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Die Magersucht ist eine schwere Erkrankung, die sogar mit dem Tod enden kann. Angehörige sollten daher so schnell wie möglich handeln.

Tödliche Krankheit

Magersucht: Wie deute ich die Anzeichen richtig?

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Die Ex von Schalke 04-Torwart Ralf Fährmann ist mit nur 29 Jahren verstorben. Todesursache: Magersucht. Wie Sie die Anzeichen erkennen, erfahren Sie hier.

Mit süßen 19 Jahren wurde Henriette Hömke zur "Miss Sachsen" gekürt, zudem war sie jahrelang die Frau an der Seite von Schalke 04-Torwart Ralf Fährmann. Nun ist das einstige Model mit nur 29 Jahren verstorben.

Angeblich soll sie an Magersucht im Endstadium gelitten haben, wie tz.de berichtete – und bereits sehr schwach gewesen sein.

Magersucht: Ohne Behandlung drohen gesundheitliche Folgen

Dennoch habe Hömke weiter Sport getrieben und ist schließlich im Ägypten-Urlaub im April während eines Trainings zusammengebrochen und verstorben. Im Interview verriet ihr Opa jetzt, dass es Hömke schon seit einer Weile nicht mehr gut ging – sie es aber nicht wahrhaben wollte. Die Familie und Ärzte hätten ihr sogar von dem Urlaub abgeraten – doch das Model wollte nichts davon hören. Viele fragen sich jetzt: Hätte man ihr noch helfen können?

Doch was ist Magersucht eigentlich und worin unterscheidet es sich von anderen Essstörungen? Und wie können Angehörige den Betroffenen helfen?

Die Magersucht wird fachlich auch Anorexia Nervosa genannt. Sie zählt zu den bekanntesten Essstörungen. Dabei essen Betroffene kaum bis gar nichts – und das über einen längeren Zeitraum. Die Folgen sind: Starke Gewichtsabnahme, meist einhergehend mit Untergewicht. Doch es gibt zudem weitere Anzeichen, die Angehörige alarmieren sollten:

  • Übermäßiger Bewegungsdrang
  •  Einnahme von Abführmitteln
  • Betroffene finden sich trotz Untergewicht noch immer zu dick und haben Angst, zuzunehmen
  •  Betroffene wiegen sich meist mehrmals am Tag und zählen Kalorien

Das sind die Anzeichen von Magersucht 

Sobald sie erste Anzeichen bei einer nahestehenden Person bemerken, sollten Sie sich beraten lassen und Hilfe suchen. Kinder- und Jugendärzte, Psychotherapeuten, Familienberatungsstellen und sogar der Hausarzt können Ihnen weiter helfen. Zudem empfiehlt es sich, sich ebenfalls an die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zu wenden und sich dort anonym beraten zu lassen. Manche Krankenhäuser haben außerdem Beratungsstellen oder Spezialambulanzen für Essstörungen.

Wenn nicht rechtzeitig reagiert wird, können gesundheitliche Konsequenzen drohen – und wie im Fall Hömke sogar zum Tod führen. Mögliche Folgen durch die Mangelernährung sind:

  • Kreislaufbeschwerden
  • Haarausfall
  • Herzrhythmusstörungen
  • Ständiges Frieren
  • Trockene Haut, brüchige Nägeln
  • Ausfallen der Periode
  • Osteoporose
  • Wachstumsstörungen (bei Kindern oder Jugendlichen)
  • Magen- und Darmprobleme, Verstopfungen und Blähungen
  • Im Ernstfall: Organversagen

Besonders Frauen sind von der Essstörung betroffen. Schließlich sind sie anfälliger für Mode- und Schönheitsideale. Daher fällt es Freunden und Familie hier besonders schwer, zu differenzieren, ob der Betroffene bereits an der Magersucht leidet oder nicht.

Doch einen Anhaltspunkt gibt es dennoch: Derjenige denkt nur noch ans Essen. "Die Gedanken und Gespräche drehen sich nur noch ums Essen, um die Ernährung und um die Kleidergröße", erklärt Professor Stephan Herpertz von der Deutschen Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM).

Da die Betroffenen dies allerdings nicht wahrhaben wollen, verlieren sie auch allmählich den sozialen Anschluss – viele Freunde und Bekannte wenden sich ab. Und auch die Konzentrationsfähigkeit nimmt ab – mit dem Ergebnis, dass die Betroffenen in Schule, Job oder beim Sport nicht mehr dieselbe Leistung erbringen können. Da das Hungern irgendwann nicht mehr auszuhalten ist, sollen 30 Prozent der Fälle laut Herpertz schließlich in Bulimie, also in Ess-Brech-Sucht, enden.

Viele Magersüchtige fühlen sich wie in einem Rausch – je mehr sie abnehmen, desto besser fühlen sie sich. Allerdings nur für kurze Zeit: "Es entsteht ein Sog, Und bei Betroffenen gibt es keine Grenze nach unten", so Herpertz.

Ja nicht wegschauen: So helfen Sie Betroffenen 

Angehörige sollten darauf bestehen, Betroffene zum Arzt oder zu einer Beratungsstelle zu begleiten. Auch wenn dieser sich dagegen wehrt. Hier hilft es, bestimmt zu bleiben und seine Sorgen der Person mitzuteilen. Lehnt die Person allerdings ab, sollten Sie sich extern Hilfe suchen.

Am wichtigsten ist: Immer wieder nachhaken – und keine Ruhe geben. Vor allem gilt: Bloß nicht wegschauen, wenn die Person immer dünner wird. Meistens ist die Essstörung nur ein Symptom eines tiefer liegenden Problems, das unter der Oberfläche brodelt.

Doch eine Magersucht muss nicht nur psychische Ursachen haben – das behauptet zumindest ein internationales Forscherteam. Ihre erstaunliche These: Die Essstörung kann auch vererbt sein. So stellten sie fest, dass es wohl ein Magersucht-Gen gibt, das eine spätere Erkrankung im Laufe des Lebens begünstigen könne. Dafür werteten sie Daten von etwa 3.500 an einer Essstörung erkrankten Patientinnen aus – und entdeckten schließlich das Gen auf dem Chromosom Zwölf.

Magersucht wegen Veranlagung: Sind Essstörungen genetisch bedingt?

"Diese Region wurde bereits mit Diabetes-Typ-1 und Autoimmunerkrankungen in Verbindung gebracht", erklärt Prof. Dr. Anke Hinney, die Forschungsleiterin, im "The American Journal of Psychiatry". Das bedeutet konkret: Essstörungen könnten zudem mit weiteren Krankheiten wie Schizophrenie einhergehen. "Diese Entdeckungen können das bisherige Verständnis der Magersucht nachhaltig verändern", ist sich Hinney sicher.

Durch das Ergebnis, dass sich Essstörungen psychisch und physiologisch bedingen, wäre künftig ein völlig neuer Therapieansatz möglich. Und die Betroffenen wüssten endlich, warum ausgerechnet sie diese Krankheit getroffen hat.

Lesen Sie auch hier, warum immer mehr Frauen mit Mitte 40 an Magersucht erkranken.

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Von Jasmin Pospiech

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