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Also doch! Männer leiden bei Grippe wirklich mehr als Frauen.

Die Herren der Schöpfung leiden schlimmer

Frauen dürfen jetzt nicht mehr über jammernde Männer mit Schnupfen lachen

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Frauen dürfen ab sofort nicht mehr über ihre Männer lachen: Eine Wissenschaftlerin hat bewiesen, dass der „Männerschnupfen“ wirklich existiert.

München - Laut jammernde Männer, für die bei einer Erkältung die Welt untergeht, konnten Frauen bisher nur kopfschüttelnd ein Taschentuch reichen. Doch damit ist jetzt Schluss - Frauen dürfen ab sofort nicht mehr über ihre Partner lachen.

Wie eine Studie der Uni Innsbruck jetzt ermittelte, leiden Männer bei Schnupfen und Erkältung tatsächlich stärker als ihre Partnerinnen bei der gleichen Krankheit. Grund ist, dass Männer weniger Östrogen in ihrem Körper haben als Frauen, und das beeinflusst ihre Reaktion auf mögliche Viren sehr viel stärker. 

Beatrix Grubeck-Loebenstein vom Institut für Biomedizinische Alternsforschung der Universität Innsbruck hat sich intensiv mit Schnupfen, Husten und Erkältung bei Männern und mit diversen theoretischen Studien beschäftigt. Als Beleg für ihre These des deutlich schlimmeren Männerschnupfens hat die Wissenschaftlerin männliche und weibliche Nasenzellen mit Viren infiziert. Die weiblichen waren deutlich resistenter als die männlichen.

Fehlende Hormone verschlimmern bei Männern eine Erkältung

Es ist schon länger bekannt, dass Mann und Frau absolut unterschiedlich auf Krankheitserreger reagieren. Nur richtig untersucht wurde diese These bisher noch nicht. Eine wichtige Rolle spielt das Immunsystem. Es gibt zwar viele Einflüsse, die den Verlauf einer Erkältung beeinflussen (Alter, Jahreszeit, Umweltfaktoren, Ernährung, Stress), aber trotzdem sind die Geschlechterunterschiede mit Hormonen ein noch größerer Faktor.

In einem Gespräch mit SWR Umwelt und Ernährung erklärt Martin Thiel die Details: „Das Hormon Östrogen hat einen Schutzeffekt vor Infektionen und wirkt stärkend auf alle Immunzellen. Davon hat die Frau eben viel mehr als der Mann. Der hat mehr Testosteron. Das sorgt im Gegenteil sogar dafür, dass körpereigene Alarmglocken reduziert werden. Anstatt also das Immunsystem vorzuwarnen, wenn eine Erkältung im Anmarsch ist, „schweigt“ das System.“

Außerdem kommt bei Frauen eine Abwehrreaktion alleine schon durch ihre zwei X-Chromosomen besser in Gang. „Frauen können also vom jeweiligen Gen-Produkt bis zu zwei Mal so viel in ihren Zellen haben. Und es gibt allein etwa 1.000 Gene, die direkt etwas mit der Immunabwehr zu tun haben“, sagt Thiel.

Auch eine Forschungsgruppe der Stanford Universität stellte fest, dass bei Frauen nach einer Grippeimpfung deutlich mehr Antikörper gefunden wurden, als bei Männern. Je höher der Testosteronspiegel, desto weniger Antikörper. Das Immunsystem von Frauen reagiert also stärker als das von Männern. Allein im vierten Quartal 2016 gaben Kunden nach Zahlen des Deutschen Apothekerverbandes (DAV) 452 Millionen Euro für Präparate von Halsschmerzmitteln über Nasenspray bis hin zu Hustensaft aus.

Was können Männer tun, um ihr Immunsystem dauerhaft zu stärken? „Ein Mann der auf sich achtet, gut ernährt, ausreichend schläft und geimpft ist, kann es mit einer Frau aufnehmen, die nichts für ihre Immunabwehr tut“, sagt Thiel. Dabei besonders wichtig ist es, sich regelmäßig die Hände zu waschen und besser Vitamine anstatt Präparate oder ungesunde Lebensmittel wie Süßigkeiten zu konsumieren.

jl

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