+
Lupinen blühen.

Vergiftungsgefahr

Bundesinstitut warnt vor Lupinensamen

Nach vereinzelten Vergiftungsfällen durch Bitterlupinien warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) vor den Samen. Sie werden unter anderem für glutenfreien Backwaren verwendet.  

In den vergangenen sechs Jahren seien in Deutschland etwa 30 Fälle von Vergiftungssymptomen durch Bitterlupinensamen bekannt geworden, teilte das BfR am Montag in Berlin mit. Auch aus anderen Länder gebe es Berichte über Vergiftungsfälle mit teils schwerwiegenden Verläufen.

Lupinen-Samen in Lebensmitteln

In der Regel waren diese Fälle demnach auf eine ungenügende Entbitterung der Samen zurückzuführen. Seit einigen Jahren werden die Samen von Lupinen vermehrt in der Lebensmittelproduktion verwendet, zum Beispiel zur Herstellung von glutenfreien Back- und Teigwaren oder von Produkten für Milcheiweißallergiker. In manchen europäischen und nordafrikanischen Ländern werden die Samen der Lupinen auch als Knabberartikel verkauft.

Warum sind Lupinensamen gefährlich?

Je nach Art und Herkunft der Lupinen können ihre Samen bittere Alkaloide enthalten. Werden diese in einem sogenannten Entbitterungsprozess nicht fachgerecht entfernt, können sie beim Menschen Vergiftungssymptome auslösen, die das Nerven-, Kreislauf- und Verdauungssystem betreffen.

Darauf sollten Verbraucher achten

"Beim Kauf von unverarbeiteten Lupinensamen ist meist kaum ersichtlich, ob es sich um Bitterlupinensamen handelt, die giftige Alkaloide enthalten, oder um Süßlupinensamen, die ohne weitere Verarbeitung verzehrt werden können", erklärte BfR-Präsident Andreas Hensel. 

Ein bitterer Geschmack von Lupinensamen oder den aus ihnen hergestellten Erzeugnissen kann, laut BfR, ein Indikator für die Anwesenheit von gesundheitlich unerwünschten Lupinenalkaloiden sein.

Das Institut empfiehlt daher Verbrauchern, auf eindeutig als Süßlupinensamen oder als bereits entbitterte Lupinensamen gekennzeichnete Erzeugnisse zurückzugreifen.

Samen von Lupinen.

Gemüse ist gesund, keine Frage. Besonders in Mode sind grüne Smoothies oder sogenanntes „Raw Food“ - zu deutsch Rohkost. Doch Vorsicht! Ungekochtes Grünzeug kann richtig giftig sein, lesen Sie hier warum.

AFP/dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Ärzte schlagen Alarm - und warnen jetzt vor dieser gefährlichen Diät 
Magersucht, Bulimie oder Binge-Eating: Diese Essstörungen sind bereits medizinisch anerkannt. Doch nur wenige kennen Orthorexie. Was sich dahinter verbirgt.
Ärzte schlagen Alarm - und warnen jetzt vor dieser gefährlichen Diät 
Grippewelle rollt mit neuem Spitzenwert
In Bayern hat eine Kirchengemeinde sogar das Weihwasserbecken geleert, um Ansteckungen mit Grippeviren zu vermeiden. Nützen dürfte das nicht viel. Die Influenza hat …
Grippewelle rollt mit neuem Spitzenwert
Klinik-Betriebsunterlagen gehören nicht zur Patientenakte
Gerade nach einer Operation können Hygienemängel im Krankenhaus für Komplikationen sorgen. Ein Blick in die Betriebsunterlagen wäre hilfreich, um solche Missstände …
Klinik-Betriebsunterlagen gehören nicht zur Patientenakte
Mit Fäustlingen und Skimaske Erfrierungen vorbeugen
Auf Deutschland kommt eine Kältewelle zu. Frost bis zu minus 20 Grad sagen Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes voraus. Das könnte vor allem für Ohren, Nase und …
Mit Fäustlingen und Skimaske Erfrierungen vorbeugen

Kommentare