Erkrankungen gefragt, die die Motorik beeinträchtigen, wie es bei der Parkinson-Krankheit der Fall ist. „Eine Handlupe nützt wenig, wenn die Hand nicht ruhig gehalten werden kann“, sagt der Low-Vision-Fachmann.

Alltägliche Hilfsmittel

Die Bandbreite der Geräte, die zum Einsatz kommen, ist groß. Da gibt es die einfache Handlupe mit Licht, die in der Handtasche auch zum Einkaufen mitgenommen werden kann. Die modernste Variante ist ein Bildschirm-Lesegerät mit einer flexibel gelagerten Kamera, die alles vergrößert, was sich darunter befindet; ob Zeitung oder Handarbeit. Zum Fernsehen kann eine Fernrohrlupenbrille angefertigt werden, und für Bastler ist eine Standlupe gut geeignet, weil die beide Hände frei lässt.

Mit mehr Licht geht es besser

Wichtig ist eine gute Beleuchtung, darauf weist Stefan Domagalski besonders hin. Auch sie soll der Betätigung entsprechen und nicht blenden. Bezüglich der Kostenübernahme durch die Krankenkasse ist immer eine Verordnung vom Augenarzt notwendig. Die Kasse zahlt nicht alles, doch viele Sehhilfen seien noch gar nicht im Hilfsmittelkatalog gelistet. Nachfragen lohne sich also, sagt Domagalski. Der Low-Vision-Experte hat sich zum Ziel gesetzt, jeden Kunden seinen Bedürfnissen gerecht zu versorgen. „Wir verkaufen Lebensqualität“, sagt er. Zudem appelliert er an Betroffene, rechtzeitig zu kommen, wenn der Sehverlust noch nicht so weit fortgeschritten ist. „Die Menschen können sich dann mit den Geräten vertraut machen, wenn die Restsehleistung noch höher ist“, sagt der Fachmann.

Von Ilona Polk

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