1. Startseite
  2. Leben
  3. Gesundheit

Coronavirus-Patientin bekommt neue Lunge: Deshalb ist eine Lungentransplantation bei Covid-19 besonders riskant

Erstellt:

Von: Juliane Gutmann

Kommentare

Ein Styropor-Behälter zum Transport von zur Transplantation vorgesehenen Organen wird am Eingang eines OP-Saales vorbeigetragen: Weltweit wurden erst drei Lungentransplantationen bei Covid-19-Patienten durchgeführt.
Ein Styropor-Behälter zum Transport von zur Transplantation vorgesehenen Organen wird am Eingang eines OP-Saales vorbeigetragen: Weltweit wurden erst drei Lungentransplantationen bei Covid-19-Patienten durchgeführt. © picture alliance/dpa/Soeren Stache

Die Lunge einer 45-jährigen Österreicherin war durch Covid-19 derart geschädigt, dass nur noch eine Lungentransplantation sie retten konnte.

Eine Infektion mit Coronaviren kann sich als leichte Erkältung äußern - aber auch kritische Verläufe* sind möglich, die Lebensgefahr für den Patienten bedeuten. Im Falle einer 45-Jährigen aus Österreich gab es nur noch eine Möglichkeit: Ihre Lunge war derart durch Coronaviren zerstört worden, dass Medikamente und eine Blutplasma-Therapie keinen Erfolg brachten und sie nur noch eine neue Lunge retten konnte.

Organtransplantation bei Covid-19: "... war ihr Zustand schon sehr kritisch"

Ein riskanter Eingriff, der bei Covid-19-Patienten bislang erst zweimal in China durchgeführt wurde. Und das hat einen guten Grund: Damit eine Spenderlunge nicht vom Körper abgestoßen wird, verabreichen Ärzte den Patienten Immunsuppressiva. Diese schwächen das Immunsystem*, damit es sich nicht gegen die fremde Lunge richten kann. Bei einer Infektion mit Coronaviren ist dies allerdings mit Risiken verbunden, weil der Körper so auch daran gehindert wird, gegen die Krankheitserreger zu kämpfen.

Doch im Falle der österreichischen Patienten entschieden sich die behandelnden Ärzte trotzdem für eine Organtransplantation - auch weil ihre Überlebenschance ohne die OP gleich null gewesen wäre. "Als die Patientin mit dem Hubschrauber des Österreichischen Bundesheeres zu uns ins AKH kam, war ihr Zustand schon sehr kritisch. Es stellte sich zum Glück heraus, dass die anderen Organe weitgehend funktionierten und keine aktiven Viruspartikel mehr vorhanden waren. So konnte sie für eine Spenderlunge auf die Warteliste gesetzt werden", zitiert das Redaktionsnetzwerk Deutschland Dr. Walter Klepetko, Leiter der Abteilung für Thoraxchirurgie der MedUni Wien.

Lesen Sie auch: Medikamente gegen Covid-19: Coronavirus-Patienten bekommen Mittel gegen Sodbrennen.

Neue Lunge gut angenommen: Patientin auf dem Weg der Besserung

Bereits wenige Tage nach dem Eingriff verbesserte sich der Zustand der Patientin, wie die Klinik mitteilte. Damit verlief die erste in Europa durchgeführte Lungentransplantation bei einem Covid-19-Patienten mit Erfolg.

Weiterlesen: Coronavirus-Infektion gefährlicher für Männer: Ärzte beobachten erhöhte Werte dieses Enzyms.

jg

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Auch interessant

Kommentare