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Krank seit Nierenspende: Der Unternehmer Ralf Zietz verklagt die Uniklinik Essen sowie die verantwortlichen Ärzte.

Er tat es aus Liebe

Mann spendet seiner Frau eine Niere - und bereut es bald darauf

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Er wollte endlich mit seiner Frau das Leben wieder genießen - deshalb spendete ein 46-Jähriger seine Niere an seine bessere Hälfte. Doch diesen Tag vergisst er so schnell nicht mehr.

Seine Marlies war schon lange krank. Wegen einer Autoimmunerkrankung war die Frau von Ralf Zietz von der Dialyse abhängig. Dabei wird das Blut von Nieren-Patienten "gewaschen" - und zwar mehrmals die Woche. Ein Procedere, dass für die leidgeplagten Patienten enorm anstrengend und kräftezehrend ist. Ein normaler Alltag? Kaum vorstellbar.

Mann spendet seiner Frau eine Niere - doch dieser Tag verändert sein Leben 

Eine Organspende war nicht in Sicht - deshalb entschloss sich der damals 46-Jährige selbst, das lebenswichtige Organ an seine Frau zu spenden. "Ich wollte meine Frau wiederhaben und unser Leben", klagt der heute 54-Jährige. "Und es wurde einem auch suggeriert, dass das funktioniert." Doch es sollte alles anders kommen: Der 19. August 2010, der Tag der Transplantation, sollte sein Leben für immer verändern.

Seine Frau hatte vor der OP Angst um ihn gehabt, doch die Ärzte hätten gewarnt: Ohne seine Spende würde sich ihr Leben deutlich verkürzen. "Mir wurde gesagt, es gibt die üblichen Operationsrisiken, wie bei jedem Eingriff, und es gibt natürlich eine gewisse Rekonvaleszenz - aber nach sechs bis acht Wochen ist man wieder der Alte", meint Zietz. Doch dem war nicht so.

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Ehemann ist seit OP nierenkrank, klagt über chronische Erschöpfung

"Mein Leben hat sich im Prinzip halbiert", klagt Zietz gegenüber dem Magazin Stern. Dabei war er früher ein Mann der Tat. Der Unternehmer aus Thedinghausen bei Bremen leitete zwei Firmen, ist für dutzende Mitarbeiter verantwortlich und Alleinversorger seiner Familie mit vier Kindern, die gerade in der Ausbildung stecken. Doch nach der OP dann der Schock: Irgendetwas stimmt nicht mit ihm. 

"Zuerst fühlte es sich an wie die üblichen OP-Folgen. Aber es wurde einfach nicht weniger, es wurde im Laufe der Zeit mehr", so Zietz. Er leidet an chronischer Erschöpfung, ist vergesslich. Schon Mittags müsse er sich hinlegen, wie er sagt, ihn plagen Kopfschmerzen. Nachmittags könne er manchmal kaum mehr machen, als aus dem Fenster zu schauen. "Das kommt durch die niedrige Nierenfunktion", ist der 54-Jährige überzeugt. Zwar gehe es ihm Abends in der Regel besser, doch die Verantwortung für seine Firmen musste er zum Großteil abgeben. 

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Klage vor Gericht: Ärzte sollen das OP-Risiko verschwiegen haben

Formal ist der Unternehmer heute nierenkrank. Zietz fühlt sich von den Ärzten betrogen, sie hätten ihm die Risiken des Eingriffs - wider besseren Wissens - verschwiegen. Seinen Angaben zufolge hätte er "definitiv" nicht gespendet, wenn ihm das Risiko bewusst gewesen wäre. Deshalb zieht er jetzt, acht Jahre nach seiner Nierenspende, vor den Bundesgerichthof (BGH) in Karlsruhe und verklagt die Uniklinik Essen sowie die verantwortlichen Mediziner auf 100.000 Euro Schmerzensgeld

Das Oberlandesgericht Hamm hatte bereits einige Mängel festgestellt. So wäre bei dem Vorgespräch zur OP kein neutraler Arzt dabei gewesen und die Aufklärung "zum Teil unzureichend" gewesen. im Prozess ging das Gericht  aber davon aus, dass Zeitz seiner Frau sehr wohl eine Niere gespendet hätte, selbst wenn ihm das Risiko bewusst gewesen wäre, gerade wegen ihres gravierenden Leids. 

Doch Zietz wehrt sich entschlossen gegen diese Behauptung und nennt das  ein "Totschlagargument", mit dem die Ärzte immer ungeschoren davon kämen. Er hofft auf ein Grundsatzurteil des BGHs - das Schmerzensgeld sei für ihn nur zweitrangig. "Das würde nicht im Entferntesten wettmachen, was ich an Lebensqualität verloren habe", so Zietz.

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Von Andrea Stettner

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